Pflanzenporträts

Hohe Fetthennen

1. September 2020
Die Prächtige Fetthenne "Brilliant" (Hylotelephium  spectabile "Brilliant")
Die Prächtige Fetthenne „Brilliant“ (Hylotelephium spectabile „Brilliant“)

In diesem Beitrag geht es um die Hohe Fetthenne (Hylotelephium telephium-Hybriden) und die Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile), beide werden oft auch einfach als Hohe Fetthennen zusammengefasst. Sie gehören zu den Fettblattgewächsen (Crassulaceae). Die horstbildenden Stauden tragen im Spätsommer große Dolden winziger sternförmiger Blüten und harmonieren mit vielen anderen Pflanzen.

Warum ich Fetthennen so mag

Ich liebe Fetthennen. Erst einmal ist der Name schon schön … Wen kann man schon „Fette Henne“ nennen, ohne dass sie gleich beleidigt ist?
Dann mag ich ihren Austrieb im Frühling. Sie bildet so schöne ordentliche Horste, die einfach hübsch aussehen, lange, bevor an Blüten überhaupt zu denken ist.

Fetthenne im Austrieb zwischen Gräsern im April
Fetthenne im Austrieb zwischen Gräsern im April

Dann erscheinen die Knospen wiederum in ordentlichen halbrunden Dolden und wirken auch bevor sie sich öffnen schon so gut wie Blüten.

Anfang Juli erscheinen die ersten Knospen
Anfang Juli erscheinen die Knospen
Fetthenne im Juli mit  weißem Sonnenhut (Echinacea purpurea), Zartem Federgras (Stipa tenuissima) und Steppensalbei (Salvia nemorosa) (Gartenschau  Bad Lippspringe)
Fetthenne im Juli mit weißem Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea), Zartem Federgras (Stipa tenuissima) und Steppensalbei (Salvia nemorosa) (Gartenschau Bad Lippspringe)
Hier Mitte Juli mit Kugellauch (Allium sphaerocephalon) und Storchschnabel (Geranium "Rozanne")
Hier Mitte Juli mit Kugellauch (Allium sphaerocephalon) und Storchschnabel (Geranium „Rozanne“) (Gartenschau Bad Lippspringe)

Im Spätsommer öffnen sich dann die Knospen zu winzigen Blütchen, die in den Dolden eng beieinander stehen. Sie eignen sich gut als Schnittblumen und sind in der Vase lange haltbar. Und sie ziehen Insekten magisch an!

Biene und Schmetterling auf einer Fetthennenblüte
Aus der Nähe betrachtet wirken die Blüten der Fetthenne „Brilliant“ geradezu flauschig. Sie sind wichtige Futterlieferanten für Bienen und Schmetterlinge.

Schließlich zieren auch die Samenstände im Herbst und Winter noch im Garten. Die Samen bieten den Tieren Nahrung und die standfesten, haltbaren Dolden sehen mit einem Hauch von Reif oder einem Häubchen aus Schnee besonders schön aus.


Kurz – Hohe Fetthennen sind das ganze Jahr über schön und eine Bereicherung im Garten. Für mich sind sie unverzichtbar. Dürfte ich nur drei Pflanzen im Garten haben, … … – nein, das kann man nicht von mir verlangen!

Was passt zur Fetthenne?

Partner:
Passende Partner sind vor allem Spätsommer- und Herbstblüher, die die Fetthenne von August bis Oktober begleiten. Dazu gehören der gelbe Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) oder der etwas zierlichere Missouri-Sonnenhut (Rudbeckia missouriensis) sowie der einjährige Raue Sonnenhut (Rudbeckia hirta), der von Juli bis zum ersten Frost blüht. Von den Astern bieten sich die höheren für den Hintergrund und die Kissenastern für den Vordergrund der Fetthenne an, gut passen weiße oder violette Astern. Rosa Astern wie die höheren Glattblatt-Astern „Rosaperle“ (Aster novi-belgii „Rosaperle“) oder „Rosa Sieger“ oder die niedrige Kissenaster „Wood’s Pink“ (Aster dumosus „Wood’s Pink“) nehmen den Farbton der rosa Fetthennen auf.
Zarte violette Begleiter sind Blauraute (Perovskia atriplicifolia) und Argentinisches Eisenkraut (Verbena bonariensis).
Schöne Kombinationen schafft ihr mit Dahlien.
Als graulaubige Beetrandstauden eignen sich Silberimmortelle (Anaphalis triplinervis) und Wollziest (Stachys byzantina).
Gut passen auch Gräser wie Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides z.B. „Hameln“ oder „Little Bunny“), Zartes Federgras (Stipa tenuissima) oder der Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens), die die Fetthenne auch im Winter noch begleiten.
Fetthennen sind soooo vielseitig!

Blütezeit: August bis September/Oktober, je nach Sorte
Licht: volle Sonne
Boden: durchlässig, eher trocken und nicht zu nährstoffreich
Sonstiges: Insektenweide, Vögel fressen Samen
Pflege: Die Hohen Fetthennen sind pflegeleicht und verzeihen Vernachlässigung. Düngen ist nicht erforderlich und führt eher zum Auseinanderfallen der Horste.
(Der botanische Name der Hohen Fetthennen wurde übrigens von „Sedum“ in „Hylotelephium“ geändert. Vielleicht bin ich unflexibel, aber irgendwie fand ich „Sedum“ schöner …)

Kombinationen mit Hohen Fetthennen

Hylotelephium mit Duftnessel (Agastache) und Aster im August
Hylotelephium mit Duftnessel (Agastache) und Aster im August
Ton in Ton-Paar: die Prächtige Fetthenne "Brilliant" (Hylotelephium spectabile "Brilliant") mit Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea)
Ton in Ton-Paar: die Prächtige Fetthenne „Brilliant“ (Hylotelephium spectabile „Brilliant“) mit Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea)
Gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) mit Fetthenne "Brilliant". Die schmalen, aufrechten Blätter der Deutschen Schwertlilie (Iris germanica) geben Struktur.
Gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) mit Fetthenne „Brilliant“. Die schmalen, aufrechten Blätter der Deutschen Schwertlilie (Iris germanica) geben Struktur.

Verschiedene weitere Sorten der hohen Fetthenne

Die Prächtige Fetthenne "Stardust" (Hylotelephium spectabile "Stardust") (hier noch knospig) blüht weiß und wird 40-50 cm hoch und 30-40 cm breit.
Die Prächtige Fetthenne „Stardust“ (Hylotelephium spectabile „Stardust“) (hier noch knospig) blüht weiß und wird 40-50 cm hoch und 30-40 cm breit.
Die Hohe Fetthenne "Matrona" (Hylotelephium telephium "Matrona")
Die Hohe Fetthenne „Matrona“ (Hylotelephium telephium „Matrona“)
Die Purpur-Fetthenne "Purple Emperor" (Hylotelephium "Purple Emperor") mit dunkel rotvioletten Blättern
Die Purpur-Fetthenne „Purple Emperor“ (Hylotelephium „Purple Emperor“) mit dunkel rotvioletten Blättern wird etwa 30-40 cm hoch und 45 cm breit.
Salbei (Salvia officinalis) mit der Fetthenne "Red Cauli" (Hylotelephium telephium ssp. ruprechtii "Red Cauli"): das kühle Silber des Salbeis ist ein erfrischender Gegenpol zu den violetten Blättern und roten Blüten.
Salbei (Salvia officinalis) mit der Fetthenne „Red Cauli“ (Hylotelephium telephium ssp. ruprechtii „Red Cauli“): das kühle Silber des Salbeis ist ein erfrischender Gegenpol zu den violetten Blättern und roten Blüten.

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