Ihr Lieben,
Im Juni waren wir auf der Jahrestagung der Gesellschaft der Staudenfreunde in Billerbeck bei Münster. Auf dem Programm stehen jedes Jahr mehrere gemeinsame Bustouren mit Besuchen in den schönsten Gärten der jeweiligen Region. Eine dieser Fahrten führte uns nach Velen in den Garten von Maria und Heiner Marks.

Das Grundstück der Marks ist 2000 qm groß und liegt in einem Wohngebiet mitten in in der Stadt. Das hübsche Backsteinhaus ist mit Wildem Wein (Parthenocissus tricuspidata) bewachsen und bei unserem Besuch begannen gerade die Rispen-Hortensien zu blühen, die links und rechts vom Eingang die Beete füllen.

In den Garten gelangen wir "hintenrum", das heißt wir gehen über die Einfahrt am Haus entlang und durch einen mit Hainbuchen bewachsenen Bogen in einer Hecke.

Der Weg führt an Zieräpfeln vorbei, die an einem Spalier als Stelzenhecke gezogen und mit Frauenmantel (Alchemilla mollis) unterpflanzt sind:

Das Regenfass hat ebenfalls einen Mantel aus Wildem Wein:

Wir werden fröhlich von Maria Marks begrüßt. Sie lebt seit sechzig Jahren hier, es ist der Garten ihres Elternhauses. Auf den alten Apfelbäumen ist sie als Kind herumgeklettert. Damals war hier, wie das üblich war, ein großer Gemüsegarten. Heute ist der Rasen von Beeten mit Gehölzen, Rosen und Stauden gesäumt.

Der Japanische Blumen-Hartriegel (Cornus kousa) teilt sich das Beet mit der Dolden-Glockenblume (Campanula lactiflora) 'Loddon Anna' und einer stattlichen Engelwurz (Angelica):

'Loddon Anna' hat im Juni Dolden hell violetter Blüten und blüht erneut im September, wenn sie geschnitten wird. Sie wird 60 cm breit und bis zu 1 m hoch und möchte einen sonnigen bis halbschattigen Platz mir frischem Boden. Die Staude ist eine perfekte Rosenbegleiterin:

Im Beet scheint ein kleines Paar zu tanzen und die sommerliche Fülle zu feiern:

Lange Zeit war die Mittelachse des Gartens mit Buchsbaum eingefasst, doch dann mussten die Pflanzen nach einem Pilzbefall entfernt werden. Nach dem anfänglichen Bedauern stellten die Marks plötzlich fest: Nun hatten sie viel mehr Platz für andere Pflanzen. "Es gibt ein Leben nach dem Buchsbaum!" sagt Maria Marks lachend.
Nun begleiten üppige Staudenbeete den Weg zur kleinen blauen Laube. Weicher Frauenmantel und Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) dürfen großzügig in die Kiesfläche schwingen. Ist das nicht ein Bild wie gemalt?

Am meisten wurde in den Beeten wohl die Kombination aus Roter Spornblume (Centranthus ruber), rosa Storchschnabel (Geranium-Hybride) 'Dreamland' (vorn) und dem zart blauvioletten Gefüllten Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) 'Summer Skies' bewundert. Maria Marks' Vorliebe für Pastelltöne ist nicht zu übersehen.

Der Wiesen-Storchschnabel blüht von Juni bis August, mag einen sonnigen Standort auf frischem Boden und wird etwa 60 cm hoch und 40 cm breit. Der Name 'Summer Skies' passt wunderbar zu den kleinen gefüllten Blüten:

Auch zusammen mit dem Sommer-Phlox (Phlox paniculata) macht er sich gut:

'Dreamland' ist ein Dauerblüher mit zarten, fein gestreiften rosa Blüten von Juni bis Oktober:

Die Beete haben eine wunderbare Leichtigkeit!

Über Frauenmantel und blauem Steppen-Salbei schweben die Blüten der Färberkamille (Cota tinctoria syn. Anthemis tinctoria) 'E.C. Buxton':

Durch einen mit Clematis und Rosen bewachsenen Rosenbogen gelangen wir in einen anderen Teil des Gartens.

Hier fügt sich ein mit Steinen eingefasster Naturteich wunderbar in das Grundstück ein. Die transparente Uferbepflanzung gibt ihm einen Rahmen, lässt aber dennoch den Blick aufs Wasser frei. Auf der linken Seite bringt das Laub eines Eisenholzbaumes (Parrotia persica) jetzt schon etwas rote Farbe ins Grün. Im Herbst färbt er sich leuchtend rot-orange und wird zusammen mit dem Chinaschilf (Miscanthus) davor ein besonders attraktives Bild ergeben.

Auf dem Wasser schwimmen Seerosen und die Stauden und Gräser am hinteren Ufer wirken wie ein Raumteiler. Der Sitzplatz unter dem Sonnenschirm ist von hier aus nur zu erahnen. Das macht den Garten spannender:

Hier fühlen sich unter anderem Frösche und Libellen wohl.

Jenseits des Teiches breitet eine Dachplatane ihre Äste aus.

Unter ihrem Schirm lässt es sich an diesem heißen Tag gut aushalten. Zusammen mit der Hecke auf der einen und dem Staketenzaun auf der anderen Seite bildet das Bäumchen einen eigenen kleinen Gartenraum.

Etwas Gemüse darf es auch heute noch sein. Der Staketenzaun begrenzt das kleine Bauerngärtchen, in dem Kräuter, Salat und Gemüse für den Eigenbedarf gezogen werden.

Eine lachsrosa Englische Rose zeigt ihren ersten Flor und kleine Zaunhocker geben eine humorvolle Note dazu:

Ein schattigeres Beet ist mit weißbuntem Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) 'Jack Frost' eingefasst. Dahinter blühen später Silberkerzen und Herbst-Anemonen:

Weitere Gartenmöbel laden ein, sich nah zu den Stauden zu setzen und den Insekten zuzusehen. Ohne befestigten Untergrund sind sie nicht an einen Platz gebunden und können leicht dorthin getragen werden, wo es gerade schattig ist:

Im Frühling leuchten im Beet links unter der Zeder zahlreiche Hochblätter einer Wolfsmilch, nun sorgen die hellgrünen Halme von Gräsern für feine Struktur.

Am Sitzplatz unter dem Sonnenschirm steht ein Vogelbad. So kann man die zutraulicheren Vögel ganz aus der Nähe beobachten:

Die große schlichte Schale ist ein toller Hingucker:

Leider habe ich die malerische Zeder nicht im Ganzen fotografiert. Die Zweige mit den bläulichen Nadeln hingen voller Zapfen:

Den Tisch hat Maria Marks, die gelernte Floristin ist, mit einem Gesteck aus Frauenmantel, Spornblumen und Storchschnabel geschmückt:

In den Beeten gibt es genügend Blüten für Maria Marks, um sie für frische Arrangements für Haus und Garten zu schneiden. Dazu hat sie eine Anekdote: Vor Kurzem sprach sie ein Herr aus Köln an, der mit einer Gruppe gekommen war: "Isch han da e Messe' in de Tasch' …" und fragte, ob er im Garten ein paar Blumen schneiden dürfe. Das fand sie etwas befremdlich, gab aber einem Impuls nach und ließ ihn gewähren. Es stellte sich heraus, dass er Florist im Ruhestand war und er überreichte ihr den schönsten Strauß, den sie je bekommen hat!
Maria Marks mag zartes Gelb, das sich nicht in den Vordergrund drängt, wie das der Färberkamille 'E.C. Buxton', die wir oben schon gesehen haben.

Und sie mag Wiederholungen, deshalb hat sie die Staude mehrfach in ihren Beeten verwendet. Sie passt perfekt zur gelben Englischen Rose 'The Poet’s Wife', die sich wie zu einem Pläuschchen zu ihr herunter neigt.
Um die Rosen kümmert sich Heiner Marks. Der Boden hier ist lehmhaltig, ideal also für die Englischen Rosen. Er schneidet sie im Frühling, wenn die Forsythien blühen und versorgt sie mit Kuhdung. Später bekommen sie zusätzlich Rosendünger.

Wie gemalt sind die perfekten Blüten der Sorte 'Abraham Darby' ('AUScot'):

Am hinteren Ausgang des Hauses führen ein paar Stufen in den Garten hinunter. Sie werden auf beiden Seiten von Pflanzen in Töpfen und Vasen geschmackvoll begleitet.

Am großen Esstisch ist Platz für gemeinsame Mahlzeiten im Garten mit Familie oder Freunden. Zwei schlichte Kränze hängen an der Backsteinwand: Maria Marks braucht nicht viel Klimbim, um den Garten wohnlich zu machen. Ein paar ausgesuchte, geschmackvolle Dinge reichen aus und stehlen den Pflanzen nicht die Schau.

Schlichte Schalen mit Echeverien und schwimmenden Rosenblüten schmücken den Tisch.

Hier sind noch einmal die Zierapfelbäumchen zu sehen. Einer der Bäume mit kleinen Früchten wird schon früh von den Vögeln beerntet, erzählt Heiner Marks. Die roten Früchte von 'Red Sentinel' halten dagegen lange am Baum und werden erst gefressen, wenn sie von winterlichen Frösten weich geworden sind.

Vielen Dank für Ihre Gastfreundschaft, liebes Ehepaar Marks und dass Sie Ihren Garten für uns geöffnet haben!

Der Staudengarten Marks ist jeweils im Juni an den Tagen der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe und am letzten Juliwochenende geöffnet. Außerdem kann der Garten auf Anfrage besucht werden.
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen. Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende.
Herzliche Grüße
eure Susanna




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