Pflanzenporträts

Zauberhafte Akeleien

2. Mai 2021
Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris)  in rosa
Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris)

Die Akeleien sind zauberhafte, anmutige Gestalten in unserem Garten. Wer sie einmal gepflanzt hat, dem bleiben sie treu – vorausgesetzt, dass sie geeignete Bedingungen vorfinden. Sie sind zwar kurzlebig, doch säen sie sich von selbst aus und sorgen damit immer wieder für Überraschungen. Zum Einen, weil sie oft andere Blüten haben als ihre Elternpflanzen, zum Anderen, weil sie an unerwarteten Stellen erscheinen und ganz neue Kombinationen im Garten erschaffen. Bienen und Hummeln lieben Akeleien.

Die Akeleien gehören zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae). Sie sind buschig wachsende, horstbildende Stauden.
Die Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris) möchte einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit frischem bis feuchtem Boden, an den sie sonst keine besonderen Ansprüche stellt. Die attraktiven Blätter sind fein geteilt und gerundet mit einem bläulich-grünen Schimmer. Die zarten glockenförmigen Blüten der Art haben kurze, am Ende gekrümmte Sporne und sitzen im Mai und Juni anmutig an aufrechten Stängeln über dem Laub. Es gibt sie in Rosa-, Rot-, Violett- und Blautönen.
Darüber hinaus gibt es verschiedene Sorten der gewöhnlichen Akelei und andere Arten in weiteren Farben, mit gefüllten Blüten und solche ohne Sporn (s.u.).
In England heißen die Akeleien unter anderem Granny’s Bonnet – Großmutters Haube, ich finde, das passt ganz allerliebst zu ihnen!

Partner:
Schöne Kombinationen entstehen mit Stauden wie Sterndolden (Astrantia major ), Frühlingsmargeriten (Doronicum orientale), Pfingstrosen (Paeonia) und Tränenden Herzen (Lamprocapnos spectabilis). Elegant wirken weiße Akeleien neben Pfingstrosen oder Tränenden Herzen in der gleichen Farbe. Bergenien (Bergenia) blühen nicht nur im Mai zusammen mit der Aquilegia, neben ihrem groben Laub kommen auch deren zierlich geteilte Blätter gut zur Geltung. Auch für Rosen sind Akeleien gute Partnerinnen.
Zusammen mit dem zweijährigen Fingerhut (Digitalis purpurea) entstehen in mit Sträuchern gemischten Halbschattenpflanzungen zauberhafte, natürlich wirkende Bilder. Die ebenfalls zweijährigen Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) passen mit ihrem zarten Blau zu Akeleien in jeder Farbe.
Aber lasst euch überraschen: wenn ihr Akeleien in euren Garten pflanzt und ihnen das Versamen erlaubt, werden sie sich auf den Weg machen und sich ihre Partner selbst aussuchen!

Blütezeit: Mai bis Juni
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: normaler Gartenboden, frisch bis feucht
Höhe: 50-60 cm
Breite: 30-40 cm
Sonstiges: Schnittblume, Insektenweide, „Gartenwanderer“. Akeleien sind giftig.
Pflege: Wenn sie sich nicht versamen sollen, solltet ihr Verblühtes zurückschneiden.

Akelei-Sämlinge in unserem Garten

Zufallskombination: pinkfarbene Akelei  (Aquilegia vulgaris) mit hellgrünem Farn
Hier gefällt mir besonders die Zusammenstellung mit dem feinen, hellgrünen Laub des Farns.
Violette Akelei (Aquilegia vulgaris) mit leuchtend gelbem Steinkraut (Aurinia saxatilis)
Die dunkel violetten Blüten bilden einen starken Kontrast zu dem gelben Steinkraut (Aurinia saxatilis).
 Akelei (Aquilegia vulgaris) mit Vergissmeinnicht und pinken Tulpen
Noch nicht ganz erblüht: das kräftige Dunkelrot passt gut zu den pinkfarbenen Tulpen und den hellblauen Vergissmeinnicht im Hintergrund.
Akelei (Aquilegia vulgaris) mit zweifarbiger Blüte
Diese hat eine zweifarbige Blüte …
Akelei (Aquilegia vulgaris) in zartem Rosa
… und noch eine in zartem Pastell
Dunkelblaue Akelei (Aquilegia vulgaris) mit hellblauen Vergissmeinnicht
Akelei und Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) passen immer!

Eine Auswahl verschiedener Akeleien

Zur Gattung der Akeleien gehören neben der Gewöhnlichen Akelei noch viele weitere Arten. Hier ist eine Auswahl, die wir in verschiedenen Gärten gesehen haben:

Spornlose Akelei (Aquilegia vulgaris) "Green Apples"
Aquilegia vulgaris „Green Apples“: die spornlosen Blüten dieser Sorte „tanzen“ an den Stielen! (Botanischer Garten Gütersloh)
Akelei "Black Barlow" (Aquilegia vulgaris "Black Barlow")
Die Sorte „Black Barlow“ (Aquilegia vulgaris „Black Barlow“) hat gefüllte, spornlose Blüten in tiefem Dunkelrot.
Wundervolles Blau: eine Alpen-Akelei (Aquilegia alpina)
Wundervolles, klares Blau: eine Alpen-Akelei (Aquilegia alpina) (Berggarten Hannover)
Langspornige Akelei (Aquilegia chrysantha) "Yellow Queen"
Eine Langspornige Akelei (Aquilegia chrysantha) „Yellow Queen“: die Sporne sind dynamisch geschwungen. (Berggarten Hannover)
Die Langspornige Akelei "Kristall" (Aquilegia caerulea "Kristall")
Die Langspornige Akelei „Kristall“ (Aquilegia caerulea „Kristall“) blüht strahlend weiß. (Berggarten Hannover)
Kanadische Akelei (Aquilegia canadensis ) mit roten Blüten und langen Spornen
Eine Kanadische Akelei (Aquilegia canadensis ) mit roten Blüten und langen Spornen. Die gelbe Mitte ist hier noch nicht zu sehen. (Botanischer Garten Würzburg)
Zauberhafte Zwergakelei (Aquilegia flabellata var. pumila) mit gedrungenem Wuchs
Eine zauberhafte Zwergakelei (Aquilegia flabellata var. pumila) mit gedrungenem Wuchs, die gut in Steingärten passt. (Botanischer Garten München)

Bei uns im Garten haben sich die Akeleien schon gut entwickelt, über dem schönen Blattwerk stehen die Knospen in den Startlöchern und ich bin gespannt, welche Blütenüberraschungen sich in diesem Jahr zeigen werden.
Habt ihr Akeleien im Garten? Schreibt mir doch in den Kommentaren, welche eure liebsten sind und welche Kombinationen euch am besten gefallen!

4 Kommentare

  • Antwort Renate Zickenheimer 7. Mai 2021 at 14:39

    Liebe Susanna, was für ein hübscher Artikel über meine Lieblingsstaude, die Akelei. Das heißt im Moment bringt sie mich eher zur Verzweiflung, da ich gerade eine Gesamtaufstellung und einzelne Porträts vorbereite für Wurzerlsgarten, aber auch für meine GdS-Fachgruppen-Seite Aquilegia & Thalictrum. Akeleien, die ich nicht sofort nach dem fotografieren beschriftet habe, rächen sich jetzt ganz banal, indem sie sich plötzlich alle zum Verwechseln ähnlich sehen (tun sie teilweise auch). Die meisten Probleme habe ich mit der Farbe gelb (da gibt es chrysantha und caerulea Hybriden, alle langspornig. Leider werden sehr viele Fotos im Internet falsch beschriftet, so dass das nicht wirklich zur Namenszuordnung brauchbar ist. Nun ist in Deinem Bericht auch eine gelbe Schönheit vertreten. Die langspornige Akelei (Aquilegia chrysantha) „Yellow Queen“ hast Du im Berggarten Hannover fotografiert. Meine Frage, ist die Sortenbezeichnung gesichert, z.B. mit Namensschild des Berggartens, oder hast Du versucht, das im Internet zu finden. Diese Farbvariante habe ich nämlich als A. caerulea ‚Maxi‘ vorsortiert. Die A. chrysantha ‚Yellow Queen‘ ist in meinem Ordner ziemlich reingelb. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir da weiterhelfen könntest und wünsche Dir ein wunderbares Mai-Wochenende. LG Wurzerl

    • Antwort Susanna 7. Mai 2021 at 23:13

      Liebe Renate,
      die „Yellow Queen“ war in Hannover mit einem Schild bezeichnet und ich habe sie auch in Hyde Hall (auch beschildert) fotografiert. Dort sieht sie sehr ähnlich aus, die Kelchblätter sind vielleicht ein bisschen mehr gekräuselt. Ansonsten sind sie bei beiden deutlich blasser und heller gelb als die Kronblätter. Nun hat mich deine Frage veranlasst, ein wenig zu recherchieren: das ist ja wirklich verwirrend … Die Einen bezeichnen „Yellow Queen“ als zitronengelb, die Anderen „Maxi“. Die Gärtnerei Gaissmayer bietet eine Aquilegia Caerulea-Hybride ‚Maxi‘ – Gelbe Akelei mit dem Untertitel ‚Yellow Queen‘ an.
      Ich bin gespannt, ob du mehr herausfindest! Dir auch ein schönes Wochenende,
      liebe Grüße,
      Susanna

  • Antwort Renate Zickenheimer 8. Mai 2021 at 11:43

    Lach, suuuper, das hat es mir nun nicht leichter gemacht. Und Du bist über genau die gleichen „Gockel“-Fallen gestolpert wie ich. Generell vertraue ich jetzt realen Schildern mehr, als Google. Darum meine Frage an Dich. Ich habe langsam den Verdacht, als ob natürlich die Variante Hell dunkelgelb der Wahrheit entspricht. Die reingelben Varianten könnten sowohl eine Verwechslung mit ‚Denver Gold‘ sein oder sogar zumindest teilweise mit mit der Art chrysantha zu tun haben (die man leider artenrein kaum mehr in Gärten findet). Es reicht ja eine vielbesuchte Seite mit einem falsch bezeichneten Foto und schon schwirrt ein falscher Zwilling durch das Netz, der dann brav weiter abgeschrieben wird. Also ich bin weiter am Ball und werde bald zumindest mal die ersten Einzelporträts posten (leider noch ganz ohne gelb). Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende. Wurzerl

    • Antwort Susanna 8. Mai 2021 at 14:01

      Mir fiel dazu noch die Diskussion um die Storchschnäbel Geranium „Rozanne“ und „Jolly Bee“ ein, die sich am Ende als identisch herausstellten. Wer hat bei all den Hybriden noch den Überblick? Oder die Eisenhüte der Aconitum carmichaelii Arendsii-Gruppe, in der man nicht mehr in Sorten einteilt, weil sie, aus Samen gezogen, nicht gleich ausfallen. Genieß die Sonne,
      Susanna

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