Pflanzenporträts, Stauden Sommer für Sonne bis Halbschatten

Den Weichen Frauenmantel (Alchemilla mollis) pflanzen und kombinieren

26. Juni 2026
Violetter Storchschnabel und Frauenmantel (Alchemilla mollis)

Ihr Lieben,
das Wetter … Ich will es mal positiv formulieren: Wir können endlich abends lange draußen sitzen, es ist bestes Wetter um Heu zu machen und die Anschaffung des Gartenschlauchs hat sich richtig gelohnt!
Kürzlich hörte ich im Radio: "Wenn es weiter so heiß bleibt, geh' ich zur Polizei und lass' mich beschatten!" Auch eine Idee …
Diesen Beitrag widme ich einer Staude, die als Begleitpflanze oft als selbstverständlich betrachtet wird und gar nicht so wahrgenommen wird, wie sie es verdient hätte.

Violetter Storchschnabel und Frauenmantel (Alchemilla mollis) mit gelbgrünen Blüten
Violetter Storchschnabel und Frauenmantel (Alchemilla mollis)

Der Weiche Frauenmantel (Alchemilla mollis) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Er ist eine robuste, dauerhafte Staude, die sommergrüne Horste bildet. Die Staude ist winterhart.

Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis) mit plissierten Blättern und gelbgrünen Blüten
Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis)


Das Laub ist hellgrün bis mittelgrün, rundlich, regelmäßig gelappt und samtig behaart. Es wirkt durch die Nervatur wie plissiert. Auch außerhalb der Blütezeit ist es attraktiv. Wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist, scheidet der Frauenmantel über Blattdrüsen Wasser aus, das die Blattränder als kleine, schmückende Perlen ziert, sogenannte Guttationstropfen.
Auch nach einem Regenschauer wirkt es ganz bezaubern, wenn in den schalenförmigen Blättern einzelne Regentropfen in der Sonne glitzern.

Weicher Frauenmantel: Regentropfen liegen wie Perlen auf dem Laub des Frauenmantels (Alchemilla mollis)
Weicher Frauenmantel: Regentropfen liegen wie Perlen auf dem Laub des Frauenmantels ( Alchemilla mollis)

Im Juni und Juli stehen winzige gelbgrüne Blüten in Büscheln wie Wolken über dem Laub. Die Blüte wirkt romantisch und eignet sich wunderbar für Sträuße, wo sie wie ein Weichzeichner wirkt.

Gelbgrüne Blüten des Weichen Frauenmantels (Alchemilla mollis)
Blüten des Weichen Frauenmantels (Alchemilla mollis)

Den Weichen Frauenmantel pflanzen

Der Frauenmantel gedeiht auf normalem Gartenboden, der frisch bis feucht sein sollte. Er möchte in der vollen Sonne stehen, verträgt aber auch Halbschatten. Schnecken bereiten ihm keine Probleme.
Alchemilla mollis eignet sich mit ihrem kissenartigen Wuchs als Bodendecker im Vordergrund von Beeten. Sie kann Wegränder begleiten und wirkt gut in naturnahen Kombinationen in der Nähe von Teichen und Bachläufen.

Frauenmantel (Alchemilla mollis) eignet sich gut als Bodendecker im Vordergrund von Beeten
Frauenmantel (Alchemilla mollis) eignet sich gut als Bodendecker im Vordergrund von Beeten

Der Frauenmantel ist pflegeleicht, denn er kann jahrelang am selben Platz stehen ohne geteilt zu werden. Er lässt sich durch Teilung vermehren und samt sich reichlich aus, wo es ihm gefällt. Das kann schon mal lästig werden.

Frauenmantel schneiden

Das Versamen könnt ihr durch einen Rückschnitt nach der Blüte verhindern. Ich schneide nicht nur die verblühten Blütentriebe heraus, sondern schneide die Pflanzen bodentief mit einem Brotmesser zurück. Dieser sogenannte Remontierschnitt ist schnell gemacht und sorgt dafür, dass der Frauenmantel bald wieder neu austreibt und ein ruhiges, gleichmäßiges Bild bietet. Die Fotos unten zeigen zwei Gruppen in unserem Vorgarten, die links und rechts vom Weg zur Haustür die gleichen Standortbedingungen haben. Das erste Bild zeigt die Pflanzen nach dem bodentiefen Schnitt, im Beet auf dem zweiten Foto habe ich zum Vergleich nur die Blütenstiele entfernt (Klickt gerne mal zum Vergrößern auf die Fotos). Ich denke, der Unterschied ist deutlich:

Eine Einschränkung möchte ich euch allerdings ans Herz legen: Wartet mit dem Schnitt, bis es nicht mehr gar so heiß ist. Die Blätter spenden dem Wurzelbereich Schatten, und diesen Schutz wollen wir ihnen nicht nehmen.

Während einige Stauden nach einem Remontierschnitt einen schönen zweiten Blütenflor bilden, fällt die Nachblüte beim Frauenmantel nur gering aus.

Auf einen Blick
Blütezeit: Juni bis Juli, geringe Nachblüte im September
Licht: Sonne bis Halbschatten
Boden: normaler Gartenboden, frisch bis feucht
Höhe: 30-50 cm
Breite: 40 cm
Sonstiges: Blattschmuckstaude, Schnittblume
Pflege: Nach der Blüte sollten die Triebe bodennah zurückgeschnitten werden (s. o.), außerdem bodentiefer Schnitt im Frühling

Was passt zum Frauenmantel (Alchemilla mollis)?

Frauenmantel passt zu vielen anderen Pflanzen. Er ist ein klassischer Rosenbegleiter, der die Sträucher zart umschmeichelt und ihre "nackten Beine" verdeckt, wenn das untere Laub von den Rosen abgefallen ist. Das helle Gelbgrün kontrastiert besonders auffällig mit blau-violetten Blüten. Eine feine Kombination entsteht mit blauen Glockenblumen (Campanula), aufrecht oder als Polster wachsend, mit violettem Ziersalbei wie Salvia nemorosa 'Ostfriesland', Katzenminze (Nepeta) oder blauem Storchschnabel wie z.B. Geranium 'Rozanne' oder 'Johnson’s Blue'. Darüber hinaus passt die Alchemilla gut zu weiß (z.B. Glockenblumen, Pfingstrosen) und pink (z.B. Lupinen, Fingerhut) und harmoniert mit gelben Blüten in anderen Formen wie z.B. denen der Taglilien (Hemerocallis) oder des Goldfelberichs (Lysimachia punctata).
Als Blattschmuckstaude kann der Frauenmantel mit anderem attraktivem Laub kombiniert werden wie dem von Farnen, Funkien (Hosta) und Seggen wie der Goldsegge (Carex 'Evergold').

Den Weichen Frauenmantel (Alchemilla mollis) kombinieren

Sehr schön finde ich diese Kombination aus Farn, Schaublatt (Rodgersia) und Frauenmantel, die am Gehölzrand in Bändern gepflanzt wurden. Der Frauenmantel sollte dabei möglichst sonnig stehen:

Weichen Frauenmantel (Alchemilla mollis) kombinieren: mit Schaublatt (Rodgersia) und Farnen am Gehölzrand
Weichen Frauenmantel (Alchemilla mollis) kombinieren: mit Schaublatt (Rodgersia) und Farnen am Gehölzrand

Im Herbst blühen die niedrigen Kissen-Astern (Aster dumosus). Ihre kleinen runden Blüten werden von den größeren rundlichen Blättern des Frauenmantels in Szene gesetzt:

Kleine runde Blüten der Kissenaster (Aster dumosus) werden hier in Szene gesetzt von dem großen runden Laub des Frauenmantels (Alchemilla mollis).
Kleine runde Blüten der Kissenaster (Aster dumosus) werden hier in Szene gesetzt von dem großen runden Laub des Frauenmantels (Alchemilla mollis).

Hübsch ist eine Kombination, in der die Mitten der Partnerpflanzen das Gelb des Frauenmantels wieder aufnehmen wie hier beim Mutterkraut oder der Färberkamille (Cota tinctoria) mit etwas größeren Blüten.

Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis) und Mutterkraut (Tanacetum parthenium) mit gelben Mitten und weißen Blütenblättern
Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis) und Mutterkraut (Tanacetum parthenium)

Frauenmantel ist ein wunderbarer Rosenbegleiter, der die Königin der Blumen perfekt umschmeichelt, ohne ihr die Schau zu stehlen:

Rosen kombinieren: Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis) mit duftigen gelbgrünen Blüten und weiß-rosa gestreifte Rosen
Rosen kombinieren: Weicher Frauenmantel (Alchemilla mollis) und Rosen

Hier untermalt er eine englische Rose zusammen mit dem Sternkugel-Lauch (Allium christophii):

Frauenmantel, Rosen und Sternkugel-Lauch (Allium christophii)
Frauenmantel, Rosen und Sternkugel-Lauch (Allium christophii)

Eine klassische Kombination zur Unterpflanzung von Rosenstämmchen: Frauenmantel und violetter Ziersalbei (Salvia nemorosa) mit einer Einfassung aus Buchsbaum oder Eibe. Das Gelbgrün des Frauenmantels und das rötliche Violett des Salbeis bilden einen kräftigen Kontrast:

Unterpflanzung von Rosenstämmchen: Frauenmantel und violetter Ziersalbei um ein Rosenhochstämmchen gepflanzt, umrandet mit einer niedrigen Buchsbaumhecke
Eine klassische Kombination zur Unterpflanzung von Rosenstämmchen: Frauenmantel und violetter Ziersalbei, eingerahmt von Buchsbaum.

Auch mit violetten Storchschnäbeln als Nachbarn zieht der Storchschnabel die Blicke auf sich:

Violetter Storchschnabel und Frauenmantel (Alchemilla mollis)
Violetter Storchschnabel und Frauenmantel (Alchemilla mollis)

Romantisch wirkt es auch, wenn die Blütenwolken des Frauenmantels die Pfingstrose untermalen:

Romantisch: Frauenmantel untermalt eine gefüllte rosa Pfingstrose
Romantisch: Frauenmantel (Alchemilla mollis) untermalt eine Pfingstrose

Zauberhaft ist die Kombination mit dem Frühlingsstern (Triteleia) 'Ocean Queen'. Die Zwiebelpflanze ist winterhart und blüht im Juni/Juli. Da das Laub zur Blütezeit schon einzuziehen beginnt und unansehnlich wird, sollte sie so gesteckt werden, dass die äußeren Blätter des Frauenmantels darüber fallen und es verdecken. Der Frühlingsstern möchte einen sonnigen Platz und durchlässigen Boden.

Frauenmantel (Alchemilla mollis) kombinieren: mit dem Frühlingsstern (Triteleia) 'Ocean Queen'
Frauenmantel (Alchemilla mollis) kombinieren: mit dem Frühlingsstern (Triteleia) 'Ocean Queen'

Das kräftige Gelbgrün kontrastiert sehr schön mit dem Violett des Zierlauchs (Allium) 'Globemaster' und dem Blauviolett der Katzenminze (Nepeta). Die zarten Blüten harmonieren miteinander, …

Harmonisch: die gelbgrünen kleinen Blüten des Weichen Frauenmantels (Alchemilla mollis) und der blau-violetten Katzenminze (Nepeta)
Harmonisch: die Blüten des Weichen Frauenmantels (Alchemilla mollis) und der Katzenminze (Nepeta)

… aber besonders in Gruppen gepflanzt werden sie als Beetpartner zum farbkräftigen Hingucker:

Frauenmantel kombinieren: mit Zierlauch (Allium) 'Globemaster' und dem Blauviolett der Katzenminze (Nepeta)
Frauenmantel kombinieren: mit Zierlauch (Allium) 'Globemaster' und dem Blauviolett der Katzenminze (Nepeta)

Am Ufer dieses Teichs wurde der Frauenmantel mit Farnen kombiniert, die sich an dem Platz mit hoher Ludtfeuchtigkeit wohl fühlen.

Frauenmantel mit Farnen an einem Teichufer
Frauenmantel mit Farnen an einem Teichufer

Weitere Arten des Frauenmantels

Es gibt weitere Arten des Frauenmantels, von denen ich einige exemplarisch nenne.

Der Gewöhnliche Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora) ist eine bei uns heimische Wildstaude, deren Wirkstoffe in der Frauenheilkunde Verwendung finden, daher vermutlich auch der Name "Frauenmantel". Sie blüht von Juni bis August und wird 30 bis 50 cm hoch.

Blatthorst des Gewöhnlichen Frauenmantels (Alchemilla xanthochlora)
Blatthorst des Gewöhnlichen Frauenmantels (Alchemilla xanthochlora)

Wer es filigraner mag, wählt den Zierlichen Frauenmantel (Alchemilla epipsila), der nur 20 bis 30 cm hoch wird und dessen Blüten nach starken Regenfällen nicht so platt auf dem Boden liegen wie die des Weichen Frauenmantels. Er eignet sich als Einfassung für kleinere Beete. Er versamt sich wenig.

Zierlicher Frauenmantel (Alchemilla epipsila)
Zierlicher Frauenmantel (Alchemilla epipsila)

Der Verwachsenblättrige Frauenmantel (Alchemilla conjuncta) blüht von Juni bis August und wird 20 bis 30 cm hoch. Ihm fehlt das plissierte Laub, dafür sind seine Blätter hübsch regelmäßig handförmig geteilt.

Verwachsenblättriger Frauenmantel (Alchemilla conjuncta)
Verwachsenblättriger Frauenmantel (Alchemilla conjuncta)

Kleinere Arten eignen sich für den Vordergrund kleinerer Beete, wo der Weiche Frauenmantel unproportioniert wirken würde.

Filigraner ist der Kleine Frauenmantel (Alchemilla erythropoda) mit nur 15 bis 20 cm Höhe. Er blüht von Juni bis August und versamt sich ebenfalls wenig.

Kleiner Frauenmantel (Alchemilla erythropoda)
Kleiner Frauenmantel (Alchemilla erythropoda)

Es geht aber noch kleiner: Der Zwerg-Frauenmantel (Alchemilla faeroensis ssp. pumila) mit einer Höhe von 5 bis 10 cm und Blüten von Juni bis August eignet sich für Steingärten und Tröge.
Der Silber-Frauenmantel (Alchemilla hoppeana) unterscheidet sich deutlich von seiner Verwandtschaft. Er hat handförmig geteilte Blätter mit einem feinen hellen Rand. Er blüht von Juni bis August/September und wird etwa 10 bis 15 cm hoch. Er versamt sich, aber nicht so heftig wie der Weiche Frauenmantel.

Frauenmantel in Sträußen

Frauenmantel passt nicht nur in Beeten zu vielen anderen Pflanzen, er lässt sich auch wunderbar in Sträußen und Gestecken kombinieren. Ein paar Rosen oder Pfingstrosen, einige Stiele Frauenmantel dazu und uns geht das Herz auf!

Blumenstrauß aus Rosen und Frauenmantel (Alchemilla mollis)
Blumenstrauß aus Rosen und Frauenmantel (Alchemilla mollis)

Auch mit Rosenwaldmeister (Phuopsis stylosa) und Storchschnabel in einer flachen Schale gesteckt, gibt der Frauenmantel dem Arrangement Frische und füllt die Zwischenräume. So werden weniger der kostbaren Blüten anderer Stauden benötigt.

Ein Gesteck mit Frauenmantel (Alchemilla mollis), Rosenwaldmeister (Phuopsis stylosa) und Storchschnabel in einer flachen Schale
Ein Gesteck mit Frauenmantel (Alchemilla mollis), Rosenwaldmeister (Phuopsis stylosa) und Storchschnabel in einer flachen Schale

Eine Pflanzenkombination mit Frauenmantel, Iris und Scharfem Gelblauch findet ihr hier.

Kommt gut durch die heißen Tage, ihr Lieben, trinkt ausreichend und passt auf euch auf!
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende,
herzliche Grüße
eure Susanna

25 Kommentare

  • Antwort Eva Ochensberger 26. Juni 2026 at 4:38

    Liebe Susanna

    Was für ein schöner Beitrag! 💚 Ich bin selbst ein riesengroßer Fan vom Frauenmantel und habe ihn in meinem Garten wirklich an allen möglichen Stellen verteilt – an der Teichumrandung, in den Beeten und sogar als sanften Lückenfüller. 🌿✨

    Besonders liebe ich diese zarten Tautropfen auf den Blättern am Morgen. Und ich kann aus eigener Erfahrung nur bestätigen: Der Rückschnitt nach der ersten Blüte lohnt sich absolut! Danach treibt er wieder wunderbar frisch aus und bleibt schön kompakt. Die zweite Blüte fällt tatsächlich nicht so üppig aus, aber immerhin kommen doch wieder diese zarten gelben Gebilde hervor!
    Für mich gehört der Frauenmantel einfach in jeden naturnahen Garten, er ist wunderschön anzuschauen, und es stört mich auch nicht, wenn er sich gerne ein bisschen ausbreitet…😉
    In der Vase sieht er ebenfalls entzückend aus und schmückt sehr oft unseren Esstisch!
    Liebe Susanna, ich hoffe, du hast ein halbwegs kühles Plätzchen, wo du diese Hitze, die uns derzeit fest im Griff hat, gut überstehen kannst..🥵 Liebe Grüße und ein schönes Wochenende 🤗🫶

    • Antwort Susanna 26. Juni 2026 at 8:11

      Der Frauenmantel passt wirklich so ziemlich an alle Plätze, die ihm genügend Licht bieten, liebe Eva. Ich habe auch gerne welchen in der Vase. Heute mit pinken Rosen, die Kombination leuchtet so schön!
      So richtig kühl ist es hier nirgends mehr, aber es steht ein Ventilator bereit …
      Komm du gut durch die heißen Tage, herzliche Grüße
      Susanna

  • Antwort Adelheid Büscher 26. Juni 2026 at 8:09

    Toll beschrieben, habe viel gelernt und werde meinen Frauenmantel nach der Blüte auch beschneiden.❤️

    • Antwort Susanna 26. Juni 2026 at 8:22

      Hallo Adelheid,
      der Frauenmantel wird nach dem Schnitt wieder frisch aussehen, auch wenn für kurze Zeit eine Lücke entsteht. Es lohnt sich auf jeden Fall.
      Viele Grüße
      Susanna

  • Antwort Bernd Stöckle 26. Juni 2026 at 8:35

    guten Morgen liebe Susanna,
    die schönen Blätter und die grüngelben romantischen Blüten vom Frauenmantel haben mir schon immer gefallen.
    Vorweg: das ist eine der Stauden, die sich nach dem Anpflanzen immer wieder ganz schnell verabschiedet hat.
    Man hat ja manchmal so Gartenbilder im Kopf, die man umsetzen möchte, ich weiß nicht mehr wo ich das gesehen hatte: rosafarbene Rosen, leuchtend blaue große Katzenminze und davor als Beeteinfassung: weicher Frauenmantel.
    Das hat dann aber (wieder einmal) nicht geklappt.
    In dem großen Beet hat sich der Giersch ausgebreitet, um so mehr als der Gärtner das am Anfang nicht konsequent verfolgt hat.
    Also der Frauenmantel war ganz schnell weg, und die Katzenminze war auch irgendwann weg.
    Dafür blüht zwischen den Rosen sehr romantisch der Giersch.
    Ich lache immer insgeheim, wenn Besucher ganz begeistert sind von den Rosen und dazwischen ganz romantisch wie Schleierkraut die vielen Gierschblüten (die muss ich nun schnellstmöglich entfernen, bevor sich der Giersch auch noch aussamt).
    Man muss einfach pragmatisch sein.
    Zwei Frauenmantel Pflanzen haben sich in der Nähe vom Hauseingang in einer Ritze angesiedelt, erstaunlich wie sie dort überleben.
    Aber das scheint auch eine der Stauden zu sein, die sich gerne zwischen Platten und Ritzen ansiedelt.
    In der Nähe von uns ist eine breite gepflasterte Garageneinfahrt, die ganze Einfahrt ist voll mit Frauenmantel, der aus dem Pflaster wächst, der Besitzer versucht ein- oder zweimal im Jahr die Pflanzen durch rausreißen loszuwerden, ich bemerke dann immer (mit etwas Schadenfreude), dass das nicht klappt.
    Was ich romantisch finde, das finden wahrscheinlich viele im Land der schwäbischen Kehrwoche (ich lästere manchmal, aber als eingeborener Schwabe darf ich das), als nachlässig und schlampig.
    Ich dagegen empfinde die vielen geschotterten Vorgärten, in denen in der MItte irgendwas "Putziges" steht als spießig.
    Und die Frage, wer jede Woche diesen ganzen Plunder im Discounter kauft, die ist damit beantwortet.
    Aber zurück zum Frauenmantel.
    Die Wildart, die Du ganz am Schluss erwähnst, die wächst bei uns tatsächlich in den Rasenflächen (bzw momentan sind es Wiesen, wegen der vielen Zwiebelpflanzen haben wir noch nicht gemäht).
    Ich finde das im Rasen immer sehr hübsch und freue mich jedes Mal, wenn ich wieder einen davon entdecke.

    Die Hitze ist einerseits schön, vor dem Haus, wo ein schöner Sitzplatz ist, duften die Zitronenblüten, es ist himmlisch.
    Das Gießen ist zwar etwas herausfordernd, und Manches hat tatsächlich schlapp gemacht, bzw manche Pflanzen mögen die Hitze trotz Schattenplatz nicht und sind eingegangen. Auch eine neue Erfahrung.
    Ich hatte jahrelang widerstanden und dann doch gekauft: 2 Schokoladenkosmeen (Cosmos atrosanguineus), zumal im Internet stand: die Knollen kann man sehr gut überwintern, wie Dahlien.
    Also sie haben sich nach 2 Tagen verabschiedet, und beim rausnehmen aus dem Topf konnte ich keine Knollen entdecken, höchstens mickrige Wurzeln. Ein Versuch, der nicht wiederholt wird.
    Große Untersetzer habe ich tatsächlich letzte Woche auf dem Flohmarkt günstig gefunden,
    Pflanzkübel keine, die hatte schon eine andere Besucherin in ihrem Einkaufstrolly.
    Dafür standen 3 große schön verzierte Terrakotta Töpfe in der Nähe vom Flohmarkt vor einem Haus mit einem großen Schild "zu verschenken",
    die habe ich dankbar mitgenommen und gleich mit Sommerblumen (Löwenmäulchen, Zinnien, Levkojen) bepflanzt.
    Liebe Gartengrüße von Bernd

    • Antwort Susanna 26. Juni 2026 at 11:25

      Guten Morgen, lieber Bernd,
      den Frauenmantel habe ich seit Jahren an verschiedenen Stellen im Garten und er war für mich tatsächlich eine easy-peasy-Pflanze: eingepflanzt, gewachsen. geblüht. So unterschiedlich sind unsere Gärten! Ich hätte ihn so gerne mit violettem Steppen-Salbei kombiniert, aber nachdem die Schnecken den dreimal in Folge in dem Beet umgebracht haben, habe ich aufgegeben. Nun werde ich es mit Wiesen-Storchschnabel versuchen.
      Ach, die Stehrümchen! Am besten Gartenzwerg mit Meerjungfrau und Dürers Hasen (gleich mehrmals 😉) kombiniert …
      Du bist frei nach Pippi Langstrumpf ein echter Sachenfinder! Statt auf dem Flohmarkt, wo du sonst die tollsten Funde machst, für die Töpfe zu bezahlen, findest du sie nun auch noch am Straßenrand.
      Die Bepflanzung klingt fröhlich sommerlich.
      Herzliche Grüße
      Susanna

      • Antwort Bernd Stöckle 26. Juni 2026 at 13:35

        Hahaha, liebe Susanna, ich fühle mich erwischt 🙂
        Dürers Hasen als Deko – wie lustig, dass Du das erwähnst………………….
        wir helfen seit Wochen einem Onkel beim Hausausräumen – und was hat Bernd aus dem Container genommen:
        eine ganze Dürer-Hasenfamilie (aus grau beflocktem Plastik, immerhin sehen sie echt aus) –
        die steht nun an unauffälliger Stelle in unserem Wald mitten zwischen dem Efeu.
        Ich werde nie wieder lästern ……………..
        – vielleicht 🙂

        • Antwort Susanna 26. Juni 2026 at 13:39

          Klasse! Mehr sag´ich dazu nicht … 🙈

  • Antwort Sabine 26. Juni 2026 at 9:22

    Guten Morgen, Susanna,
    es bleibt wirklich zu hoffen, dass wir nach den nächsten Tagen nicht Heu im eigenen Garten machen müssen. Wenn das jetzt der neue Standard wird… Extreme Hitze und dann wieder Starkregen, Sturm und Hagel.
    Der weiche Frauenmantel schafft es, sich trotz Rückschnitt in die kleinsten Ritzen zu setzen. “Partners in crime“ mit den Polsterglockenblumen. Die kleine Variante verhält sich auch bei mir sittsam, aber eben nicht so hilfreich, wenn man mit Blattförmchen spielen will. So manches marodiert hier durch die Rabatten, ist aber dennoch unverzichtbar. Wie oft habe ich bereut, nicht nur Klatschmohn, sondern auch “Ladybird“ ausgesät zu haben.
    (Direktaussaat grundsätzlich gemischt mit Flohsamenschalen und sofort gut angegossen. Meine Spatzengang, bei der ich Ehrenmitglied bin, macht sonst eine wilde Sause.) Riesige kräftige Pflanzen, die gerne rücksichtsvollere Beetnachbarn unter sich begraben.
    Und dann stürzen sich wieder dicke Hummeln und Holzbienen wie pummelige Kinder im Freibad in die roten Fluten. Also gut.
    Die Selbstaussat der Fingerhüte versuche ich jedes Jahr in die mittleren und hinteren Reihen zu leiten und sie drängeln sich doch immer wieder auch in die vorderste. Das ekstatische Brummen in den einzelnen Hütchen hört man bis ins Haus und lässt den Verlust der ein oder anderen zierlichen Staude, die hier eigentlich stehen sollte, verschmerzen. Der Rosenwaldmeister ist auch viel zu üppig und hoch dieses Jahr, passt so aber wunderbar zum Wollziest, der eigentlich nicht blühen sollte, es aber zur großen Freude der Wollbienen doch tut. Dahinter komplettieren dann dunkelrote Bartnelken die Reihe. Passt doch.
    Manchmal ist man halt einfach nur dankbar, im eigenen Garten geduldet zu sein 😉.
    Hoffentlich meistern alle Beteiligten die kommenden Herausforderungen und überstehen erst einmal die nächsten Tage.
    Macht es euch schattig und gemütlich!
    Sabine

    • Antwort Susanna 26. Juni 2026 at 11:38

      Ach, die Polsterglockenblumen, liebe Sabine! Ich habe sie mal als Mauerblümchen gepflanzt und viele Jahre war sie zahm und hübsch, wie ich es mir vorgestellt hatte. Bis sie vor ein paar Jahren den Garten übernehmen wollte und die Mauer am kleinen Sitzplatz komplett zugewuchert hat. Nun bin ich ständig dran, jedes Blättchen, dass sich zeigt, zu entfernen.
      Mit 'Ladybird' habe ich nach unserem Besuch in Great Dixter geliebäugelt. Da ich regelmäßig vergesse, Saatgut zu ordern, ist nichts daraus geworden. Ich finde ihn allerliebst – sollte ich nun gewarnt sein?
      Fingerhut habe ich wie nie zuvor. Ich werde die kräftigen Sämlinge, die jetzt nicht zur Blüte gekommen sind, im Herbst umsetzen.
      Ich wünsche dir ein schattiges Plätzchen und ein schönes Sommerwochenende,
      ganz liebe Grüße
      Susanna

      • Antwort Sabine 26. Juni 2026 at 12:54

        Nun. In meinem Garten unterscheidet sich “Ladybird“ nicht nur durch die schwarzen (und manchmal auch weißen) Tupfer vom Klatschmohn. Er ist sehr hoch, verzweigt mit kräftigen Stielen, die aber trotzdem nicht standfest sind. Dieses Jahr hat er sich durch Wind und Wetter natürlich übereinander- sowie über die Stauden gelegt und reckt die Fäuste am Ende wieder hoch. Roter Gruß im Blumenbeet 😉. Alle Pflanzen rausrupfen würden mir halt die schwergewichtigen Brumseln übel nehmen.
        In eurem Boden mag sich das anders gestalten. Auf den Bildern von Great Dixter sieht er ja auch wunderschön aus. Und die Polsterglockenblumen reiße ich nach dem ersten Flor aus und ab, ärgerlich umschwirrt. Kommen üppig wieder. Los werde ich sie wohl nie wieder. Was andere singend und summend feiern.
        „Dein Garten ist nicht dein Garten…“

        • Antwort Susanna 26. Juni 2026 at 12:58

          Ich ziehe hier die Sämlinge des Schlafmohns zu Hauf aus, die aus der Nachbarschaft einwandern. Ein Jammer, ich würde sie so gerne stehen lassen, wenn es nur erlaubt wäre.
          In der Tat: Wir haben unsere Gärten nur von der Natur geliehen.
          LG Susanna

  • Antwort Inge 26. Juni 2026 at 11:32

    Liebe Susanna,
    Frauenmantel geht immer und überall ! So schöne Kombinationen zeigst du wieder, sie finden sich alle auch in unserem Garten wieder. Meist hat sich der Frauenmantel durch Aussaat selbst kombiniert. Er begleitet zusammen mit Mutterkraut die englische Rose " Gabriel Oak "und er umspielt einen alten Granittrog zusammen mit nesselblättriger Glockenblume. Ich musste gar nichts anpflanzen. Zu Pfingstrosen ist der Frauenmantel sowieso ein Traum, wie auf deinem schönen Foto zu sehen ist. Er wächst brav noch auf schlechtestem Boden und hält Trockenheit und Hitze aus. Als Begleiter von Rosensträußchen ist diese Wunderpflanze unverzichtbar.
    Leider kann man den Garten derzeit nicht genießen, ich kämpfe ums Überleben meiner Staudenbeete. Viele Blätter haben schon Verbrennungen, die Blüten vom Fingerhut sind braun verbrannt. Bei uns hat es ja schon im Mai nur ein paar Tropfen geregnet, im Juni grade mal 15 Liter. Das ist schon lang verpufft, Neupflanzungen gieße ich drei mal täglich.
    Abends kühlt es auch nicht so ab, dass man gerne draußen ist, gestern waren es um 19 Uhr noch 28 Grad.
    Deshalb gehe ich morgens um sechs Uhr durch meinen Garten, da kann ich mich noch dran freuen.
    Lieber Gruß
    Inge

    • Antwort Susanna 26. Juni 2026 at 11:44

      Die Morgenstunden sind auch für mich die schönste Zeit im Garten, liebe Inge, gerade bei diesen Temperaturen. Wenn alle Töpfe gut versorgt sind, kann ich mich entspannt ins Haus zurückziehen. Die Niederschlagssituation bei euch ist schlimm. Wie schade, dass alles so leidet!
      Wir hatten hier Starkregen und bis kurz vor der Hitzewelle kaum trockene Tage. Wir konnten den Garten zwar nicht genießen, aber ich hoffe, die Pflanzen kommen dadurch durch die heiße Zeit.
      Wie schön, dass der Frauenmantel sich bei dir so passend versamt hat. Manchmal haben unsere Pflanzen die besten Ideen …
      Herzliche Grüße
      Susanna

  • Antwort Helma Willand 26. Juni 2026 at 13:52

    Danke für den Tipp mit dem
    Brotmesser, liebe Susanna 😉🫣🤭! Das hört sich zwar martialisch an, wird aber demnächst ausprobiert…… wieder einmal ein sehr interessanter, informativer Beitrag von Dir!

    • Antwort Susanna 26. Juni 2026 at 15:10

      Sehr gerne, liebe Helma! So schneide ich alles, was viele Stängel hat. Es geht auch ruck zuck mit dem Gräser-und Staudenschnitt im Frühling. Da brauch´ich keine teure Staudensichel. Es sieht wirklich ein bisschen brutal aus, ist aber kurz und schmerzlos, um im Bild zu bleiben.😉

  • Antwort Elke Schwarzer 27. Juni 2026 at 10:28

    Hallo Susanna,
    Frauenmantel ist ideal für neue Gärten, die schnell üppig aussehen sollen.
    Besonders gut gefällt mir die Szene mit Rosen und Sternkugellauch.
    Viele Grüße
    Elke

    • Antwort Susanna 27. Juni 2026 at 10:51

      Hallo Elke,
      er ist so eine dankbare und frohwüchsige Art. Ich hab gar nicht so viel Platz, wie ich ihn gerne kombinieren würde.
      Viele Grüße
      Susanna

  • Antwort Eva Lemmert 28. Juni 2026 at 12:25

    Liebe Susanna,
    ganz lieben Dank für den direkten Vergleich von Remontierschnitt und nur Auslichten, das zeigt ja wirklich äußerst deutlich, was der Pflanze besser bekommt.
    Der Rosenstrauß mit dem Frauenmantel ist auch ganz besonders schön. Überhaupt gefällt mir die Kombination mit Rosa am besten. Ich bin gespannt, was aus meiner Pflanzung mit der Euphorbia Fireglow wird, denn momentan sieht sie ziemlich verbrannt aus, obwohl sie im Halbschatten sitzt. Mal sehen, ob sie das überlebt.
    Ich wünsch dir einen schönen Sonntag, komm gut durch die Hitze. Morgen soll es hier wieder angenehmer werden glücklicherweise.
    Liebe Grüße, eva

    • Antwort Susanna 28. Juni 2026 at 12:30

      Das Ausschneiden der einzelnen Blütenstiele war mir einfach irgendwann zu mühsam, liebe Eva, weil ich ein paar größere Flächen mit Frauenmantel habe. Da greife ich lieber zum Messer und nehme in Kauf, dass an den Stellen für kurze Zeit Lücken entstehen.
      Ich drücke dir die Daumen, dass dein 'Fireglow' die Hitze gut übersteht. Bei Neupflanzungen ist jetzt leider Gießen, Gießen, Gießen angesagt.
      Dir auch einen schönen Sonntag; ich hoffe auf das Gewitter heute Nacht …
      Herzliche Grüße
      Susanna

  • Antwort Carola Falkenstein 28. Juni 2026 at 14:03

    Ach, wie ich ihn liebe …. So eine dankbare, pflegeleichte und ganz besonders hübsche Staude! Für jeden Garten, in meinen Augen, ein wunderbarer Staudenpartner für sooo vieles. Herzlichen Dank, es war mir eine Freude, deinen Beitrag zu lesen. Hier in Bad Elster ist es auch sehr heiß und somit bin ich tagsüber im Zimmer und widme mich ein wenig Insta und co. Und-meine Vorfreude auf Zuhause wächst mit diesem schönen Beitrag ebenso … liebes Grüssleeeee Carola

    • Antwort Susanna 28. Juni 2026 at 14:08

      Die Möglichkeiten, den Frauenmantel zu kombinieren, sind schier endlos, liebe Caro, das finde ich auch. Ich könnte mir unseren Garten kaum ohne ihn vorstellen.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass du dich auf deinen schönen Garten freust und wünsche dir noch eine gute Zeit!
      Herzliche Grüße
      Susanna

  • Antwort Pfälzerin 28. Juni 2026 at 21:08

    Liebe Susanna, Frauenmantel findet man auch in unserem Garten.
    Ich habe endlich Zeit gefunden, um in Ruhe Deinen Beitrag zu lesen und die Bilder anzuschauen. Die Hitze hat uns immer noch fest im Griff, soll aber in den nächsten Tagen endlich abklingen.
    Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin

    • Antwort Susanna 29. Juni 2026 at 10:05

      Guten Morgen liebe Ingrid,
      der Frauenmantel sollte meiner Meinung nach in keinem Staudengarten fehlen.
      Hier hat es sich nach einem Gewitter am frühen Morgen wunderbar abgekühlt. Hoffen wir, dass es nun doch noch einen angenehmen Sommer gibt.
      Liebe Grüße
      Susanna

  • Antwort kleiner-staudengarten 29. Juni 2026 at 23:20

    Der Frauenmantel ist wirklich der Weichzeichner im Beet und passt eigentlich mit seinem zarten Gelb zu allen Farben und Formen. Schöne Pflanzbeispiele zeigst du wieder, liebe Susanna.
    Einen lieben Gruß von Marita

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