Querbeet

Graue Knospen am Rhododendron

26. Dezember 2020
Gesunde Blütenknospen am Rhododendron
Gesunde Blütenknospen am Rhododendron

Knospen am Rhododendron werden grau

Die Blütenknospen an den Rhododendren sind jetzt im Dezember schon weit ausgebildet. Sie sollten so frisch und gesund aussehen wie die im Bild oben. Häufig sieht man aber im Winter Knospen, die dunkel verfärbt und eingetrocknet sind. Sie werden im Frühjahr keine Blüte hervorbringen.

Warum vertrocknen Blütenknospen am Rhododendron?

Das Vertrocknen und die dunkle Verfärbung der Blütenknospen weisen auf einen Befall mit Rhododendronzikaden hin. Die farbenfrohen kleinen Insekten ritzen im Spätsommer die Blütenknospen an und legen ihre Eier darin ab. Ende April schlüpfen dann die Larven, die sich wie die ausgewachsenen Tiere vom Pflanzensaft des Strauches ernähren. Das schadet der Pflanze nicht.
Bei der Eiablage nistet sich jedoch ein Pilz ein, der die Knospen zum Absterben bringt. Auf dem Bild unten kann man den schwarzen haarigen Belag des Pilzes auf der Knospe erkennen.

Der schwarze pelzige Belag auf der Blütenknospe des Rhododendrons wird von einem Pilz gebildet.
Der schwarze pelzige Belag auf der Knospe wird von einem Pilz gebildet.

Die Rhododendronzikade

Die erwachsene Rhododendronzikade hat leuchtende Farben.
Eigentlich hübsch: die erwachsene Rhododendronzikade hat leuchtende Farben.

Die Rhododendronzikade stammt aus dem Norden Amerikas und gelangte über England auf das europäische Festland. Ausgewachsen ist sie knapp einen Zentimeter lang. Wenn man sich dem Strauch nähert, springen die kleinen Tierchen plötzlich von der Oberseite der Pflanze auf und verstecken sich unter den Blättern.

Was tun gegen Rhododendronzikaden?

Um zu verhindern, dass sich die Zikaden immer weiter vermehren, reicht es in der Regel aus, die befallenen Knospen im Winter auszubrechen. Zwar habe ich jedes Jahr wieder einige Zikaden und dadurch auch befallene Knospen, aber sie halten sich in Grenzen und die Rhododendren blühen trotzdem reichlich. Die abgestorbenen Knospen gehören wie alle anderen von Krankheiten oder Schädlingen befallenen Pflanzenteile nicht auf den Kompost oder in die grüne Mülltonne, sondern in die Restmülltonne, damit sie sich nicht weiter verbreiten.

In einigen Ratgebern und Foren wird empfohlen, Gelbtafeln aufzuhängen, um die Zikaden zu bekämpfen. Gelbtafeln sind leuchtend gelb, damit sie Insekten anlocken und mit einem klebrigen Film beschichtet. Daran sollen die Tiere hängen bleiben. Bitte benutzt zur Bekämpfung keine Gelbtafeln, denn sie werden auch zur Falle für Bienen und andere nützliche Insekten!
Teilweise werden die Gelbtafeln auch empfohlen, um festzustellen, ob es sich um einen Befall mit Rhododendronzikaden handelt.
Die verpilzten Knospen sind ein deutliches Zeichen für einen Befall und auch wenn die Zikaden scheu sind, kann man sie vom Frühsommer bis November entdecken, wenn man sich vorsichtig nähert. Deshalb sind Gelbtafeln auch zur Bestimmung nicht nötig.

Üppige Rhododendronblüten
Üppige Rhododendronblüten

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4 Kommentare

  • Antwort Nele 29. Dezember 2020 at 20:47

    Sehr interessanter Artikel, und besonders gut zu lernen, dass befallene Pflanzenreste nicht auf den Kompost oder in den Grünmüll dürfen. Das wusste ich nicht und hätte ich direkt falsch gemacht!

    • Antwort Susanna 30. Dezember 2020 at 14:59

      Dankeschön, liebe Nele! Der Restmüll wird verbrannt und die Schädlinge damit unschädlich gemacht. Würden sie auf den Kompost geworfen, könnten sie sich direkt im selben Garten wieder auf den Weg zu ihren Wirtspflanzen machen.

  • Antwort Karin 6. Januar 2021 at 16:19

    Ein frohes neues Jahr Susanna und vielen Dank für diesen lehrreichen Tipp.Auch bei meinen vielen Rhododendren tauchen immer wieder vereinzelt braun-graue Knospen auf.Ich habe sie immer erst im Frühjahr entfernt und werde nun eher einschreiten. Von den Zikaden habe ich noch nie gehört, aber du hast ein „ganz süßes“ Portrait gezeichnet. Danke für den Eintrag!
    Liebe Grüße Karin.

    • Antwort Susanna 6. Januar 2021 at 17:03

      Wer nicht bewusst darauf achtet, wird die kleinen Tierchen kaum entdecken. Wenn du dich vorsichtig anpirschst, kannst du sie sehen – eigentlich sind sie ja ganz hübsch und farbenfroh. Ich wünsche dir auch alles, alles Gute für das neue (Garten-)Jahr, liebe Karin!

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