Ihr Lieben,
ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen und ich freue mich auf das neue Gartenjahr mit euch.
Es ist schon eine kleine Tradition, dass ich euch im Januar mit in unseren Garten nehme und euch einige ausgewählte Eindrücke aus dem vergangenen Gartenjahr zeige. Kommt doch mit auf eine Gartenrunde!

Januar
Der Januar war ein vorgezogener April: von Regen und Gewitter bis – leider sehr wenig – Sonnenschein war alles dabei. Der Schnee kam für weiße Weihnachten um eine Woche zu spät und dafür so plötzlich, dass es in der zweiten Woche ein Verkehrschaos gab, in dem sogar Bahn und Busse ausfielen.
Die Weihnachtsdekoration am Rosenbogen durfte bis Mitte des Monats bleiben. Sie sah im Halbdunkel mit Schnee …

… genauso schön aus wie an einem sonnigen, frostigen Morgen:

Die Tage mit der herrlich knackigen Luft waren eine Wohltat. Der Reif malte zauberhafte Bilder:

Die Samenstände des Gelben Sonnenhutes (Rudbeckia fulgida) mit ihren weißen Mützchen schienen im Sonnenschein zu tanzen:

Im Magerbeet sorgte die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) für Struktur. Hier gedeiht sie noch deutlich besser als auf der Mauerkrone am Kiesplatz:

Der Rotschleierfarn (Dryopteris erythrosora), der einen hübschen rötlichen Austrieb hat, ließ sich vom Frost kaum etwas anmerken. Die zart überhauchten Ränder machten ihn nur hübscher:

Im Januar gab es hier auf dem Blog folgende Beiträge:
Staude des Jahres 2025: Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) pflanzen und kombinieren
Rückblick auf das Gartenjahr 2024 – Teil 1
Rückblick auf das Gartenjahr 2024 – Teil 2
Farbe im Garten Teil 12: Die Farbe des Jahres 2025 "Mocca Mousse"
Buntlaubige immergrüne Seggen: Japan-Goldrand-Segge (Carex oshimensis) 'Evergold' und Weißrand-Segge 'Ice Dance'
Februar
Der Februar war von Veränderungen geprägt. Der Apfeldorn (Crataegus lavallei 'Carrierei') an unserer Terrasse war von den Wühlmäusen so sehr attackiert worden, dass er ans Terrassendach kippte und nicht mehr zu retten war. Er musste leider, leider gefällt werden.

Endlich hatte der beste Ehemann von allen Zeit, die drei großen Kirschlorbeersträucher an der Gartengrenze zu roden. Vorher:

Nachher: Das hat Licht und Luft gegeben. Hier liegen noch die Äste hinter dem Garten und die kahlen Stümpfe sind zu sehen:

Um den kleinen Birnbaum herum hatten sich die Schneeglöckchen inzwischen so verbreitet, dass ich sie nach der Blüte teilen konnte, um sie noch in weiteren Beeten anzusiedeln.

Die Netzblatt-Iris (Iris reticulata) 'Pauline' und 'Katherine’s Gold' brachten schöne Farbtupfer in die Beete:

Im Februar gab es folgende Beiträge:
Garten-DIY: ein praktischer stabiler Pflanztisch
Helleborusarten: Christrose, Schneerose, Lenzrose unterscheiden
Bäume für kleine und mittelgroße Gärten in unserem Garten
Ein Garten im Frühling: Tuin in de Mehre in den Niederlanden
März
Im März gab es schon ungewöhnlich milde Tage mit Sonnenschein und bis zu 16 Grad und es machte Spaß, im Garten zu arbeiten. Weitere Netzblatt-Iris blühten auf. Links die Sorte 'Schildchen weg' und rechts 'Harmony':


Die Garten-Wolfsmilch 'Ascot Rainbow' ist im Winter rötlich gefärbt und harmonierte mit den violetten Krokussen:

Im Korb auf dem bemoosten alten Stuhl freuten sich das Currykraut (Helichrysum italicum) und das Purpurglöckchen (Heuchera) 'Champagne' über die Sonnenstrahlen. Ich mag silberne Blätter in den Töpfen und Körben im Winter, und das Currykraut ist eine gute Alternative zum Stacheldraht (Leucophyta brownii), der nach der Wintersaison weggeworfen wird. Außerdem duftet es beim Darüberstreichen wunderbar.

Im Magerbeet leuchteten die ersten Narzissen 'Tête à Tête':

Mitte März wurde dann der Weidenzaun an der Grundstücksgrenze fertig. Im unteren Bereich ist der Zaun zweireihig und dazwischen entstand ein kleiner Totholzwall, in den wir unseren Strauch- und Baumschnitt legen können und der als Unterschlupf für kleine Tiere dienen soll.
Das Beet davor ist nun breiter geworden und bietet mehr Platz für Stauden, die es halbschattig mögen.

Im März gab es folgende Beiträge:
Was blüht im Schatten? Stauden mit attraktiven Blüten für schattige Beete
Narzissen (Narcissus): Farbe für Frühlingsbeete und bunte Wiesen
Einjährige Sommerblumen neu entdeckt: Zinnie, Löwenmäulchen und Studentenblume
Wasser als Element in der Gartengestaltung
April
Der März war einer der trockensten seit Messbeginn im Jahr 1881 und bis Mitte April gab es auch kaum Niederschläge. Wie gut taten da die Regenfälle kurz vor Ostern!
Ein männlicher Aurorafalter besuchte das Lungenkraut. Seine leuchtend orangen Flecken unterscheiden ihn deutlich von den komplett weißen weiblichen Tieren:

Die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) hüllte sich in weiße duftige Blütenwolken, während die Bergenie 'Pink Dragonfly' zu ihren Füßen noch winterlich rote Blätter hatte:

In den Kübeln am mittleren Rosenbogen blühte eine meiner liebsten Zwiebelblüher-Kombinationen aus Wolfsmilch 'Ascot Rainbow', blauen Trauben-Hyazinthen, Narzisse 'Pink Charm' und der Fuchstraube (Fritillaria uva-vulpis).

Hier seht ihr die Kombination aus der Nähe. Nach der Blüte pflanze ich die Zwiebeln aus und in die Töpfe ziehen Stern-Gladiolen oder Dahlien ein.

Im Halbschattenbeet unter den laubabwerfenden Bäumen und Sträuchern blühten Ton in Ton Lenzrosen (Helleborus x hybridus) und Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris):

Auch die Himmelsschlüsselchen (Primula vulgaris) fühlen sich in dem Beet wohl und haben sich zu meiner Freude versamt:

Die Zwiebelblüher in den Beeten ließen mein Gärtnerinnenherz hüpfen und die Tulpen in den Töpfen strahlten im Sonnenschein mit ihnen um die Wette:

Ein paar Bellis und Horn-Veilchen, mehr war nicht nötig, um frühlingshafte Farben auf das Nähmaschinentischchen zu bringen:

Im schmalen Streifen zwischen Haus und Nachbars Hecke blühte das Frühlingsgedenkemein (Omphalodes verna) in leuchtendem Blau. Es harmoniert mit der weißrandigen Segge (Carex foliosissima) 'Ice Dance', die diesen Bereich zusammen mit der buntlaubigen Kriechspindel (Euonymus fortunei) 'Emerald ’n' Gold' das ganze Jahr über belebt:

Die Klematis (Clematis alpina) 'Pink Flamingo' war neu in unserem Garten und nun gerade mal kniehoch, aber ich liebe sie jetzt schon! Sie wird 2-4 m hoch und blüht im April und Mai. Sie soll den Rosenbogen am Eingang zum hinteren Garten erobern. Ist sie nicht zauberhaft?

Im April konntet ihr hier lesen:
Wollziest (Stachys byzantina) pflanzen und kombinieren
Gartenbesuche: ein Wochenende mit der Gesellschaft der Staudenfreunde (Besuch im Maximilianpark Hamm und bei Oliver Kipp und Karsten Brakemeier)
Vorher-Nachher: einen schmalen Gartenstreifen neben dem Haus gestalten
Strukturkünstler im Garten: Wolfsmilch (Euphorbia) pflanzen und kombinieren
Mai
Erinnert ihr euch? Das Frühjahr 2025 war insgesamt eines der trockensten seit der Aufzeichnung der Wetterdaten. Ende Mai gab es endlich ordentliche Schauer und Gewitter und der Garten atmete auf.
Unsere Enkelhündin Ruby erkundete bei einem Besuch ausgiebig den Garten:

Die Bleiche Schwertlilie (Iris pallida) 'Argentea Variegata' hat sich im Magerbeet gut entwickelt. Ich liebe ihr weiß gestreiftes Laub. Die blauvioletten Blüten schenkt sie uns noch dazu. Daneben begann die Färberkamille (Cota tinctoria) 'Susanna Mitchell' zu blühen:

Üppiges Grün und hier und da rotes Laub: Ist der Mai nicht einfach schön?

Die Kastanienrose (Rosa roxburghii) blüht nur etwa zwei Wochen, aber ihre offenen zart rosa Schalenblüten locken die Bienen an. Die Knospen sind dunkel pink, was ein hübsches Farbenspiel ergibt. Den Trivialnamen "Kastanienrose" hat die Pflanze wegen der stacheligen Hagebutten, die an die Früchte der Rosskastanie erinnern.

Im Vorgarten blühten Zierlauch 'Purple Sensation' und Akeleien in verschiedenen Rot-, Rosa- und Violetttönen:

Der neue Weidenzaun an der Grundstücksgrenze fügte sich inzwischen so gut ein, als sei er schon immer da gewesen:

Im Halbschattenbeet ergänzen sich die Funkie 'El Nino' mit bläulichgrünen Blättern mit weißem Rand und der filigrane Regenbogen-Farn (Athyricum niponicum) 'Metallicum'. Davor blühte der gelbe Wald-Scheinmohn (Parameconopsis cambrica). Er hat hübsch gefiedertes Laub und blüht monatelang. Aber Achtung: Er sät sich stark aus, wo es ihm gefällt.

Im Mai schrieb ich folgende Artikel:
Ideen mit Küchenkräutern – Kräutergarten gestalten
Kurzlebige Stauden und Zweijährige: charmante Wanderer im Garten
Kriechender Günsel (Ajuga reptans) pflanzen und kombinieren
Ein Schloss mit attraktiven Gärten in Dänemark: Egeskov Slot auf Fünen
Rhododendronpark und Botanischer Garten Bremen
Juni
Mitte Juni gab es Starkregen, Hagel und zwei Orte weiter vermutlich einen Tornado. Während nicht weit von uns Bäume abknickten, Gärten verwüstet wurden und Keller voll liefen, gab es bei uns zum Glück keine Schäden.
Am Schuppen war die Kletterrose 'Rosarium Uetersen' die erste Rose, die voll erblühte:

Im Magerbeet blühten der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare, im Hintergrund blau), die Färberkamille (Cota tictoria) 'Susanna Mitchell', die Binsenlilie (Sisyrinchium striatum) und das weiße Sonnenröschen (Helianthemum-Hybride) 'Elfenbeinglanz':

2025 war ein Fingerhutjahr. Sowohl im Vorgarten als auch im hinteren Garten blühten rosa und weiße Digitalis. Ich setze im Frühling immer einige Sämlinge in die Nähe des Sitzplatzes im Senkgarten, denn ich liebe es, die Hummeln beim Brummeln in den Blütenglocken zu beobachten. Links im Bild ist der Wasserfall der Mandschurischen Waldrebe (Clematis mandshurica) zu sehen. Sie blüht von Juni bis Juli/August mit einer Vielzahl kleiner weißer Blütensternchen und erreicht eine Höhe von etwa 1,50 bis 2 m. Die Staudenclematis muss aufgebunden werden, da sie sich erst ab einer Höhe von etwa 1-1,20 m selbst am Rankgerüst festhält.

Das Beet vor dem Weidenzaun lebt von Strukturen und Texturen. Japanische Wachsglocke (Kirengeshoma palmata), Lenzrosen, verschiedene Farne und die weißbunte Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum) 'Pink Chablis' bildeten ein hübsches Blattschmuckmosaik:

Am mittleren Rosenbogen blühten die weißen Ramblerrosen 'Guirlande d' Amour', die seit dem Vorjahr schon gut gewachsen waren. Rechts im Beet sind blaue Pfirsichblättrige Glockenblumen (Campanula persicifolia) zu sehen, im Vordergrund sind die pinken Karthäuser Nelken (Dianthus carthusianorum) ins Bild gehüpft.

Neben dem Haus blühte nun das Schaublatt (Rodgersia pinnata) 'Chocolate Wings' neben der panaschierten Funkie und dem Gelben Lerchensporn (Corydalis lutea). Das Schaublatt treibt im Frühling braun aus und sieht mit den gelbgrün gemusterten Blättern im Hintergrund auch sehr reizvoll aus.

Vor der Terrasse entstand im Sommer ein kleines Sandbeet mit einem Sandarium und ich bin gespannt, wie es sich in diesem Jahr entwickeln wird:

Noch ein weiterer Blick auf die Terrasse mit den Eichensäulen mit dem Insektenhotel:

Die Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium) wandert durch die halbschattigen Bereiche in unserem Garten. Hier lehnte sie sich an den Nähmaschinentisch an, unter dem Lungenkraut, weißbunte Funkie 'Firn Line' und Japan-Berggras (Hakonechloa macra) 'Aureola' wachsen:

Meine Beiträge im Juni waren:
Ein Rosengarten in der Ravensberger Landschaft: der "Faberhafte Garten"
Naturnahes Gärtnern: die Plakette "Natur im Garten"
Sommerliche Pflanzenkombination mit Steppenkerze (Eremurus) und Syrischem Brandkraut (Phlomis russeliana)
Ein Rosengarten in Mecklenburg-Vorpommern
Weiter geht es kommende Woche mit den Monaten Juli bis Dezember im zweiten Teil des Rückblicks.
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen.
Ich wünsche euch ein wunderschönes erstes Wochenende im neuen Jahr,
herzliche Grüße
eure Susanna




4 Kommentare
Euer Garten ist wirklich wunderschön und so liebevoll gestaltet. Und die Fotos machen richtig Lust auf Frühling – da werde ich schon ganz hibbelig, obwohl wir noch mitten im Winter stecken. Ihr habt ein richtiges Paradies für Mensch und Tier (und damit meine ich nicht die süße Ruby) geschaffen. Der Weidenzaun fügt sich wirklich schön natürlich ins Gesamtbild und ich freue mich auch schon auf die Fotos vom Sandbeet im Sommer!
Liebe Grüße und ein buntes Gartenjahr 2026!
Guten Morgen, liebe Vanessa,
beim Durchsehen der Fotos, besonders vom Frühling, kam bei mir auch die Vorfreude auf das Frühjahr auf. Vom Sandbeet wird es sicher Fotos geben, vielleicht auch einen kleinen Beitrag über das Thema.
Ich wünsche dir auch ein frohes neues Gartenjahr, liebe Grüße
Susanna
Liebe Susanna,
Dir und Deinen Lieben ein gesundes, fröhliches Neues Jahr mit weiterhin viel Freude an Allem was mit Garten und Pflanzen zu tun hat.
Deine vielfältigen, kompetenten, liebenswerten und immer guten Beiträge begleiten mich das ganze Jahr über und ich freue mich jeden Freitag darüber.
Danke dafür!
Ganz toll, dass Du uns heute mitnimmst in Deinen eigenen Garten.
Schöne bepflanzte Töpfe oder Kübel, das gefällt mir auch ganz besonders, man kann damit immer unterschiedliche blühende Akzente setzen.
Und: ich entdecke bei Dir so viele besondere und außergewöhnliche Pflanzen.
Zwei Fragen habe ich: An welchem Standort (und welchen Boden hast Du da) wächst bei Dir der Scheinmohn (Parameconopsis cambrica) am Besten? Ich habe kein Glück mit ihm, habe aber noch nicht aufgegeben. So bleibt der Wunsch, dass er sich vollkommen unkontrolliert aussamt und verbreitet bisher leider ein Traum 🙂
Und die Binsenlilie (Sisyrinchium striatum): das ist eine Wunschpflanze für meinen Garten, aber da hatte ich bisher immer Bedenken wegen der Winterhärte. Gibst Du ihr Winterschutz?
Dir einen tollen Gartenstart und viele Grüße von Bernd (brrrrrr, bei uns ist es eklig nass und kalt, was mich heute gar nicht freut………)
Herzlichen Dank für deine wertschätzenden Worte, lieber Bernd. Ich freue mich sehr darüber und das Schreiben macht gleich noch mehr Freude!
Der Scheinmohn steht bei uns halbschattig auf humosem Boden. Ich lasse dort das Falllaub liegen und mulche mit Kompostmulch. Er hat sich inzwischen in einem weiteren halbschattigen Beet einige Meter entfernt versamt und auch an einer etwas sonnigeren Stelle im Beet gegenüber.
Die Binsenlilie steht bei uns erst seit 2024 im Magerbeet und hat ihren ersten Winter ohne Schutz überstanden. Ich habe den Eindruck, dass bei uns für einige Pflanzen eher die Nässe das Problem ist als die Kälte …
Ich wünsche dir auch ein gutes neues Gartenjahr!
Herzliche Grüße
Susanna