Pflanzenporträts

Lungenkraut

15. April 2020
geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
Eine meiner Lieblingspflanzen: Das gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Das Lungenkraut: ich hatte es schon in meinem ersten kleinen Gärtchen, das zu unserer Mietwohnung gehörte, meine Schwiegermutter hatte es mir in ihrem Garten abgestochen. Ich habe es dann in unseren Reihenhausgarten mitgenommen und schließlich zog es mit unserer Familie um in den Garten an unserem Einfamilienhaus.
Wenn sich die ersten Blüten öffnen, kommen auch die Hummeln und geben auf der Suche nach dem Nektar ihr wunderbares Brummkonzert.

Lungenkraut (Pulmonaria) mit Hummel
Ein schöner Garten lebt nicht nur durch Blüten und Laub, auch die Stimmen der Vögel und Insekten machen ihn er-leb-bar!

Das Lungenkraut ist eine bei uns heimische Staude aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die Blätter sind dementsprechend fein behaart. Sie bildet Horste, die sich allmählich über den Wurzelstock ausbreiten und versamt sich unter guten Standortbedingungen. Es bildet schöne dichte Teppiche und lässt kein Unkraut durch. Besonders schön wirkt es in größeren Gruppen.
Das Laub ist länglich oval und vorn zugespitzt und wirkt während der gesamten Wachstumsperiode hübsch durch seine weißen Flecken. Den Namen „Lungenkraut“ bekam die Pflanze durch die Ähnlichkeit des Blattes mit einer Lunge und es galt früher als wirksame Heilpflanze bei Lungenkrankheiten.
Die Blüten öffnen sich in rosa und werden später blau, sodass Blüten in zwei Farben gleichzeitig an den Pflanzen zu sehen sind.
Lungenkräuter fühlen sich in frischem oder feuchtem humosem Boden im Halbschatten wohl. Sie passen gut an den Rand von Gehölzen und an den vorderen Beetrand.
Die Pflanzen sind vollkommen winterhart und ausdauernd.

Partner:
Lungenkraut passt zu vielen anderen Pflanzen, die im Halbschatten gedeihen wie Elfenblumen (Epimedium) und Funkien (Hosta). Farne z.B. Japanischer Regenbogenfarn (Athyrium niponicum „Metallicum“) und Seggen z.B. Japan-Segge (Carex morrowii) bilden mit ihren Blattstrukturen schöne Kontraste, das weiß blühende Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis) „Alba“ greift mit seiner Blütenfarbe die Blattflecken des Lungenkrauts auf. Ebenfalls schön dazu sind weiße Zwiebelblüher, weiße Lenzrosen wie die Helleborus orientalis Hybride „White Spotted Lady“ oder Kugelprimeln (Primula denticulata) in weiß und violett.
Das kleine Blausternchen (Scilla siberica) ist, zwischen die Horste gesteckt auch sehr hübsch zu den Blüten der Pulmonaria. Es blüht zur gleichen Zeit und wenn das Laub verwelkt, wird es von den Blättern des Lungenkrautes verdeckt.

Blütezeit: März bis Mai
Licht: Halbschatten
Boden: humos, frisch bis feucht
Höhe: 20 – 30 cm
Breite: 30 – 35 cm
Sonstiges: Insektenweide
Pflege: Nach der Blüte kann das Lungenkraut komplett zurück geschnitten werden. Dadurch wird das Aussamen verhindert. Der Rückschnitt ist aber nicht unbedingt erforderlich.
In trockenen Phasen kann das Laub unansehnlich werden und es kann sich Mehltau bilden. Auch dann kann man es bis zum Boden zurücknehmen und gut wässern, dann bildet sich wieder ein schöner Blattteppich aus.

Lungenkraut (Pulmonaria) mit Silberkerze (Actaea "Armleuchter")
Hier untermalt Pulmonaria „Trevi Fountain“ im Herbst auch ohne Blüten wunderschön die Oktobersilberkerze „Armleuchter“ (Actaea simplex „Armleuchter“) und greift mit ihren weißen Blattflecken deren weiße Blüten auf.
Lungenkraut (Pulmonaria "Trevi Fountain")
Pulmonaria „Trevi Fountain“ hat ein klares Kobaltblau und soll weniger mehltauanfällig sein.
Lungenkraut (Pulmonaria "Redstart")
Pulmonaria „Redstart“ mit roten Blüten und ungefleckten Blättern gilt ebenfalls als wenig anfällig für Mehltau. (Fotografiert im Berggarten Hannover zusammen mit Blausternchen)
Lungenkraut (Pulmonaria "Frühlingshimmel")
Pulmonaria „Frühlingshimmel“

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