Pflanzenporträts

Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata)

20. Juni 2021
Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata)
Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata)
Zarte sternförmige Blüten tanzen über der Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata)

Ihr Lieben,
wir haben Ende Mai, die Funkien haben ihre Blätter längst voll entfaltet, über den Beeten schweben die hohen Zierlauche und bei uns im Garten haben die ersten Rosen ihre Knospen geöffnet. Ich freue mich jetzt auf die Blüten der Dreiblattspiere, die eine perfekte Rosenbegleiterin ist.

Die Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die sommergrüne horstbildende Staude mit aufrechtem Wuchs bereichert das Gartenbild fast das ganze Jahr über. Eigentlich verwunderlich, dass dies elegante Schönheit in unseren Gärten noch wenig verwendet wird.
Im Frühling treibt die Pflanze rötlich aus. Im Juni und Juli erscheinen die zarten, strahlend weißen, sternförmigen Blüten an drahtigen Stielen und tanzen wie Schmetterlinge über der Dreiblattspiere. Die rötlichen Blütenkelche kontrastieren hübsch mit ihnen und sind nach dem Verblühen noch interessante Farbtupfer. Das Laub ist mittelgrün, aus drei länglichen Teilblättern zusammengesetzt und bekommt durch die Blattnerven eine attraktive Textur. Im Herbst färben sich die Blätter leuchtend gelb bis orange und wirken zusammen mit im Herbst blühenden oder ebenfalls laubfärbenden Pflanzen noch einmal bereichernd im Beet. Für den Winter bleiben uns die kleinen Samenstände.

Die Staude wirkt insgesamt zierlich und romantisch. Sie ist geeignet für Beete und gemischte Rabatten, sie wirkt natürlich am Gehölzrand und passt in Bauerngärten und weiße Beete. Eine gute Wirkung erzielt man durch die Pflanzung in größeren Gruppen oder Drifts. Die englische Gartenschriftstellerin Val Bourne bezeichnet sie als "das schattige Pendant zum Schleierkraut".

Gillenia trifoliata gedeiht am besten im Halbschatten auf normalem, durchlässigem Gartenboden. Sie ist zuverlässig winterhart, braucht kaum Pflege und kann lange am selben Platz stehen bleiben.

Die Dreiblattspiere in unserem Garten

Bei uns im Garten steht die Dreiblattspiere unter anderem im halbschattigen Gartenzimmer an der Schaukelbank.

Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata)
Die Dreiblattspiere wächst aufrecht und buschig

Mit dem weißbunten Hartriegel (Cornus alba 'Elegantissima'), dem Bauernjasmin (Philadelphus coronarius) und anderen überwiegend weißen Blüten ist hier ein kleiner weißer Garten entstanden. Einige rosa Blüten von Gartenwanderern wie Akelei und Fingerhut steuern die notwendigen kleinen Farbtupfer bei.

Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata) in einem weißen Beet
Ein fast weißer Gartenteil: Dreiblattspiere (links) mit Bauernjasmin, Weißbuntem Hartriegel, Waldgeißbart (Aruncus dioicus), Fingerhut (Digitalis purpurea) und Waldmeister (Galium odoratum, vorn)

Im Herbst ergänzt das gefärbte Laub der Dreiblattspiere die Blüten des Scheckenknöterichs und der Hortensie.

Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata) in gelboranger Herbstfärbung
Gelborange leuchten die Blätter der Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata) im Herbst neben den späten Blüten von Scheckenknöterich (Polygonum affine) und der Hortensie "The Bride".

Im letzten Jahr habe ich die Sorte 'Pink Profusion' entdeckt, die mir in einem Schaugarten mit leisem Stimmchen nachrief: "Nimm mich miiiit! Ich bin soooo hübsch!" Was soll ich sagen … sie zog bei uns ein und ich bin gespannt, wie sie sich entwickelt.

Dreiblattspiere "Pink Profusion"  (Gillenia trifoliata "Pink Profusion"
Die Sorte "Pink Profusion" hat zartrosa angehauchte Blüten

Was passt zur Dreiblattspiere?

Die Dreiblattspiere passt zu Rosen, Katzenminze (Nepeta), Storchschnabel (Geranium) und Sterndolden (Astrantia). Gut wirkt sie neben anderen weißblühenden Stauden wie weißem Storchschnabel (z.B. Geranium sanguineum 'Album') und Pfirsichblättriger Glockenblume (Campanula persicifolia 'Alba') und ihre Zartheit wird unterstrichen in Gesellschaft der großen Blüten von Edel-Pfingstrosen (Paeonia lactiflora). In der Sonne sind auch Stauden mit silbrigem Laub wie Vexiernelke (Silene coronaria) oder Beifuß (Artemisia) gute Partner.
Kühl und edel wirkt die weiße Gillenia zusammen mit blauen Blüten wie denen von der Pfirsichblättrigen Glockenblume (Campanula persicifolia) oder Blauem Eisenhut (Aconitum napellus).
Auch hoher Zierlauch ist ein schöner Partner. Mir gefällt besonders der Granat-Kugellauch (Allium atropurpureum) zur Dreiblattspiere, weil er farblich die roten Stiele und Blütenkelche aufnimmt. Ton in Ton passt zum Beispiel der Schwarze Lauch (Allium nigrum) mit seinen weißen Blüten.
Stimmige Kombinationen entstehen im Vordergrund von weißblühenden Gehölzen wie Bauernjasmin (Philadelphus coronarius) oder Ballhortensie ( z.B. Hydrangea 'Annabelle') sowie weißgrün panaschierten Sträuchern wie Weißbuntem Hartriegel (Cornus alba 'Elegantissima') oder Blattschmuckstauden mit Weißanteilen im Laub wie Lungenkraut (Pulmonaria) oder Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla 'Jack Frost' oder 'Variegata').
Das gefärbte Laub passt gut ins herbstliche Beet mit Astern, Dahlien und Gräsern.

Auf einen Blick
Blütezeit: Juni bis Juli
Licht: bevorzugt Halbschatten; sie kann auch sonnig stehen, benötigt dann aber genügend Feuchtigkeit und mag keine Mittagshitze
Boden: normaler frischer Gartenboden, durchlässig
Höhe: 60-80 cm
Breite: 40 cm
Sonstiges: attraktive Herbstfärbung, Schnittblume
Pflege: Bodentiefer Rückschnitt im späten Winter/frühen Frühjahr vor dem Neuaustrieb; Teilung zu groß gewordener Pflanzen im Frühling

Dass Pflanzen in der botanischen Nomenklatur umbenannt werden, wenn sie in eine andere Gattung eingeordnet werden, ist oft mühsam, weil man sich an die neuen Namen erst gewöhnen muss. Im Fall der Dreiblattspiere finde ich es aber ganz angemessen: der alte Name "Porteranthus trifoliatus" klingt viel zu grob für so eine grazile Erscheinung. "Gillenia trifoliata" wird ihrer anmutigen Ausstrahlung viel eher gerecht …

Die Dreiblattspiere in anderen Gärten

Schöne Kombinationen haben wir im weißen Garten von Sissinghurst gesehen, wo sich Dreiblattspiere und weiße Pfingstrose einmal mit weißem Storchschnabel (links) und einmal mit Vexiernelke (Silene coronaria) und weißen Weidenröschen (Epilobium angustifolium 'Album', rechts) Ton in Ton ergänzen.

Im Maximilianpark in Hamm fand ich die zauberhaft zarte Kombination aus Dreiblattspiere und dem Braunen Storchschnabel 'Raven'.

Hell-dunkel-Kontrast: Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata) mit braunem Storchschnabel (Geranium phaeum "Raven")
Grazile Blüten im Hell-dunkel-Kontrast: Gillenia trifoliata mit Braunem Storchschnabel (Geranium phaeum 'Raven') ( Maximilianpark Hamm)

In unserem Garten sieht man schon eine ganze Weile nur noch die Amselmännchen. Die Damen haben sich auf ihre Nester zurückgezogen und ich bin gespannt, ob die ersten Küken bald schlüpfen. Aus dem Meisenkasten in unserem Flieder ist schon hungriges Geschrei zu hören und Herr und Frau Meise schaffen eifrig Nahrung heran. Ich setze mich jetzt mal nach draußen und sehe ihnen ein bisschen zu – das könnte ich stundenlang tun.
Euch wünsche ich ein wunderschönes Wochenende und freue mich wie immer, wenn ihr mir unten einen Kommentar hinterlasst!
Liebe Grüße
Susanna

18 Kommentare

  • Antwort Anja 9. Januar 2022 at 11:06

    Auch bei mir wächst die Dreiblattspiere. Schön, dass sie immer mehr Liebhaber findet.

    • Antwort Susanna 9. Januar 2022 at 11:15

      Liebe Anja,
      ich habe sie in privaten Gärten noch nicht so häufig gesehen. Vielleicht, weil sie mit ihren zarten Blüten nicht jedem gleich ins Auge fällt, zumal die Rosen gleichzeitig blühen und ihr die Schau stehlen? Aber wenn man sie einmal im Garten hat, möchte man auf sie wohl nicht mehr verzichten! Liebe Grüße,
      Susanna

      • Antwort Petra Herbermann 7. Oktober 2022 at 11:18

        Bei meinen offenen Gartenpforten ist es die am meisten nachgefragte Pflanze und alle wollen sie haben , aber du hast recht, kennen tut sie kaum jemand .

        • Antwort Susanna 7. Oktober 2022 at 13:17

          Liebe Petra,
          sie ist so eine Hübsche – mich wundert auch, dass sie nicht bekannter ist. Bei dir sind mir die leuchtend roten Tuffs sofort ins Auge gefallen.
          Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende!
          liebe Grüße
          Susanna

  • Antwort Carole Risch 27. Mai 2022 at 9:41

    Liebe Susanna
    Danke für die ausführliche Präsentation, ich habe diese wunderbare Staude nicht gekannt und meines Wissens auch noch nie gesehen In weiß und rosa sieht sie traumfaft aus.
    Liebe Grüße
    Carole

    • Antwort Susanna 27. Mai 2022 at 16:07

      Liebe Carole,
      ich freue mich, wenn ich einer so erfahrenen Gärtnerin wie dir noch etwas Neues zeigen kann! Vielleicht zieht sie ja auch irgendwann in deinen Garten ein?
      Liebe Grüße
      Susanna

  • Antwort Olga von Preuschen 28. Mai 2022 at 6:38

    Liebe Susanna,

    ich habe die Staude ebenfalls noch nicht gekannt. Sie sieht sehr zart und besonders hübsch aus. Mal sehen, vielleicht passt sie bei uns im Garten als Rosenbegleiterin. Der Lavendel hat sich bei unseren Rosen ja nie wohl gefühlt. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, das Wetter scheint sich ja gebessert zu haben. Wir fahren gleich aufs Land, in unseren großen Garten. Einen kleinen Ausschnitt kannst du auf Instagram in meiner Story „old house“ sehen. Auch der große Rosenbusch auf meinem Account ist aus dem Garten am Rhein.

    Ganz liebe Grüße

    Olga

    • Antwort Susanna 28. Mai 2022 at 17:49

      Liebe Olga,
      mit Rosen gefällt mir die Dreiblattspiere besonders gut, sie würde dir bestimmt Freude machen. Allerdings ist sie deutlich höher als der Lavendel, da sind dann die Proportionen anders.
      Deinen Garten habe ich mir gerade angeschaut: er ist wunderschön und die Lage am Fluss ist etwas ganz Besonderes! Ich wünsche dir einen schönen Tag auf dem Land, genieß deinen Garten und das Wochenende!
      Liebe Grüße
      Susanna

  • Antwort Loretta Nießen 28. Mai 2022 at 7:35

    Liebe Susanna,
    letztes Jahr hat diese schöne Staude auch bei uns im Garten einen Platz gefunden. Sie ist noch klein, ich bin gespant, ob der Standort ihr gefällt. Dreiblattspiere mit braunem Storchschnabel machen eine tolle Farbkombination.
    Liebe Grüße
    Loretta

    • Antwort Susanna 28. Mai 2022 at 17:52

      Liebe Loretta,
      die Dreiblattspiere wird dir bestimmt Freude machen. Sie braucht nur eine Weile, um sich richtig prächtig zu entwickeln. Die Kombination mit dem Storchschnabel mag ich auch, weil beide sich so zart umspielen.
      Liebe Grüße
      Susanna

  • Antwort Gabi 29. Mai 2022 at 10:41

    Hallo Susanna,
    sehr schön präsentierst du hier die Dreiblattspiere, besonders gut gefällt mir die Kombination mit dem Storchschnabel und die pinke Variante, so schön sehen die Blüten aus.
    Bisher kannte ich sie noch nicht, nur die Prachtspiere. Sind die Blüten bei beiden ähnlich oder täuscht das am Monitor? Denn mit der Prachtspiere hatte ich schon mal geliebäugelt. Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag,
    liebe Grüße
    Gabi

  • Antwort Gabi 29. Mai 2022 at 11:48

    Hallo Susanna,
    ich habe Blödsinn geschrieben…ich suche noch die Pflanze, die ich meinte. 🙂
    LG Gabi

  • Antwort Gabi 29. Mai 2022 at 12:49

    So, gefunden.
    Ich meinte die Prachtkerze (Gaura lindheimerii).
    Sorry für die vielen Kommentare, aber es ließ mir keine Ruhe.

    • Antwort Susanna 29. Mai 2022 at 20:15

      Hallo Gabi,
      die Dreiblattspiere und die Prachtkerze haben beide eine ähnliche Leichtigkeit. Bei der Prachtkerze schweben die Blüten an den langen Blütenstielen noch etwas mehr über der Pflanze und die Blütenform ist schon anders, da täuscht dich der Bildschirm tatsächlich. Die Prachtkerze braucht es aber richtig sonnig, die Dreiblattspiere kommt mit weniger Sonnenstunden aus. Die rosa Sorte ist ja neu in unserem Garten, ich bin gespannt, ob sie sich auch so gut entwickelt.
      Liebe Grüße
      Susanna

  • Antwort Elke Schwarzer 29. Mai 2022 at 16:18

    Hallo Susanna,
    ich dachte schon, ich hätte den falschen Artikel angeklickt, aber er ist wirklich von 2021.
    Diese Staude ist ja eine echte In-Pflanze, ich habe sie nicht. Wäre einen Versuch wert.
    VG
    Elke

    • Antwort Susanna 29. Mai 2022 at 20:08

      Hallo Elke,
      bei mir steht sie an einer Stelle halbschattig und entwickelt sich gut. Sie könnte bei dir eine Chance haben. Versuch macht kluch …
      Liebe Grüße
      Susanna

  • Antwort Wölk Stephanie 2. Juni 2022 at 7:21

    Hallo Susanna,
    ja, diese tolle Staude fehlt mir noch. Warum eigentlich? Sie ist laut Mr. Google Schneckenresistent und insektenfreundlich. Danke für die in Erinnerung gerufene, werde schleunigst eine besorgen. Schöner Post…
    LG…Stephanie

    • Antwort Susanna 2. Juni 2022 at 19:36

      Hallo Stephanie,
      schneckenresistent und insektenfreundlich, das kann ich bestätigen – habe ich das gar nicht erwähnt? Dann kann ich es noch einfügen … Bei den Heerscharen von Schnecken, die bei uns Lupinen, Sterndolden und Hosta durchlöchern ist Schneckenresistenz eine wichtige Eigenschaft! Du wirst bestimmt Freude an der Dreiblattspiere haben!
      Liebe Grüße
      Susanna

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