Gartengestaltung

Struktur Teil 2: Attraktiv gestalten für das ganze Jahr

19. Januar 2021

Nachdem es im ersten Teil um die übergeordnete Struktur des Gartens ging, möchte ich nun zeigen, wie ihr innerhalb dieses Rahmens durch die Form von einzelnen Pflanzen und durch die Wahl immergrüner Pflanzen einzelne Bereiche nochmals strukturieren könnt. Damit wir auch im Winter Freude am Garten haben, sollten wir ausreichend Pflanzen verwenden, die das ganze Jahr über etwas zu bieten haben. Wenn wir Sträucher auswählen, um den Garten zu gliedern, haben vor allem die Immergrünen Bedeutung, da sie auch im Winter noch diese Funktion erfüllen und damit den Garten ganzjährig prägen.
Nach einer Faustregel sollten immergrüne Pflanzen etwa ein Drittel der Pflanzen in einem Garten ausmachen. Immergrüne Gehölze wachsen in verschiedenen Formen wie kegel- oder säulenförmig oder rundlich, und viele können in Form geschnitten werden, wie zum Beispiel Buchsbaum (Buxus sempervirens) oder Eibe (Taxus baccata).

Klare Formen

Pflanzen mit klaren Formen heben sich am deutlichsten von den Pflanzen in ihrer Umgebung ab. Dunkle Grüntöne fallen dabei besonders auf und bieten dem Auge einen Ruhepol. Im Bild unten ist das deutlich: der kegelförmige Wacholder und die aufstrebende Spirale sind dominant in diesem Beet. Wäre die Buchskugel im Vordergrund gesund und rundherum grün, würde auch sie stärker auffallen. Gräser wirken auch strukturierend, in dieser Kombination haben sie gegenüber den Immergrünen jedoch weniger Gewicht.

Eine klar strukturierte Pflanzung mit immergrünen Gehölzen und Gräsern
Diese Pflanzung ist reich an Struktur von immergrünen Gehölzen und Gräsern. (gesehen in Bamberg)

Einfassungen aus Buchsbaum fassen die Pflanzen in einem zu einer Einheit zusammen. Auch dadurch entsteht Ordnung, Struktur. Sie rahmen im Beispiel unten die Beete und leiten das Auge den Weg entlang. Die immergrünen Pflanzen sind auch im Winter noch attraktiv und ihre Struktur bleibt erhalten.

Formschnittgehölze als Ruhepol in einem Schaugarten
Die Formschnittgehölze dienen in diesem Garten als Ruhepol, die niedrigen Buchsbaumhecken rahmen die Beete und verbinden die Pflanzen zu einer Einheit. (Schaugarten Noack in Gütersloh)
Der schmale Gartenteil neben unserem Haus sieht auch im Winter noch attraktiv aus: der buntlaubige Efeu rahmt den Eingang, Seggen, Buchsbaumkegel und Rhododendron bringen Form und Grün ins Gartenbild.

Immergrüne Stauden und Rankpflanzen

Die meisten Stauden, Farne und Gräser sehen vor allem während der Vegetationsperiode gut aus. Der oberirdische Teil stirbt im Spätherbst, spätestens bei Frost ab. Dann zieren viele Halme und Samenstände noch weiter mit ihren Beige- und Brauntönen und geben den Beeten Struktur (mehr dazu gibt es hier).
Bei der Planung muss also bedacht werden, welche Pflanzen dauerhaft grün sind, welche noch im trockenen Zustand zur Struktur beitragen und welche Pflanzen im Winter praktisch verschwunden sind.
Ich verwende immergrüne Stauden und Rankpflanzen, um noch mehr Struktur für das ganze Jahr zu haben:

Im winterlichen Beet: Japan-Goldsegge (Carex "Evergold") und Efeu (Hedera helix)
Im winterlichen Beet: eine panaschierte Segge und Efeu (Hedera helix)

Immergrüne Stauden mit grasartigen oder schwertförmigen Blättern (wie die Segge oben) zeige ich euch hier.
Unten seht ihr zwei Beispiele, wie aufgeräumt unser Garten früher im Winter aussah und wie lebendig er jetzt dagegen mit immergrünen Stauden wirkt:
(O mein Gott, damals habe ich tatsächlich im Herbst alles abgeschnitten, was nicht bei drei auf den Bäumen war!)

Gehölze mit attraktiver Rinde oder auffälligem Wuchs

Auch laubabwerfende Gehölze können zu einem ganzjährig schönen Gartenbild beitragen: auffällig gefärbte oder interessant abblätternde Rinden oder besondere Wuchsformen sind zusätzliche Hingucker. Hier zeige ich euch ein paar Beispiele:

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