Besuche in Gärten, Gärtnereien und Parks

Sussex Prairies Garden

8. Juni 2020
Wenige Bäume inmitten der Stauden- und Gräserpflanzung, Sussex Prairies Garden

Auf einer Gartenreise in den Süden Englands im Juni 2015 durften mein Mann und ich den Sussex Prairies Garden von Pauline und Paul McBride besuchen. Der Garten liegt in Henfield, Sussex, eineinhalb Autostunden südlich von London und etwa 25 Minuten nördlich von Brighton.

Pauline und Paul McBride legten den Garten 2008 auf dem Farmland von Pauline an.
Inspiriert wurden sie dazu von ihrer Zusammenarbeit mit Piet Oudolf in Luxemburg, wo sie gemeinsam an einem von Oudolf entworfenen Gartenprojekt arbeiteten. Darum ist der Garten so anders als viele andere Gärten in England: gepflanzt wurde auf einer großen, weiten Fläche, nicht in einem von Mauern oder Hecken eingefassten Grundstück an einem Herrenhaus. Außerdem sind die Pflanzungen weitläufig und bestehen zum größten Teil aus flächig gepflanzten Stauden und Gräsern, die für England typischen mixed borders aus Gehölzen, Stauden und ein- und zweijährigen Pflanzen gibt es hier nicht. Einem naturalistischen Design folgend, sind die Stauden und Gräser „frei fließend“ in Massen gepflanzt.
Über 30 000 Pflanzen wurden aus Saatgut gezogen und in einem Familienevent mit Familie und Freunden zusammen gepflanzt. Revolutionär ist die Art, wie die McBrides ihre Prärie pflegen. Im Februar zünden sie die trockenen Pflanzenreste an. So sparen sie sich das mühevolle Abschneiden und mit der Asche wird zugleich der Boden wieder mit Nährstoffen versorgt.
Neben den Pflanzen gibt es überall im Garten Kunstwerke zu entdecken, eine lebendige Ausstellung, aus deren Angebot man Objekte kaufen kann. Außerdem werden in der Gärtnerei Pflanzen angeboten, die von den Mutterpflanzen im Garten stammen.

Als unsere Reisegruppe ankam, wurde jede und jeder einzelne von Pauline und Paul mit einem Strahlen und einem Handschlag begrüßt. Wir wurden durch einen kleinen Garten am Wohnhaus geführt … Das hatten wir uns nach der Reisebeschreibung anders vorgestellt.

Doch als wir durch das hintere Gartentor traten, eröffnete sich eine ganz andere Welt …

Sussex Prairies Garden
… ein weites Gelände mit altem Baumbestand und riesigen Pflanzflächen!
Sussex Prairies Garden
Überall zwischen den Pflanzen findet man die unterschiedlichsten Kunstwerke.
Sussex Prairies Garden, Kopfskulptur zwischen Stauden
Sichtachse, Sussex Prairies Garden
Sichtachse
Sussex Prairies Garden, Kniphofia, Mähnengerste, Hordeum jubatum
Gelbe Fackellilie (Kniphofia) und Mähnengerste (Hordeum jubatum) vor einem Bergknöterich
Sussex Prairies Garden, Schlafmohn  (Papaver somniferum) in kräftig dunklem Pink
Schlafmohn (Papaver somniferum) in kräftig dunklem Pink: in England ist der Anbau nicht verboten!
Sussex Prairies Garden, Fenchel, Foeniculum vulgare
Das feine Fenchellaub (Foeniculum vulgare) wirkt wie ein Weichzeichner vor der Szene im Hintergrund.
Sussex Prairies Garden
Links von mir der Gold-Hartriegel (Cornus alba „Aurea“)
Sussex Prairies Garden, Büffelherde aus Metall
Auf der „Prärie“ sind natürlich auch Büffel unterwegs!
Sussex Prairies Garden, Bienengarten, rosa Schafe
Der Bienengarten: hier „wohnen“ ein paar rosa Schäfchen
Sussex Prairies Garden, eine Pflanzung auch ohne Blüten  schön
Struktur, Struktur – auch ohne Blüten ein toller Anblick
Sussex Prairies Garden, Rasen-Schmiele "Goldschleier" (Deschampsia cespitosa "Goldschleier")
Gräser, typisch für die Prärie. Hier die Rasen-Schmiele „Goldschleier“ (Deschampsia cespitosa „Goldschleier“), im Hintergrund Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum)
Sussex Prairies Garden, Schlafmohn (Papaver somniferum) und Wiesenraute (Thalictrum)
Mein Mann inmitten von Schlafmohn (Papaver somniferum) und Wiesenraute (Thalictrum)
Sussex Prairies Garden, rote Taglilie, Hemerocallis, Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica "Red Baron")
Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica „Red Baron“) nimmt die Farbe der roten Blüten einer Taglilie (Hemerocallis) auf.
Sussex Prairies Garden, syrisches Brandkraut (Phlomis russeliana) und Schlafmohn (Papaver somniferum)
Das syrische Brandkraut (Phlomis russeliana), ergänzt durch ein paar kräftige Farbtupfer von Schlafmohn (Papaver somniferum)
Sussex Prairies Garden, Ein schräger Vogel watet durch die Hohe Fetthenne "Matrona" (Hylotelephium telephium "Matrona")
Ein schräger Vogel watet durch die Hohe Fetthenne „Matrona“ (Hylotelephium telephium „Matrona“). Vielleicht ist es der aus dem Kinderlied? „Hat ein‘ Zettel im Schnabel, von der Mutter ein‘ Gruß“
Sussex Prairies Garden, Bergknöterich (Aconogonon speciosum) "Johanniswolke", Gestaltungsprinzip: Wiederholung
Gestaltungsprinzip: Wiederholung. Aber wer hat schon Platz für mehrere rieeeesige Horste des Bergknöterichs (Aconogonon speciosum) „Johanniswolke“?
Sussex Prairies Garden, Kuchenbuffett im Cafe
Nach dem Rundgang durch den Garten lädt das Cafe ein, hausgemachte Kuchen und Tee zu genießen.
Sussex Prairies Garden, Pauline McBride
Am Ende des Rundgangs hatte ich Gelegenheit, mich noch einmal mit Pauline McBride zu unterhalten.
kleiner Vogel, ein Souvenir vom Sussex Prairies Garden
Der kleine Vogel hier in unserem Garten ist ein Souvenir aus dem Sussex Prairies Garden.

Der Sussex Prairies Garden ist ganz bestimmt eine Reise wert – nein, mindestens zwei, denn im Hochsommer wird man in diesem Garten in Farben schwelgen – oder drei, im Winter mit all den Samenständen und Gräsern – und überhaupt möchte ich einfach gerne noch einmal hin …

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4 Kommentare

  • Antwort Nele 11. Juni 2020 at 9:52

    Was für ein schöner und besonderer Garten. So ganz anders als „normale“ Gärten.
    Der Artikel macht Lust auf eine Reise nach Sussex!

    • Antwort Susanna 11. Juni 2020 at 10:48

      Vielleicht fahren wir das nächste Mal zusammen hin? Das erinnert mich an „Linnea im Garten des Malers“. Wir haben das Kinderbuch gelesen und immer gesagt: „Und eines Tages fahren wir zusammen hin!“ Und dann haben wir es eines Tages tatsächlich gemacht …

  • Antwort Martina Graw 13. Juni 2020 at 20:14

    Vielen Dank, liebe Susanna und lieber Heinfried, dass ich Euch ein Stück durch diesen herrlichen Garten begleiten durfte. Er erscheint als wunderbares, sehr gelungenes Arrangement aus Natur, Weite und gärtnerischer Gestaltung unter Einbeziehung origineller Kunstwerke. Ich glaube, mir würde es da auch sehr gut gefallen.

    • Antwort Susanna 13. Juni 2020 at 20:46

      Danke, liebe Martina, es ist ein ganz besonderer Garten und es war ein Erlebnis, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die ihn gestaltet haben. Pauline ist eine geniale Gärtnerin und eine so liebenswerte und offene Frau!

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