Gartenjahr

Zwiebeln verstecken

8. Oktober 2020
So viel strahlendes Sonnengelb macht einfach gute Laune! (Großkronige Narzissen „Carlton“ im botanischen Garten München)

Blumenzwiebeln stecken ist eine feine Sache! Wenn im Herbst im Garten praktisch alles getan ist, können wir in Ruhe planen, wo im Frühjahr neue Zwiebelblüher wachsen sollen. Dann werden die Zwiebeln besorgt, versteckt, einfach sich selbst überlassen und wir erwarten voller Vorfreude den Frühling!

Wie werden Blumenzwiebeln gesteckt?

Beim Kauf solltet ihr nur feste, heile Zwiebeln aussuchen. Bis zum Pflanzen möchten sie luftig und kühl aufbewahrt werden.

Damit die Pflanzung locker wirkt und nicht steif, steckt ihr in unregelmäßigen Tuffs oder Drifts. Lasst die Zwiebeln auf den Boden fallen und steckt sie da, wo sie hinfallen. Den Mindestabstand, der auf der Verpackung empfohlen wird, solltet ihr dabei allerdings einhalten. Kleinere Mengen Zwiebeln werden in ungerader Zahl gesetzt. Nun ja, mit der ungeraden Zahl ist das so eine Sache: die Wühlmäuse schert das (heißen sie deshalb auch „Schermäuse“?) leider überhaupt nicht und sie fressen einfach soviel sie mögen, ganz egal ob eine gerade oder ungerade Zahl übrigbleibt …

Die Pflanztiefe für die Blumenzwiebeln ist auch auf der Verpackung angegeben. Als Faustregel gilt: die Zwiebel soll um das Zweifache ihrer Höhe mit Erde bedeckt sein. Ist die Zwiebel 5 cm hoch, soll sie also 10 cm unter der Erdoberfläche liegen. Das spitze Ende zeigt dabei nach oben. Wenn einmal eine Zwiebel anders liegt, ist das aber nicht dramatisch, notfalls sucht sich das Pflänzchen seinen Weg seitlich nach oben – Pflanzen wissen schon, wo oben und unten ist.

Der richtige Standort für Zwiebelpflanzen

Schon wieder „die richtige Pflanze am richtigen Ort?“ – Ja, auch Zwiebelpflanzen haben unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort.
Die einen kommen gut mit einem Platz unter laubabwerfenden Bäumen zurecht, wie zum Beispiel Schneeglöckchen (Galanthus), Winterlinge (Eranthis hyemalis) oder Krokusse. Solange die Bäume im Frühjahr noch keine Blätter haben, gelangt viel Licht auf den Boden und die Pflanzen gedeihen im Sonnenschein. Wenn dann im Mai das Blätterdach den Boden beschattet, sind die frühen Zwiebelpflanzen verblüht und haben für das kommende Jahr schon wieder Energie getankt und in die Zwiebel eingelagert. Sie ziehen sich für den Rest des Jahres in den Boden zurück.
Andere möchten sonnig und trocken stehen. Die meisten Tulpen z.B. brauchen einen Platz in der vollen Sonne und einen durchlässigen, nährstoffreichen Boden. In nassem Boden können die Zwiebeln faulen.
Prärielilien (Camassia) und Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) dagegen mögen es gern feuchter.

Wie kaschiert man gelbe Blätter von Zwiebelpflanzen?

Das Laub der Zwiebelpflanzen muss nach der Blüte stehenbleiben, bis es vergilbt ist, damit die Zwiebel Kraft für die nächste Saison tanken kann. Leider sind die Pflanzen oft schon eine ganze Weile verblüht, bis die Blätter ganz verwelkt und damit reif für den Rückschnitt sind.
Um diese unansehnlichen Reste zu verstecken, gibt es einen einfachen Trick: setzt die Zwiebeln zwischen Stauden, die erst dann ihre volle Höhe erreichen, wenn die Zwiebelpflanzen schon geblüht haben. So kommen die Frühblüher gut zur Geltung, bevor ihre Begleiter das gelbe Laub verdecken, die Lücken im Beet allmählich schließen und dann selbst ihren großen Auftritt haben. Das Frühlingsbeet sieht auch viel natürlicher aus, wenn hohe Zwiebelpflanzen wie Tulpen oder Narzissen von niedrigeren Pflanzen umschmeichelt werden.
Die Stängel mit den verblühten Blüten dürft ihr schon vorher abschneiden, so verbraucht die Pflanze keine Energie für die Ausbildung von Samen.

Die Tulpen „Elegant Lady“ und „Negrita“ zwischen Taglilien und Katzenminze. Nach dem Verblühen wird das gelbe Laub von den Taglilien verdeckt.

Puschkinien (Puschkinia scilloides var. libanotica) zwischen dem frischen Austrieb eines rotlaubigen Storchschnabels (Geranium „Dark Reiter“). Der Storchschnabel wird die Puschkinien nach deren Blütezeit einfach überwachsen.

Allium „Globemaster“ schaut aus dichtem Blattwerk heraus. Sein Laub ist schon gelb, wenn sich seine Blüten zeigen. So eingebettet in das „geborgte Grün“ der Staude ist es nicht zu sehen.
Der rote Austrieb der Pfingstrose harmoniert mit den blauen Blüten der Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum). Wenn die Zwiebelpflanze verblüht ist, überdeckt das Laub der Pfingstrose das vergilbende Laub.

Die Masse macht’s

Schon einige wenige Farbtupfer machen uns nach dem langen, farblosen Winter Freude. Doch je mehr Zwiebeln von einer Sorte gesteckt werden, desto größer ist die Wirkung – auch wenn sich in einem privaten Garten wohl kaum solche üppigen Zwiebelpflanzungen realisieren lassen:

Großzügige Tulpenpflanzung auf der Floriade in Venlo 2012

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