Gartenjahr

Die zwei Gesichter des Winters

8. Februar 2021
Winterlicher Garten

Der Januar hat seinen Namen von dem römischen Gott Janus, dem Gott mit den zwei Gesichtern. Mit seiner Kälte beendet er die Vegetationsperiode, das allerletzte Grün der laubabwerfenden Pflanzen vergeht. Aber an milden Tagen am Ende des Monats können wir die ersten frischen Spitzen der frühen Zwiebelblüher entdecken: das Wachsen beginnt schon von Neuem. Zwar liegen noch Februar und März vor uns, doch diese ersten grünen Triebe versichern uns: der nächste Frühling kommt bestimmt!

Winterliches Gartenbild

Verzauberte Landschaft

Wie wundervoll verzaubert doch der Schnee die Landschaft über Nacht! Die Luft ist klar und aus laut wird leise. Und manchmal, wenn die Flocken lautlos fallen, scheint die Zeit einfach still zu stehen. Der Schnee berührt uns und ruft Kindheitserinnerungen in uns wach. Die Bäume, die Sträucher und die Reste der Stauden und Gräser sind überzuckert und geben dem Garten ein ganz anderes Gesicht.

Schneeflocken tanzen in einem Garten.
Die Flöckchen tanzen
Das Gerüst der Bäume und Sträucher wird vom Schnee betont.
Das Gerüst der Bäume und Sträucher wird vom Schnee betont.
Unterschiedliche Samenstände tragen im Schnee zum Winterbild bei.
Unterschiedliche Samenstände tragen mit ihren verschiedene Strukturen zum Winterbild bei
 Samenstände eines Sonnenhutes  ein Lampenputzergras im Schnee
Links ein Sonnenhut, in der Mitte ein Lampenputzergras.
Eine verschneite Gartenbank
Auch die Bank ist fein gepudert.

Erste Verheißungen

So schnell wie sie gekommen ist, ist die weiße Pracht oft wieder verschwunden. Und endlich schieben die ersten Zwiebelpflänzchen ihre Spitzen aus dem Boden und schauen, ob es schon soweit ist, dass sie sich der Sonne entgegenstrecken können.

Wenn meine Schwiegermutter mich im Vorfrühling mit einer Tasse Tee durch den Garten gehen sah, sagte sie, ich würde die Pflanzen „aus dem Boden gucken“. Und tatsächlich, ich sehe ihnen gerne dabei zu, wie sie der Kälte trotzen und sich durch die Schicht aus alten Blättern am Boden recken. Erst die winzigen grünen Spitzen, dann jeden Tag ein kleines Stückchen mehr, bis sich endlich die ersten Blütenknospen zeigen. Und dann: eines Tages scheint die Sonne, und die ersten Schneeglöckchen öffnen sich! Da braucht es keine üppig bunte Pracht. Schon die ersten zarten Blüten lassen unsere Gärtnerherzen hüpfen, wenn sie uns den Frühling ankündigen!

Die ersten Spitzen von Zwiebelblumen schieben sich durch die Laubschicht im Beet.
Die ersten Spitzen schieben sich durch die Laubschicht im Beet.
Austrieb einer Zwiebelpflanze
Wenn ich noch wüsste, was ich hier gesteckt habe …
Austrieb von Narzissen in einem Beet
Die Narzissen vor dem kleinen Mäuerchen treiben kräftig aus.
Lenzrose (Helleborus orientalis-Hybride) mit cremefarbenen Blütenknospen
Die Lenzrosen (Helleborus orientalis-Hybriden) …
Lenzrose (Helleborus orientalis-Hybride) mit roten Blütenknospen
… lassen an ihren Knospen schon ihre Farbe erkennen.
Rote Blütenknospe einer Lenzrose
Hier schieben sich die Stiele der Schneeglöckchen aus dem Boden.
Hier schieben sich die Stiele der Schneeglöckchen aus dem Boden …
Die ersten Schneeglöckchen blühen!
… und an einem geschützten Platz im Vorgarten blühen schon die Ersten!

Mit diesem Artikel habe ich im Januar begonnen. Nun schneit es seit gestern wie schon lange nicht mehr und wir haben mindestens zwanzig Zentimeter Neuschnee! Er breitet seine Decke aus und schützt die Pflänzchen vor der Kälte. Ich freue mich schon auf meine nächste Runde durch den Garten mit einer Tasse Tee, aber bis dahin bewundere ich die seltene weiße Pracht …

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