Besuche in Gärten, Gärtnereien und Parks

Herrenhäuser Gärten: der Große Garten

24. August 2020
Schloss Herrenhausen und Glockenfontäne
Blick zum Schloss durch die Glockenfontäne

Ursprünglich ein Küchengarten, wurde unter Johann Friedrich von Calenberg 1665 der Garten in Herrenhausen als Lustgarten an seinem Sommersitz in Hannover neu angelegt.
Herzog Ernst August ließ ihn erheblich erweitern und umgestalten, um als Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg seinen Gästen einen repräsentativen Garten bieten zu können. An der Planung war maßgeblich seine Frau, Sophie von der Pfalz beteiligt.
Der Große Garten zählt zu den bedeutendsten barocken Gartenanlagen in Europa.

Der Große Garten öffnet täglich um 9:00 Uhr. Die Eintrittspreise und die weiteren Öffnungszeiten für die Herrenhäuser Gärten findet ihr hier.
Einen Beitrag über den Berggarten in Hannover, der ebenfalls Teil der Herrenhäuser Gärten ist, gibt es hier.

Der Blumengarten

Wie im Schmuckhof des Berggartens ist der Wechselflor mit gelben Blüten passend zum Welfengelb der Gebäude gestaltet, dunkelrotes Laub von rotem Lampenputzergras (Pennisetum setaceum „Rubrum“) und Süßkartoffel (Ipomoea batatas) und dunkelrote Blüten setzen kräftige Akzente.

Wechselflor im Blumengarten
Wechselflor im Blumengarten

Der Orangengarten

Der Orangengarten beherbergt Zitrusbäumchen in einem Buchsbaumparterre, in dessen Mitte sich der Neptunbrunnen mit mehreren kleinen Fontänen befindet. Das Goldene Tor führt von hier aus zum großen Parterre.

Afrikanische Schmucklilien (Agapanthus africanus) entlang des Galeriegebäudes
Afrikanische Schmucklilien (Agapanthus africanus) entlang der repräsentativen Fassade
Neptunbrunnens und Portal des Galeriegebäudes
Teilansicht des Neptunbrunnens und Portal des Galeriegebäudes
Zitruspflanzen in Kübeln im Orangengarten
Zitruspflanzen in Kübeln im Orangengarten
Das Goldene Tor
Das Goldene Tor

Die große Kaskade

Die große Kaskade ist noch im Original erhalten. Über seitliche Treppen kann man hinaufsteigen und weit über den Großen Garten schauen.

Die große Kaskade im Großen Garten, Herrenhausen
Die große Kaskade

Das Große Parterre

Die Ornamente im Parterre sind aus geschnittenem Buchsbaum gepflanzt. Die Alleen werden von Linden gesäumt, Hecken bestehen aus Hainbuchen und Kegel aus Eiben und Hainbuchen begleiten die Wegeachsen. Besondere Blickpunkte sind die Glockenfontäne und die große Fontäne sowie weitere kleinere Fontänen. Leuchtend weiß sind die Sandsteinplastiken, die griechische Gottheiten und Allegorien darstellen.

Blick über das Parterre mit der Glockenfontäne
Blick über das Parterre mit der Glockenfontäne
Eibenkegel und Wechselflor begleiten die breiten Wegeachsen
Eibenkegel und Wechselflor begleiten die breiten Wegeachsen
Die weißen Plastiken stellen Allegorien und griechische Götter dar.
Die weißen Plastiken stellen Allegorien und griechische Götter dar.
Wechselflor u.a.: Rote Löwenmäulchen , Indisches Blumenrohr, Dahlien, Prachtkerze
Im Wechselflor u.a.: Rote Löwenmäulchen (Antirrhinium majus „Rocket Red“), Indisches Blumenrohr (Canna indica), Dahlien, Prachtkerze (Gaura lindheimeri)
Detail des Parterres
Detail des Parterres, im Hintergrund eine von Linden gesäumte Allee

Die Schwanenteiche

Hinter dem Parterre liegen die vier Schwanenteiche mit kleinen Fontänen, geschmückt mit Afrikanischen Schmucklilien (Agapanthus africanus). An den Außenseiten der Teiche schließen sich die „Lindenstücke“ an, Rasenflächen mit als Hecke gepflanzten, kastig geschnittenen Linden.

 Schwanenteiche mit weißen Schmucklilien
Schwanenteiche mit weißen Schmucklilien und kleinen Fontänen und die Lindenstücke im Hintergrund

Die große Fontäne

Von April bis Oktober ist die große Fontäne in Betrieb, und sie wird an einigen Terminen im Sommer im Rahmen der Illumination des Großen Gartens angestrahlt.
Der Wasserstrahl ist auf der Hauptachse, die vom Schloss über die Glockenfontäne mitten durch den Großen Garten führt, schon von weitem zu sehen.

Blick auf die große Fontäne
Blick auf die große Fontäne
Blick auf die große Fontäne

Ebenso wie das Schloss und der Große Garten wurde auch die Große Fontäne gebaut, um zu beeindrucken und Macht und Reichtum zu demonstrieren.
1720 erreichte die große Fontäne schon eine erstaunliche Höhe von 35 m, das gab es sonst nirgendwo auf der Welt. 1860 schaffte sie 64 m,
heute spritzt das Wasser bis zu 72 m hoch.

Die floral gestaltete Basis der Fontäne
Die floral gestaltete Basis der Fontäne

Die Boskettgärten

Rund um die Fontäne liegen sternförmig Boskettgärten. „Le bosquet“ ist französisch und heißt Wäldchen. Diese Gartenteile wirken wie von hohen Hecken eingeschlossene Gartenzimmer, die im Gegensatz zum restlichen Garten im Innern eher wie natürlich gewachsen wirken und in die man sich zurückziehen konnte.

Im Boskettgarten ist es angenehm schattig.
Im Boskettgarten ist es angenehm schattig.
Blick aus einem der Boskettgärten auf die große Fontäne
Blick aus einem der Boskettgärten auf die große Fontäne
Blick auf eine der kleineren Fontänen, die von Hainbuchenkegeln in Szene gesetzt wird
Zwischen den Boskettgärten: Blick auf eine der kleineren Fontänen, die von Hainbuchenkegeln in Szene gesetzt wird

Verschiedene Sondergärten im Großen Garten

Ursprünglich waren an dieser Stelle weitere Boskettgärten, die bei einer Erneuerung des großen Gartens 1936/37 durch die Sondergärten ersetzt wurden. Sie zeigen beispielhaft, wie Gärten in den verschiedenen Epochen angelegt wurden.

Niederdeutscher Rosengarten mit Holzpavillons und Eiben-Formschnitt-Würfeln
Niederdeutscher Rosengarten mit Holzpavillons und Eiben-Formschnitt-Würfeln
Niederdeutscher Blumengarten mit einer Figur der römischen Göttin der Wahrheit, Veritas
Niederdeutscher Blumengarten mit einer Figur der römischen Göttin der Wahrheit, Veritas
Renaissancegarten
Renaissancegarten

Eine besondere Kübelpflanze

Dieser Granatapfel (Punica granatum) ist ein ganz besonderes Exemplar. Der Plakette nach ist er „die älteste Kübelpflanze der Welt. Dieser Granatapfelbaum kam 1653 von Venedig nach Herrenhausen.“

Die älteste Kübelpflanze der Welt
Die älteste Kübelpflanze der Welt

Gartenknigge zum Schluss

Diese Tafel mit den Benimmregeln für den Garten haben wir leider erst nach unserem Besuch entdeckt …
Was „gemeinen“ Leuten bei Leibes Strafe unter anderem verboten oder geboten war:
– nach den Schwänen zu werfen oder sie auf ihren Brütteichen zu beunruhigen
– die Nachtigallen weder zu fangen noch zu stören
– sich der Bänke bei der großen Fontäne nur als dann zu bedienen, wenn solche für Standespersonen oder vornehme Fremde nicht nötig fallen
und der angestellten Wache, so mit dem Zeichen GR an der Brust versehen, nicht zu trotzen.

Benimmregeln für den Großen Garten
Benimmregeln für den Großen Garten

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