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Ein sonniges Beet für einen Garten auf dem Land

2. Oktober 2020

Vor Kurzem bat mich eine Bekannte um Rat. Sie möchte in ihrem Garten etwas verändern, hatte aber noch keine konkrete Idee. Auf jeden Fall soll es pflegeleicht sein, weil sie wenig Zeit für den Garten hat. So haben wir gemeinsam überlegt, zuerst mal einen Teil anzulegen und zu sehen, wie sie damit zurecht kommt. Eine Idee hat sie doch: sie wünscht sich passend zum Klinker etwas Rotes.
An der Südseite gibt es einen schmalen Pflasterstreifen entlang des Hauses mit einer kleinen halbkreisförmigen Ausbuchtung. Um diese Rundung wurden vor Jahren Lebensbäume gepflanzt, um die Wandfläche zwischen den Fenstern zu strukturieren und zu beleben. Inzwischen wurden die Lebensbäume entfernt, weil sie vertrocknet waren.

Die Südseite des Hauses soll bepflanzt werden.
Die Südseite des Hauses soll durch eine Bepflanzung belebt werden.

Wie gestalte ich ein Beet?

Zuerst messe ich, wie viel Platz zur Verfügung steht. Das Haus ist zwölf Meter lang, nach vorn ist viel Platz. Da die Pflege nicht zu aufwändig sein soll, beschränke ich das Beet auf 2,50 m Breite vor der Rundung zwischen den Fenstern und auf der rechten Seite. Links lasse ich es zurück schwingen auf 1,50 m: ich möchte zum einen keine geradlienige Fläche, sondern einen sanft geschwungenen Verlauf. Zum anderen liegt links vom Haus (im Westen) die Terrasse und ich möchte mit dem Beetverlauf dort hin lenken und nicht davon weg.

Den Grundriss für ein Beet planen
So wird der Grundriss des Beetes ungefähr aussehen.

Dann muss ich wissen, wie viele Sonnenstunden der Bereich etwa bekommt. Wenn ihr schon öfter in meinem Blog gelesen habt, ahnt ihr es sicher schon: die richtige Pflanze am richtigen Platz oder Right plant – right place. Hier geht es um den Süden des Hauses, es kommt den ganzen Tag Licht hierhin, also passen Pflanzen für die volle Sonne.

Das „Gesicht“ des Hauses ist symmetrisch. In der Mitte möchte ich einen Baum oder einen großen Strauch, der von den Proportionen passt und möglichst monatelang etwas zu bieten hat. Die übrige Fläche soll ausgewogen, aber nicht symmetrisch bepflanzt sein, das wäre mir für den Stil des Hauses und die schöne offene Lage zu formal.
Immergrüne und Gräser sollen Struktur bringen und auch im Winter einen Beitrag leisten. Da man auch auf der Hausseite entlang gehen kann, muss das Beet von beiden Seiten gut aussehen. Und das Rot darf ich nicht vergessen!

Einen Entwurf zeichnen

Auf einem Grundriss entwerfe ich nun das Beet.

Nach und nach entsteht der Entwurf für den Pflanzplan.
Nach und nach entsteht der Entwurf für den Pflanzplan.

Um den Entwurf zu prüfen und meine Idee für die Gartenbesitzer deutlich zu machen, zeichne ich ihn nun auf Transparentpapier, das ich über ein Foto lege.

Auf Transparentpapier entwickelt sich der Entwurf.
Auf Transparentpapier entwickelt sich der Entwurf – mit Bleistift und Radiergummi ist alles noch flexibel.

Wenn mir der Entwurf gefällt, kommt ein weiteres Blatt Transparentpapier darüber, und es wird in Tinte gezeichnet und anschließend mit Farben gestaltet.

Entwurf für ein sonniges Beet auf Transparentpapier
Der Entwurf in Tinte …
Entwurf für ein sonniges Gartenbeet
… und in Farbe.

In der Mitte des Beetes wird eine Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) stehen. Sie blüht im Frühling, trägt im Sommer dunkelviolette Beeren und färbt sich im Herbst in strahlenden Gelb- und Orangetönen. Die Säulenwacholder geben ebenso wie die Gräser und die rotlaubigen Purpurglöckchen ganzjährig Struktur. Dabei halten der größere Wacholder auf der linken Seite und die drei kleiner bleibenden rechts sich gegenseitig in der Balance. Die rote Blasenspiere (Physocarpus opulifolius „Summer Wine“) und die gelbgrün panaschierte Bartblume (Caryopteris „Summer Sorbet“) bilden einen schönen Kontrast. Auch die schon vorhandenen Zwerg-Sommerspieren (Spiraea japonica „Golden Princess“) passen zu dem Rot.
Auf der linken Seite nimmt ein Bauernjasmin (Philadelphus coronarius) dem Haus die harte Kontur und bezieht es in die Umgebung ein. Er blüht im Juni und Juli weiß und seinen Duft wird man auch auf der Terrasse wahrnehmen. Einige Fingersträucher (Potentilla fruticosa „Manchu“) auf beiden Seiten blühen von Juni bis Oktober weiß und bodendeckende Stauden wie Bergenie und Katzenminze schließen die Lücken.

Im nächsten Jahr soll der Entwurf umgesetzt werden. Ich bin gespannt, wie das Beet in Natur aussehen wird!

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