Besuche in Gärten, Gärtnereien und Parks

Hochsommer im Berggarten Hannover

15. August 2020

Der Berggarten in Hannover ist Teil der Herrenhäuser Gärten. Er wurde ursprünglich als Gemüsegarten für das Herrenhäuser Schloss angelegt, später als Garten für die Kultur exotischer Pflanzen genutzt und schließlich in einen botanischen Garten umgewandelt.
Wir haben den Garten im August bei hochsommerlichen Temperaturen besucht, ein anstrengender, aber lohnender Ausflug, denn der Berggarten ist meiner Meinung nach immer eine Reise wert.

Der Berggarten Hannover öffnet täglich um 9:00 Uhr. Die Eintrittspreise und die weiteren Öffnungszeiten für die Herrenhäuser Gärten findet ihr hier.
Einen Beitrag über den Großen Garten in Herrenhausen findet ihr hier.

Im Schmuckhof

Der Schmuckhof ist ein mit symmetrischen Beeten formal angelegter Garten am Bibliothekspavillon. Die Beete werden zweimal im Jahr neu bepflanzt. Gelbe Blüten spielen eine besondere Rolle; sie greifen das Gelb der Welfen auf, in dem der Pavillon gestrichen ist. Die Sommerbepflanzung bekommt von einigen exotischen Pflanzen Struktur wie Rotem Federborstengras (Pennisetum setaceum „Rubrum“), dunkellaubigem Neuseeländer Flachs (Phormium tenax), Indischem Blumenrohr (Canna indica) und der ebenfalls aus Neuseeland stammenden Keulenlilie (Cordyline indivisa „Red Sentinel“). Sie alle heben sich durch ihre Größe, Form und Textur aus der Pflanzung hervor. Die rotlaubigen Pflanzen bilden einen angenehmen Gegenpart zu den leuchtenden Blütenfarben in Gelb, Orange und Rot. Durch die ihnen gemeinsame Farbe geben sie der Pflanzung Rhythmus und Wiederholung und erden sie zugleich.

Bibliothekspavillon und Schmuckhof, Berggarten Hannover
Struktur geben Rotes Federborstengras (Pennisetum setaceum „Rubrum“), dunkellaubiger Neuseeländer Flachs (Phormium tenax, links) …
Exotischer Sommerflor im Schmuckhof (Berggarten Hannover)
… und Indisches Blumenrohr (Canna indica, links rot mit orangen Blüten und rechts im Bild grün mit gelborangen Blüten).
Ein Mosaik aus sukkulenten Pflanzen in einem Senkgarten (Berggarten Hannover)
Ein Mosaik aus sukkulenten Pflanzen in einem Senkgarten.

Im Subtropenhof

Der Subtropenhof bietet durch seine hohen Backsteinmauern wärmebedürftigen Pflanzen Schutz. Tritt man in den kleinen Hof ein, befindet man sich plötzlich in einer ganz anderen Welt: hier stehen im Sommerhalbjahr stattliche Exemplare exotischer Kübelpflanzen und zusammen mit den an den Wänden wachsenden Kletterpflanzen entsteht eine üppige grüne Fülle und eine ganz besondere, abgeschiedene Atmosphäre.

Im Subtropenhof im Berggarten Hannover
Im Subtropenhof. In der Mitte: der Chinesische Weißbunte Klebsame (Pittosporum tobira „Variegatum“) ist ein langsam wachsender immergrüner Strauch mit kompaktem, rundlichem Wuchs.
Antiker Wandbrunnen im Innenhof (Berggarten Hannover)
Der Wandbrunnen unterstreicht mit seinem leisen Plätschern zusätzlich die geschützte Atmosphäre des Hofes.

Ein über 170 Jahre alter Ginkgo

Außerhalb des Hofes fallen zunächst eine Keulenlilie (Cordyline australis „Atropurpurea“) und eine Reihe von Engelstrompeten (Brugmansia) ins Auge. Bemerkenswert ist aber besonders ein über 170 Jahre alter Hänge-Ginkgo (Ginkgo biloba „Pendula“), der hier an der Wand hinauf wächst.

Engelstrompeten, Cordyline australis und Hänge-Ginkgo  (Berggarten Hannover)
Außerhalb des Hofes wächst der Hänge-Ginkgo (Ginkgo biloba „Pendula“) an der alten Backsteinmauer.

Urige Andentannen

Eine Gruppe von Chilenischen Araukarien (Araucaria araucana) steht nahe am Eingang des botanischen Gartens. Sie heißen unter anderem auch Andentanne, Schlangenbaum und im Englischen „Monkey Puzzle“.

Andentannen (Araucaria araucana) (Berggarten Hannover)
Eine Pflanzung mit ungewöhnlichen Formen vor den ebenfalls ungewöhnlichen Andentannen (Araucaria araucana)
Andentannen (Araucaria araucana) (Berggarten Hannover)
Hier sieht man gut die Zapfen und Blüten der Andentannen

Der Steingarten

Im Steingarten geht es besonders im Frühjahr bunt zu. Im Sommer fallen die unterschiedlichen Wuchsformen der Pflanzen und die verschiedenen Blattfarben auf.

Steingarten, Berggarten Hannover
Der Steingarten: besonders Formen und das Zusammenspiel grauer und hell- und dunkelgrüner Blätter und Nadeln fallen jetzt ins Auge.

Der Blumengang

Wo es im Frühjahr bunt und fröhlich zugeht mit einer Fülle von Zwiebelpflanzen, wird es im Sommer exotisch: vor dem Hintergrund geschnittener Berberitzenhecken (Berberis julianae) blühen entlang des Weges nun verschiedene Sorten des Indischen Blumenrohrs (Canna indica).

Indisches Blumenrohr (Canna indica)  (Berggarten Hannover)
Eine Sammlung verschiedener Sorten des Indischen Blumenrohrs (Canna indica)

Der Wüstengarten

Im Wüstengarten speichert Lavagestein die Wärme der Sonne. Hier finden sich sowohl winterharte Pflanzen, als auch Pflanzen, die im Winter ins Gewächshaus umziehen müssen.

Wüstengarten (Berggarten Hannover)
Im Wüstengarten gibt es Wüstenpflanzen aus Afrika und Nord- und Südamerika.

Im Pergolengarten

Der Pergolengarten beinhaltet einen schattigen Bereich unter einer Pergola, einen sonnigen Bereich mit Rankpflanzen, Blütenstauden und Gräsern und einen Senkgarten mit einem kleinen Teich.

Blütenstände des Garten-Sandrohrs (Calamagrostis x acutiflora) im Sonnenlicht (Berggarten Hannover)
Blütenstände des Garten-Sandrohrs (Calamagrostis x acutiflora) im Sonnenlicht
Gelbe Trompetenblume (Campsis radicans "Flava") (Berggarten Hannover)
Im Pergolengarten rankt eine gelbe Trompetenblume (Campsis radicans „Flava“), darunter ein Großblatt-Phlox (Phlox amplifolia „Kurpel“)

Schmuckstauden und Präriegarten

Im Schmuckstaudenbereich blüht während der ganzen Vegetationsperiode etwas. Die Prachtstauden sind so platziert, dass sie sich gegenseitig mit ihren Blütenfarben und -formen noch aufwerten. Auch die Größen, Formen und Texturen der Pflanzen werden so kombiniert, dass sie nicht nur zur Blütezeit ein attraktives Bild miteinander abgeben. Gräser bringen feine Struktur, die trockenen Halme sind auch im Winter noch schön.

Blauraute, Fenchel und Kugeldistel (Berggarten Hannover)
Blauraute (Salvia yangii) , Fenchel (Foeniculum vulgare) und die Samenstände der Kugeldistel (Echinops ritro) harmonieren in dieser Steppenpflanzung perfekt.
hohe Flammenblumen (Phlox) und  rosa Prachtspieren (Astilbe chinensis var. taquetii "Romanze") (Berggarten Hannover)
Vor einem Zierapfel (Malus x zumi „Professor Sprenger“) verschiedene hohe Flammenblumen (Phlox) und rosa Prachtspieren (Astilbe chinensis var. taquetii „Romanze“)
Zwerg-Wildaster (Aster ageratoides "Adustus-Nanus") begleitet den Weg (Berggarten Hannover)
Zwerg-Wildaster (Aster ageratoides „Adustus-Nanus“) begleitet den Weg
Samenstände des Ehrenpreises (Veronicastrum virginicum) (Berggarten Hannover)
Nach der Blüte sind auch die Samenstände des Ehrenpreises (Veronicastrum virginicum) reizvoll. Im Hintergrund nochmals Hohe Flammenblumen (Phlox) und Sonnenhüte (Rudbeckia)
Schmuckstauden und Gräser (Berggarten Hannover)
Schmuckstauden und Gräser
Purpur-Engelwurz (Angelica sylvestris "Vicar's Mead") (Berggarten Hannover)
Die imposante Purpur-Engelwurz (Angelica sylvestris „Vicar’s Mead“) ziert noch immer mit ihrem Samenstand, und der violette Stängel passt perfekt zu den Blüten der pinkfarbenen Flammenblume (Phlox).
Hohe Flammenblumen (Phlox paniculata), Chinaschilf (Miscanthus sinensis "Ferner Osten") und Hoher Wasserdost (Eupatorium fistulosum) (Berggarten Hannover)
Hohe Flammenblumen (Phlox paniculata) vor Chinaschilf (Miscanthus sinensis „Ferner Osten“) und Hohem Wasserdost (Eupatorium fistulosum)
wunderbares Spiel von Licht und Schatten  (Berggarten Hannover)
Prachtspiere (Astilbe) und Farne neben Gehölzen: ein wunderbares Spiel von Licht und Schatten auf dem Weg zum Rhododendronhain

Am Moorteich

Auch am Moorteich gibt es helle und schattigere Partien. Im Moormilieu fühlen sich säureliebende Pflanzen wohl. Von Baumstämmen begrenzte Mulchwege geben ein angenehm weiches Trittgefühl.

Der Moorteich, umgeben von Binsen (Berggarten Hannover)
Der Moorteich, umgeben von Binsen
Weiche Mulchwege am Wasser entlang. (Berggarten Hannover)
Weiche Mulchwege führen nah am Wasser entlang.

Ein schattiger Bereich zwischen Moor und Heide

Verschiedene Blatt- und Nadelfarben, Texturen und Wuchsformen (Berggarten Hannover)
Auch ohne Blüten schön: verschiedene Blatt- und Nadelfarben, Texturen und Wuchsformen
Ein Mosaik aus Laubformen (Berggarten Hannover)
Ein Mosaik aus Laubformen im Schatten: Clintons Wurmfarn (Dryopteris clintoniana, links) – gefiedert, Breitblattsegge (Carex plantaginea, vorn) – breit lanzettlich, Japanisches Berggras (Hakonechloa macra „Aureola“, Mitte) – schmal lanzettlich und gelbgrün gestreift und die kleinen, runden, dunkelgrün glänzenden Blätter der Haselwurz (Asarum europaeum, rechts)

Heidelandschaft

Birken, verschiedene Gräser, der Hängewacholder „Horstmann“ (Juniperus communis „Horstmann“) und die Besenheide (Calluna vulgaris) prägen das Bild der Heidelandschaft im Berggarten.

Mit dem Pink der Besenheide harmoniert der Blutweiderich (Berggarten Hannover)
Mit dem Pink der Besenheide harmoniert der Blutweiderich (Lythrum salicaria) mit seinen aufrechten, kerzenförmigen Blütenständen.
Blutweiderich (Berggarten Hannover)
Der Blutweiderich aus der Nähe

Blumenwiese und Staudengrund

Prachtspiere (Astilbe), Sonnenhut (Rudbeckia) und Kugeldisteln (Echinops ritro) (Berggarten Hannover)
Prachtspiere (Astilbe), Sonnenhut (Rudbeckia) und im Hintergrund Kugeldisteln (Echinops ritro)
Blüten des Schwarzen Germers (Veratrum nigrum) (Berggarten Hannover)
Blüten des Schwarzen Germers (Veratrum nigrum) mit Argentinischem Eisenkraut (Verbena bonariensis) und roter Montbretie (Crocosmia) im Hintergrund
Höhenstaffelung verschiedener Staudendrifts (Berggarten Hannover)
Höhenstaffelung: Vorn ein gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida var. deamii), in der Mitte violette Engelwurz (Angelica gigas) und Kerzen-Knöterich (Persicaria amplexicaulis „Speciosum“) und im Hintergrund die Durchwachsene Becherpflanze (Silphium perfoliatum)
Schildblatt und Kastanienblättriges Schaublatt säumen einen Weg  (Berggarten Hannover)
Schildblatt (Darmera peltata, links) und Kastanienblättriges Schaublatt (Rodgersia aesculifolia, rechts) säumen den Weg am Rand des Bachlaufes.
Durchblick über den Bachlauf zur Lindenallee (Berggarten Hannover)
Ein schönes Plätzchen: Durchblick über den Bachlauf zur Lindenallee
Fruchtstände des Aronstabs (Arum italicum) färben sich rot (Berggarten Hannover)
Die Fruchtstände des Aronstabs (Arum italicum) neben der Goldsegge (Carex „Evergold“) beginnen sich leuchtend rot zu färben.

Mausoleum und Lindenallee

Mausoleum im Berggarten Hannover
Unter mächtigen Eichen sind im Mausoleum adlige Hannoveraner bestattet, unter anderem Kurfürstin Sophie und König Georg I von England.
Lindenallee im Berggarten Hannover
Die Lindenallee bildet eine Sichtachse, die auf das Mausoleum zuführt.
Blick über die Parklandschaft (Berggarten Hannover)
Blick über die Parklandschaft
Einjähriger Sonnenhut (Rudbeckia hirta "Indian Summer"), Chinaschilf (Miscanthus sinensis) und Zartes Federgras (Stipa tenuissima) (Berggarten Hannover)
Am Ausgang: Einjähriger Sonnenhut (Rudbeckia hirta „Indian Summer“), Chinaschilf (Miscanthus sinensis) und Zartes Federgras (Stipa tenuissima)

Der Berggarten umfasst ein großzügiges Gelände und wir waren lange bei hochsommerlichen Temperaturen unterwegs. Da schmeckte uns ein kühles Radler zum Abschluss des Besuchs umso besser!

Herrenhäuser Pilsener Glas
Mit dem Niedersachsenpferd: Ein kühles Radler haben wir uns jetzt verdient – Aaaaaah!

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