Ihr Lieben,
überall grünt und sprießt es und das Gärtnerherz hört nicht auf zu hüpfen. Nun soll es bunt werden und am liebsten auf jedem Quadratzentimeter und in jeder Pflasterfuge blühen! Der Anfang der Gartensaison bietet sich an, neue Beete anzulegen oder bestehende zu überarbeiten. Da sind Pflanzen mit "Mehrwert" eine gute Wahl.

Als erstes denken wir bei Frühlingsblüten an Zwiebelblüher wie Trauben-Hyazinthen (Muscari), Tulpen und Narzissen. Tatsächlich könnt ihr allein mit ihnen ein Beet von Februar bis Mai zum Leuchten bringen.

Wie legt man ein Frühlingsbeet an?
Einzelne Kombinationen von Pflanzen, die im Frühling zusammen toll aussehen und blühen, aber sonst das ganze Jahr über nichts zu bieten haben, können Highlights im Frühjahrsbeet sein. Auf der "oberen Etage" blühen hier die Mandelbäumchen (Prunus triloba), deren Charme sich wohl kaum jemand entziehen kann und im Erdgeschoss leuchten zahlreiche Narzissen.

Das aktuelle Angebot in den Gärtnereien umfasst schwerpunktmäßig Stauden und Gehölze, die in diesen Wochen blühen und es ist verführerisch, den Einkaufswagen mit allem zu füllen, das nicht bei Drei auf den Bäumen ist! Doch wie legt man ein Frühlingsbeet an, in dem es herrlich farbig leuchtet, das aber nicht spätestens ab Juni langweilig aussieht, wenn es mit der Frühjahrspracht vorbei ist?
Nun, im besten Fall, indem man Frühling, Sommer, Herbst und Winter zusammen denkt!
Selbstverständlich könnt ihr die Frühjahrsblüher mit allen Pflanzen kombinieren, die ihr mögt. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Pflanzen, die in mehr als nur einer Jahreszeit tolle Attribute mitbringen. Ich stelle euch eine Auswahl vor, die um diese Zeit Schönes zum Gartenbild beitragen und es in mindestens einer weiteren Jahreszeit mit Blüten, hübschen Blättern oder prägnanter Struktur bereichern.
Stauden für mehr als eine Jahreszeit
Sterndolde (Astrantia major) 'Sunningdale Variegated'
Meine liebste Sterndolde (Astrantia major) ist die Sorte 'Sunningdale Variegated'. Sie hat im Austrieb gelbgrün panaschierte Blätter, die später, wenn die weißen Blüten von Juni bis August erscheinen, vergrünen. Nach der Blüte schneide ich sie komplett zurück und das bunte Laub zeigt sich wieder, ebenso eine geringe Nachblüte im Herbst. Ich finde, das hübsche Blattwerk wirkt neben den Vergissmeinnicht schon fast wie Blütenschmuck:

Hier sind ihre Blüten mit der Waldrebe (Clematis viticella) 'Venosa Violacea' zu sehen, die sich vom Rankgerüst zu ihr hinabbeugt:

Prachspiere (Astilbe)
Einige Prachtspieren (Astilbe) haben einen roten Austrieb und untermalen damit ihre blühenden Beetkollegen. Hier passen sie Ton in Ton zu den pinken Tulpen:

Einen tollen Kontrast bildet der dunkelrote Austrieb meiner Prachtspiere (Astilbe) 'Visions in White' mit dem leuchtend gelben Felsen-Steinkraut (Aurinia saxatilis):

Die Blüten der Astilbe 'Visions in Pink' erscheinen im Juli und August und die zauberhaften Samenstände halten den ganzen Winter über. Klickt gerne mal rein!


Bergenien (Bergenia)
Die Bergenie fühlt sich im Beet mit Trauben-Hyazinthen, Gämswurz (Doronicum orientale) und Vergissmeinnicht wohl.

Bergenien bringen mit ihren großen glänzenden Blättern Ruhe ins Beet. Einige Sorten wie die 'Pink Dragonfly' färben sich im Winter dunkelrot und wechseln zur Blütezeit ins Grüne zurück. Manche Sorten wie 'Doppelgänger' oder 'Herbstblüte' blühen nicht nur im April und Mai, sondern nochmals im September/Oktober.

Edel-Pfingstrosen (Paeonia lactiflora-Hybriden)
Einige Edel-Pfingstrosen (Paeonia lactiflora-Hybriden) haben einen kräftig roten Austrieb. Diese bietet dem Gefingerten Lerchensporn (Corydalis solida), der im März/April blüht, eine besondere Bühne.

Die Pfingstrosen bezaubern ab Mai bis in den Juni mit ihren üppigen Blüten und begleiten uns in den Sommer. Im Herbst färben sich einige Sorten kräftig rot und laufen zur Zeit der Asternblüte noch einmal zur Hochform auf:


Kriechender Günsel (Ajuga reptans) mit roten Blättern
Der Kriechende Günsel (Ajuga reptans) 'Elmblut' blüht von Mai bis Juni und bildet nicht nur mit seinen dunkelblauen Blüten …

… sondern auch später noch mit seinem dunkelroten Blattwerk einen schönen Kontrast zu Stauden in Grüntönen wie den Purpurglöckchen mit den hellgrünen Blättern. Sein Laub bleibt in milden Wintern lange attraktiv:

Früh blühende immergrüne Wolfsmilch (Euphorbia)
Die früh blühenden Wolfsmilcharten lassen ihre gelbgrünen Hochblätter leuchten und passen praktisch zu allem.
Die Mittelmeer-Wolfsmilch (Euphorbia characias) strahlt hier mit orangen Tulpen um die Wette und bleibt selbst im Winter ein Hingucker mit mediterranem Charme.

Eine meiner liebsten Kombinationen für den Kübel im Frühling ist die Wolfsmilch 'Ascot Rainbow' zusammen mit Trauben-Hyazinthen (Muscari), Narzissen und der Fuchstraube (Fritillaria uva-vulpis). (Zoomt gerne mal rein!)

Der schöne horstige Wuchs, die Anordnung der Blätter und ihr oft hübsches Farbenspiel machen die Pflanzen zum perfekten Strukturgeber für das ganze Jahr:

Stauden für Frühlingsbeete im Halbschatten und Schatten
Viele Schattenpflanzen blühen im Frühling, solange die Gehölze das Blätterdach noch nicht geschlossen haben und das Sonnenlicht noch den Boden erreicht. Hier gedeihen zum Beispiel Lenzrosen, Lungenkraut, Elfenblumen (Epimedium), Rauling (Trachystemon orientalis), Frühlings-Gedenkemein (Omphalodes verna), Waldmeister (Galium odoratum), Großblättriges Scheinschaumkraut (Pachyphragma macrophyllum) und Nesselkönig (Lamium orvala). (Mehr zu Stauden, die im Schatten blühen findet ihr im Beitrag ("Was blüht im Schatten?")
Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides)
Auch für lichtärmere Bereiche gibt es eine Wolfsmilch: die Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides). Auffällig sind die dunklen Blätter und die roten Stiele der Sorte 'Efanthia', die sich hier mit den kleinen Narzissen 'Tête-à-Tête' und Efeu in einen Drahtkorb kuschelt:

Lenzrosen (Helleborus x hybridus)
Die Lenzrosen (Helleborus x hybridus) blühen von Februar bis April und sind damit unter den ersten Stauden, die kräftige Farbtupfer in die Beete bringen. Die rundlichen Horste aus immergrünen, handförmig geteilten Blättern bringen das ganze Jahr über Struktur mit und wirken besonders gut im Kontrast mit Seggen mit hellem Laub oder panaschierten Halmen wie Japan-Gold-Segge (Carex oshimensis) 'Evergold' oder Weißrand-Japan-Segge (Carex morrowii) 'Variegata'.
Hier ist eine dunkle Lenzrose zusammen mit dem Gold-Flattergras (Milium effusum 'Aureum') im Halbschatten zu sehen:

Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla)
Das Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) gibt es inzwischen in mehreren panaschierten Sorten, deren Blätter auch nach der Blüte von April bis Juni Licht in den Halbschatten bringen. Es gibt weiß und blau blühende Varianten.

Die weißen Tulpen passen perfekt zu den marmorierten Blättern von 'Jack Frost'. Die Pflanzen gedeihen auch in der Sonne, sofern der Boden ausreichend frisch ist.

Lungenkraut (Pulmonaria)
Das Lungenkraut (Pulmonaria) hier 'Trevi Fountain', ist mit seinen blauen und rosa Blüten im März bis April ein Hummelmagnet.

Die weiß gefleckten Blätter sind die ganze Saison über attraktiv und nehmen an dieser Stelle später im Jahr die Blüten anderer weiß blühender Pflanzen wie Fingerhut (Digitalis purpurea) oder der Silberkerze (Actaea), hier die Sorte 'Armleuchter' auf.

Lücken zwischen Stauden füllen
Wie füllt ihr Stellen mit nackter Erde im Frühlingsbeet?
Mein Alleskönner im Frühlingsgarten ist das Vergissmeinnicht. Es tupft sein zartes Blau überall dorthin, wo sich die später austreibenden Stauden erst noch entfalten werden. Es wirkt wie ein Platzhalter und gibt unerwünschten Pflanzen kaum eine Chance, sich zu entwickeln. Wenn die Stauden später ihren Platz einnehmen, ziehen sich die Lückenfüller zurück und haben schon ihre Samen für das nächste Jahr verstreut. So können neben üppiger Farbe von April bis Mai gleichzeitig schon die Sommer- und Herbstblüher unter den Stauden im Boden auf ihren Auftritt warten.
Auch die Primeln aus der Frühlingsdeko, die ich nach dem Verblühen auspflanze, tragen nun zum fröhlichen Bild bei. Später werfen hier Sommerblüher wie Indianernessel und Clematis Schatten auf das Beet, was sie gar nicht stört. Sie blühen zuverlässig jedes Frühjahr wieder und zeigen zudem eine schwache Nachblüte im Winter.

Gehölze für mehr als eine Jahreszeit
Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)
Könnte ich nur einen kleinen Baum oder Strauch im Garten pflanzen, wäre meine Favoritin die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii). Sie hat einen herrlichen kupferroten Austrieb und weiße Blütenwolken im Frühling. Im Sommer lockt sie mit dunkelrot-violetten Blüten die Vögel ans Büfett und im Herbst färbt sich ihr Laub in Orange- und Rottönen.

Zwerg-Federbuschstrauch (Fothergilla gardenii) 'Blue Shadow'
Ein ideales Gehölz für kleine Gärten ist der Zwerg-Federbuschstrauch (Fothergilla gardenii ) 'Blue Shadow'. Im April und Mai locken seine nach Honig duftenden kleinen "Flaschenbürsten" die Insekten an.

Nach der Blüte erscheint sein besonderes bläuliches Laub und im Herbst färbt es sich in leuchtenden Rot- und Orangetönen.


Orangenblume (Choisya ternata)
Die Orangenblume (Choisya ternata) ist nur bedingt winterhart und sollte in rauen Gegenden im Winter geschützt oder im Kübel frostfrei überwintert werden. Ihre handförmig geteilten Blättern sind immergrün. Sie blüht von März bis Juni und nochmals im Herbst, wenn sie nach der Hauptblüte geschnitten wird.

Die Blätter der Sorte 'Sundance' sind etwas breiter und zunächst hellgrün und werden später dunkler. Die Blüten duften nach Orangen:


Kaum zu glauben, dass der Garten schon sehr bald wieder so aussehen wird!

Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen. Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende,
herzliche Grüße
eure Susanna




10 Kommentare
Liebe Susanna,
das ist wieder ein so schöner Beitrag, der Lust auf Garten und auf den Besuch von Gärtnereien macht.
Besonders gut gefallen mir Deine Bilder mit den verschiedenen Wolfsmilch Sorten und die Gartenkombinationen dazu.
Ich habe wieder einiges für meine Pflanzen-Merkliste entdeckt, z.B. die Orangenblume und die Mittelmeer Wolfsmilch.
Die Orangenblume wächst übrigens im recht kalten Mittelfranken problemlos seit Jahren (ehemaliges Gartenschaugelände Wassertrüdingen).
An Gehölzen blüht bei uns gerade in hellrosa ein echter Mandelbaum (Prunus Dulcis) und in gefüllt weißrosa ein Aprikosenbaum (Prunus armeniaca), also die Schönheit der Blüten ganz früh im Jahr gepaart mit späterem Fruchtgenuß im Sommer und Herbst,
Danke nochmals für den Lesegenuss am frühen Freitagmorgen.
Liebe Grüße und gutes Gartengelingen, Bernd
Guten Morgen, lieber Bernd,
wie schön, dass du bei mir wieder etwas für deinen Garten entdeckt hast!
Gestern Abend beim Einschlafen fiel mir tatsächlich ein, dass ich einen Obstbaum oder einen Zierapfel als Beispiel hätte aufnehmen können. Dankeschön, dass du die Obstbäume hier erwähnst. Das ist eine wichtige Ergänzung!
Herzliche Grüße und dir viel Freude im Garten
Susanna
Hach liebe Susanna, wieder so ein schöner Beitrag. Ganz herzlichen Dank für die vielen Tipps und Empfehlungen. Du schreibst so schön. Danke und ein schönes Wochenende. Liebe Grüße Bea
Ich freue mich, wenn du bei mir etwas Schönes für deinen Garten entdeckt hast, liebe Bea und danke dir für deine Wertschätzung!
Herzliche Grüße und dir ein wunderbares Gartenwochenende
Susanna
Dieser Artikel ist m. E. einfach nur super schön gelungen! Zudem kann man auch immer sehr viel von dir liebe Susanna und dir lieber Heinfried lernen! Ich werde ihn dauerhaft auf unserer Homepage von Natur im Garten NRW e. V. verlinken! Herzlichen Dank an euch, dass wir teilhaben dürfen!
Herzlichen Dank für deine wertschätzenden Worte, liebe Ute. Ich freue mich, wenn die anderen Mitglieder von Natur im Garten meinen Beitrag lesen! Leider habe ich am 28.3. schon einen anderen Termin; ich wäre so gerne mit zu Dorothea Steffen gefahren.
Liebe Grüße
Susanna
Vielen Dank für die wundervollen Ideen für das Anlegen eines Frühlingsgartens. Jeden Tag erwartet uns ein neuer Austrieb oder eine neue Blüte im Garten. Der Besuch des Gartencenters wird zur Herausforderung, denn ich sehe viele schöne Pflanzen, habe aber nur begrenzt freie Flächen im Beet.
Einen schönen, bunt blühenden Frühlingsbeginn wünscht Dir Ingrid, die Pfälzerin
Gerade für kleinere Gärten ist es wichtig, dass die Pflanzen für mehr als nur eine Saison attraktiv sind, liebe Ingrid. Aber ich kann es gut verstehen, wenn man bei dem tollen Angebot an Blühendem nicht widerstehen kann – gerade jetzt, wo wir uns so sehr über die Farben freuen.
Ich wünsche dir auch einen tollen Start in den Frühling,
liebe Grüße
Susanna
Und wieder viel gelernt. Dankeschön dafür! Ich hätte noch eine Frage zur Mittelmeerwolfsmich: meine hat sich in einem Jahr fast verdoppelt in der Ausladung, kann ich einfach die äusseren Stiele abschneiden? Und kann ich daraus Stecklinge machen? Lieben Dank für eine Antwort und ein rolles Blumenjahr.🍀
Liebe Adelheid,
die Mittelmeer-Wolfsmilch sollte erst nach dem Verblühen geschnitten werden, wenn sich unten schon neue Austriebe zeigen.
Jetzt im Frühling kann man einzelne Stecklinge nehmen. Sie sollten etwa 6 cm lang sein. Damit der Milchsaft (Achtung: bitte Handschuhe tragen) die Leiterbahnen nicht verklebt, sollten sie vor dem Stecken in lauwarmes Wasser gestellt werden. Wenn die Pflanze zu breit wird, kann man auch Teile des Wurzelwerks abtrennen und separat einpflanzen.
Viele Grüße
Susanna