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Ein Flechtzaun aus Weide

9. Mai 2021

In England haben größere Gärten häufig eine „Nuttery“, einen Bereich, in dem Haselnüsse wachsen. Aus deren Ruten werden traditionell Zäune und Stützen für Stauden hergestellt. Der Zaun unten in einem Garten in Südengland, der links und rechts den Weg begleitet, diente uns als Anregung für unsere Zäune.

Ein Flechtzaun aus Haselruten begrenzt einen Weg
Flechtzaun aus Haselruten (Manor House, Upton Grey, Hampshire)

Für einen Haselnusshain haben wir keinen Platz, dafür aber nette Nachbarn mit Weiden, bei denen wir uns die Ruten schneiden dürfen.
Ein Zaun begrenzt unser Grundstück nach hinten zum städtischen Grün mit Rad- und Fußweg. Ein zweiter, höherer Zaun begrenzt zusammen mit einem Rosenbogen einen Gartenraum innerhalb unseres Gartens.

Zaun mit Pfählen aus Weide


Unsere ersten Zäune hatten Pfähle aus Weide, die dann mit den Weidenruten durchflochten wurden. Das sah gut aus und passte zum Stil unseres Gartens.

Weidenstücke für einen Flechtzaun werden aufrecht in den Boden gesteckt
Die Weidenstücke werden aufrecht in den Boden gesteckt …
Weidenpfähle werden für einen Weidenzaun mit langen Ruten durchflochten.
… und mit langen Ruten durchflochten.
Gartenzaun aus Weidenruten
Im Frühling ist noch viel vom Zaun zu sehen
Ein romantisch mit einer Rose bewachsener Zaun
Bewachsen wirkte der Zaun sehr romantisch.
Niedriger Flechtzaun aus Weide als Grundstücksbegrenzung
Der Zaun zum städtischen Grundstück

Anfangs schlugen die Weiden aus und alles neue Grün musste entfernt werden, da der Zaun schmal bleiben sollte und wir keine lebenden Weiden wollten, die wir hätten schneiden müssen. Bei dieser Variante verrotten die Pfähle mit der Zeit und müssen nach einigen Jahren ersetzt werden.

Weidenzaun mit Pfählen aus Eisen in Rostoptik

Bei einem Besuch in der Staudengärtnerei Gaißmayer sahen wir dann Flechtzäune mit eisernen Pfählen, die uns gut gefielen:

Flechtzaun mit Eisenpfählen
Flechtzaun mit Eisenpfählen (Schaugarten der Gärtnerei Gaißmayer)

Als unsere Pfähle wieder ersetzt werden mussten, hat mein Mann in unseren Zäunen Baustahlstäbe mit 2 cm Durchmesser verwendet. Mit ihrer Rostoptik passen sie gut zum Rosenbogen und zu den Rankgerüsten in unserem Garten. Nun werden nur noch bei Bedarf die waagerechten Weidenruten neu eingeflochten.

So sieht der Zaun mit den Eisenstäben nun aus.
Rose und Klematis vom Rosenbogen erobern den Flechtzaun.
Rose und Klematis vom Rosenbogen erobern auch den Flechtzaun.

Material für einen Weidenzaun beschaffen

Wenn die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs die Weiden hinter unserem Grundstück schneiden, darf ich mir auch dort Ruten holen. Wenn ihr also solch einen Zaun herstellen möchtet, haltet einfach die Augen offen, wo Weiden geschnitten werden. Wenn ihr freundlich fragt, habt ihr gute Chancen, das Material kostenlos zu bekommen. Vielleicht hat auch jemand in eurer Nachbarschaft Weidenschnitt abzugeben.

Einen lebenden Weidenzaun herstellen

Wer Platz für einen breiteren Zaun hat, kann Weidenpfähle in den Boden schlagen, die dann wieder ausschlagen. Alle frischen Zweige werden dann regelmäßig in den Zaun eingeflochten, sodass ein lebender Zaun entsteht. Das wirkt sehr natürlich und attraktiv, ist aber arbeitsintensiver.
Noch eine weitere hübsche Variante haben wir in England gesehen: frische Ruten werden in den Boden gesteckt und rautenförmig miteinander verbunden. Natürlich werden auch sie mit der Zeit dicker und auch hier muss viel geschnitten werden.

Lebender Zaun aus rautenförmig miteinander verbundenen Weidenruten
Ein lebender Zaun aus rautenförmig miteinander verbundenen Ruten. (Gesehen im RHS Garten Wakehurst, Sussex)

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