Besuche in Gärten, Gärtnereien und Parks

Landschaftspark Schloss Dennenlohe

17. Oktober 2021

Ausnahmsweise Werbung: Wir waren von Baronin und Baron von Süsskind zu diesem Besuch eingeladen. Das beeinflusst jedoch nicht meinen Beitrag über den Park.

Blick auf ein Nebengebäude von Schloss Dennenlohe
Blick auf ein Nebengebäude des Schlosses

Im Juli waren mein Mann und ich bei unserer Tochter in München, und ich hätte so gern auf dem Weg den Schlosspark Dennenlohe besucht. Leider hat das nicht geklappt. Umso mehr habe ich mich gefreut, als kurz darauf eine Einladung zum Bloggertreffen von dort kam! Also fuhren wir Mitte September noch einmal los und es war ein wunderschönes Wochenende voller netter Begegnungen, herzlicher Gastfreundschaft, guter Gespräche mit anderen Bloggern und natürlich Zeit, den Park zu genießen!

Das barocke Schloss Dennenlohe liegt wunderschön in der Fränkischen Seenlandschaft, etwa eine Autostunde südwestlich von Nürnberg.
Den Landschaftspark hat Baron Robert von Süsskind, der „Grüne Baron“, in dreißig Jahren zusammen mit seiner Frau Sabine angelegt. Dafür wurden unter anderem tonnenweise Erde bewegt und Steine herbeigeschafft, Hügel und Inseln modelliert und ein 500 Meter langer Bachlauf geschaffen. Der Park wurde ständig erweitert und weitere Themengärten hinzugefügt. Und es kommen noch immer neue Projekte dazu; an weiteren Ideen scheint es dem Baron nicht zu mangeln!

Der Schlosspark ist zugleich ein botanischer Garten, viele Bäume sind beschildert. Geplant ist außerdem ein Arboretum auf der gegenüberliegenden Seite des Schlossteiches, im Plan unten am oberen Bildrand gelegen.

Übersicht über den Landschaftspark Dennenlohe
Übersicht über den weitläufigen Park

Eine Führung mit dem Landschaftsgärtner persönlich

Zu besonderen Terminen gibt es in Dennenlohe die Möglichkeit, nicht nur den Landschaftspark, sondern auch den privaten Garten der Familie Süsskind zu besuchen und an einer Führung mit dem Baron teilzunehmen. Ich möchte diese tolle Erfahrung nicht missen!

Bei der Einführung im Schlossgarten musste man sich ganz schön konzentrieren! Baron von Süsskind ist leidenschaftlicher Gärtner und weiß für seinen Park zu begeistern. In kurzer Zeit erfuhren wir von verschiedenen Gartenbereichen wie dem Rosengarten und der Pagode aus Bhutan und von Sichtachsen, die sich von Persien über China nach Japan erstrecken. Aber es gab nicht nur Einblicke in die Gestaltung des Parks, sondern auch praktische Gartentipps, unter anderem zum Pflanzen von Rosen und Strauchpäonien.

Führung mit dem Grünen Baron, Schloss Dennenlohe, Baron Süsskind
Führung mit dem Grünen Baron

Und schon gehen wir mit dem Baron auf eine Weltreise! Im privaten Garten wird der Weg von der Orangerie zum Schloss von griechischen Vasen begleitet:

Griechische Vasen im privaten Garten von Schloß Dennenlohe
Griechische Vasen im privaten Gartenteil

Der Persische Garten

Von Griechenland aus wird es gleich orientalisch. Der Gartenteil am Orangerie Cafe ist als Persischer Garten angelegt. In der Mitte der „Turmbau zu Babel“, der sich spiralförmig nach oben windet und üppig bepflanzt ist. Drumherum führen vier Wasserrinnen in die vier Himmelsrichtungen. Die Beete am Rand der Rasenfläche sind zum Teil terrassiert und als „hängende Gärten“ gestaltet.

Der "Turm zu Babel" im Persischen Garten, Schloss Dennenlohe
Der „Turm zu Babel“ im Persischen Garten

Jetzt geht es nach Asien

Vom privaten Schlossgarten gelangen wir durch ein chinesisches Mondtor in den asiatischen Bereich. Der Blick beim Öffnen des Tores ist unglaublich: auf der anderen Seite tut sich für uns eine ganz andere Welt auf!

 Baron von Süsskind öffnet das Mondtor.
Baron von Süsskind öffnet für uns das Mondtor.
Blick durch das Mondtor, Landschaftspark Dennenlohe
Blick durch das Mondtor

Hinter dem Tor laden uns eine gebogene rote Holzbrücke und ein weißbunter Etagenhartriegel (Cornus controversa „Variegata“) nach Asien ein!

Chinesischer Garten, Schloss Dennenlohe
Hinter dem Tor erwartet uns eine ganz andere Welt.


Hier beginnt der größte Rhododendronpark von Süddeutschland mit über 500 Sorten. Die rote Brücke ist das ganze Jahr über ein Blickfang, aber wie schön muss es hier erst zur Zeit der Rhododendronblüte im Mai und Juni sein?
Außerdem gibt es hier eine Sammlung von Lenzrosen (Helleborus orientalis-Hybriden) und der Park besitzt die größte Efeusammlung Deutschlands.

Blick zurück zum Mondtor, Schloss Dennenlohe
Blick zurück zum Mondtor

Immer wieder fallen uns Details ins Auge, die ich gar nicht alle hier zeigen kann:

Ein Stück weiter liegt auf einer Insel in einem kleinen Teich der Zen-Garten mit einer aus Kies und Steinen modellierten Landschaft und einer Kiefer.

Zen-Garten im Abendlicht, Schloss Dennenlohe
Der Zen-Garten im Abendlicht

Am Lotusteich

In einem Teich mit Lotus entdecken wir einen steinernen indischen Kopf und noch ein paar letzte Blüten – so perfekt, dass sie fast künstlich erscheinen.

Der Bhutan-Tempel

Eigentlich wollte Baron von Süsskind den Bhutantempel von der Expo 2000 in Hannover kaufen, doch Richard Gere kam ihm zuvor. Also ließ man einen Tempel für Dennenlohe in Bhutan anfertigen und auf dem „Tempelberg“ aufstellen. Die Gebetsfahnen flattern im Wind …

Pagode aus Bhutan, Schloss Dennenlohe
Ein Tempel aus Bhutan

Tolles Ambiente für Kultur

An einem künstlichen Bachlauf wurde ein Amphitheater angelegt, in dem die Besucher auf Rasentreppen Platz nehmen. Dort gibt es im Laufe des Jahres Theater und Konzerte in ganz besonderer Atmosphäre.

Amphitheater , Schloss Dennenlohe
Das Amphitheater mit dem Hortensienufer

Auch der Monopteros, ein kleinerer Nachbau des Tempels im Englischen Garten in München, wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Auf einem Hügel gelegen ist er weithin zu sehen und ein tolles Fotomotiv.

Monopteros, Schloss Dennenlohe
Der Monopteros im Morgennebel

Brücken verbinden verschiedene Bereiche

Einige der Parkbereiche liegen auf Inseln zwischen See und Bachläufen. Immer wieder führt der Weg über Brücken und Stege. Die Hängebrücke und der Steg unten waren ganz schön wacklig!

Besonders schön ist die Brücke mit dem Gong. Er hat einen angenehmen Ton und bringt die ganze Brücke in Vibration.

Brücke mit einem Gong
Die Brücke mit dem Gong …

Dann kommen wir an eine steinerne Brücke , von der aus man einen schönen Blick hat auf Herbstzeitlosen und Hortensien am Ufer.

Steinerne Brücke, Schloss Dennenlohe
Die steinerne Brücke überspannt einen künstlich angelegten Bachlauf

Der Rosengarten

Der Baron hat viel Erde und viele Steine bewegt, um dem Rosengarten, dem sogenannten Platnersberg, seine Form zu geben. Hier wurden tausende Rosen angepflanzt und im Juni wird es hier noch üppiger blühen! Wir haben den Rosengarten schon früh im Morgennebel besucht, das hatte einen ganz besonderen Reiz.

Hundeskulpturen am Weg zum Rosengarten, Schloss Dennenlohe
Steinerne Hunde bewachen den Weg zum Rosengarten
Pavillion im Rosengarten, Schloss Dennenlohe
Am Rosengarten im Morgennebel
Bank im Rosengarten, Schloss Dennenlohe
Von der romantischen Bank aus hat man einen guten Blick über den Rosengarten
Eine Bank zwischen Bäumen, Schlosspark Dennenlohe
… und noch eine Bank …
Liegestühle am Rosengarten, Schloss Dennenlohe
Solch ein ein einladender Platz!
Rosengarten Schloss Dennenlohe
Der Rasenweg lädt ein, zu entdecken, was hinter der Biegung liegt.

Die Nebel von Dennenlohe

Plötzlich tauchten aus dem Nebel die Andalusier der Süsskinds auf! In dieser Stimmung erinnerte uns das an Avalon, fehlte nur noch, dass Morgaine aus dem Nebel geritten käme … Beeindruckend fand ich, dass die Pferde die ganze Nacht frei im Park herumlaufen dürfen. Sie scheinen das sehr zu genießen!

Pferde im Nebel, Schloss Dennenlohe
Plötzlich tauchten die Pferde aus dem Nebel auf.

Die Hunde der Familie

Hier und da stößt man im Park auf Hunde aus Stein, wie auf der Schlosstreppe zum Lustgarten oder am Übergang vom Schlosshof in den Garten. Eine viel größere Rolle spielen aber die Airedale Terrier, mit denen Baronin und Baron Süsskind Park und Garten teilen. Sie fügen sich so gut ins Bild ein, als hätten sie schon immer zum Schloss gehört. Und irgendwie wirken sie sehr entspannt.

Airedaleterrier dösen auf dem Rasen, Schloss Dennenlohe
Die Airedale Terrier dösen auf dem Rasen

Verschlungene Pfade, Blickfänge, Sichtachsen und interessante Pflanzen

Nach jeder Wegbiegung, hinter jeder Baumgruppe – überall gab es etwas zu entdecken!

Eichhörnchentor, Schloss Dennenlohe
Märchenhaft: das Eichhörnchentor
Verwunschene Treppe, Schloss Dennenlohe
Eine verwunschene Treppe
Sumpfzypressen (Taxodium) im Schlossweiher, Schloss Dennenlohe
Sumpfzypressen (Taxodium) im Schlossweiher: ich liebe es, wie sich die Stämme im Wasser spiegeln!

Ninfa

Dem Garten Ninfa in Italien nachempfunden ist dieser Bereich, in dem jetzt noch einige Stauden blühten und viele Insekten anlockten. Dazu kam Struktur von vielen Samenständen, die in Dennenlohe bis zum Frühjahr stehen bleiben. Die Stauden in den Beeten sind nach Farben geordnet.

Gartenbereich "Ninfa", Schloss Dennenlohe
Blick auf „Ninfa“
Ein Beet in Rot- und Purpurtönen, Schloss Dennenlohe
Ein Beet in Rot- und Purpurtönen
Beet mit blühenden Stauden, Schloss Dennenlohe
Purpurdost (Eupatorium), verschiedene Scheinsonnenhüte (Echinacea), Sonnenbraut (Helenium), Storchschnabel und Flammenblume (Phlox paniculata) sind späte Insektenmagnete
Beet mit graulaubigen und gelbblühenden Stauden, Schloss Dennenlohe
Die Weidenblättrige Sonnenblume (Helianthus salicifolius) dominiert dieses Beet
Weißes Beet mit Samenständen der Prachtscharte (Liathris spicata), Schloss Dennenlohe
Weißes Beet mit Samenständen der Prachtscharte (Liathris spicata)
Scheinsonnenhut und Gräser, Schloss Dennenlohe
Scheinsonnenhut und Gräser

„Wilde“ Bereiche

Es gibt aber auch Bereiche, in denen heimische Gräser und Wildblumen wachsen. Immer noch attraktiv sind die Samenstände von Wilder Karde, Schafgarbe, Wilder Möhre und anderen.

Wilde Karde (Dipsacus fullonum) und Berufkraut (Erigeron), Schloss Dennenlohe
Wilde Karde (Dipsacus fullonum) inmitten von Berufkraut (Erigeron)

Und noch immer entsteht Neues: der Japanische Teepavillon ist schon aufgebaut, nun wird der Garten rundherum angelegt. Auf dieser Insel soll es bald Teezeremonien und Sushi geben.

Japanischer Teepavillon, Schloss Dennenlohe
Der japanische Teepavillon wartet noch darauf, in Szene gesetzt zu werden.

Wir danken dem Ehepaar Süsskind ganz herzlich für dieses besondere Wochenende und die Gastfreundschaft!
Der Park ist sooo vielfältig, wir haben längst nicht alles gesehen! Aber bestimmt kommen wir noch einmal zurück. Vielleicht im Juni, wenn die Rhododendren und Rosen blühen und die Goldregen am Goldregenweg entlang gelb leuchten? Der Park ist auf jeden Fall zu jeder Zeit eine Reise wert!


Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Anfahrtswege findet ihr auf der Webseite von Schloss Dennenlohe.

6 Kommentare

  • Antwort Jenny Adam 30. Oktober 2021 at 10:43

    Wow, ein toller Artikel mit wunderschönen und sehr inspirierenden Bildern.

    Liebe Grüße Jenny

    • Antwort Susanna 30. Oktober 2021 at 18:12

      Vielen Dank, liebe Jenny, ein solcher Kommentar von dir bedeutet mir etwas, nachdem ich deine wundervollen Aufnahmen gesehen habe! Deine Pflanzenbilder sind die reine Poesie! Aber auch deine anderen Fotos gefallen mir. Und deine Illustrationen sind ganz wunderschön! In Fiete, den kleinen Fuchs, habe ich mich gleich verliebt. Wenn dein Buch erscheint, möchte ich eins!
      Liebe Grüße aus meinem Garten,
      Susanna

      • Antwort Jenny Adam 30. Oktober 2021 at 19:01

        Wow, vielen Dank für deine wundervollen Worte liebe Susanna!
        Ich freue mich sehr darüber!
        Ganz liebe Grüße
        Jenny

        • Antwort Susanna 30. Oktober 2021 at 19:14

          Gern geschehen, Jenny! Ich wünsche die ein schönes restliches Wochenende!
          LG,
          Susanna

  • Antwort Margit 31. Oktober 2021 at 16:29

    Hallo Susanna,
    vielen Dank für Deinen Besuch auf meiner HP. Ich bin Dir wohl schon auf Instagram begegnet… jedenfalls kann ich mich noch sehr gut an das Mondtor erinnern. Deine Bilder sind einfach wundervoll und zeigen, welche Vielfalt im Garten möglich ist.
    Viele Grüße von
    Margit

    • Antwort Susanna 31. Oktober 2021 at 18:19

      Hallo Margit,
      es freut mich, dass dir meine Bilder gefallen. Das Mondtor ist wirklich wunderschön. Auf dem Foto sieht man dem Baron am Gesicht an, wie er sich freut, es für uns zu öffnen. Ich denke, die Reaktion ist bei allen Besuchern gleich und er ist zu recht stolz darauf! Ich werde das Mondtor auch so schnell nicht vergessen.
      Liebe Grüße,
      Susanna

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