Ihr Lieben,
Jenny Adam haben wir schon einmal im Juni 2023 besucht. Am vergangenen Sonntag lud sie unter dem Motto "Frühlingszauber im Garten" ein. Eine schöne Idee! Die meisten Gärten öffnen im Sommer zur Rosenblüte und vielleicht noch einmal im Herbst. Aber warum nicht die Saison mit einem offenen Garten beginnen?

Der Garten der Familie Adam ist 500 qm groß und liegt in Niederlistingen, etwa 30 km nordwestlich von Kassel. Leider spielte das Wetter nicht so mit. Am frühen Morgen gab es heftige Schauer und die Narzissen ließen ihre nassen Köpfchen hängen. Zwar regnete es nicht mehr, als wir ankamen, aber die Wolken mochten der Sonne noch keinen Platz machen. Dennoch hoffe ich, dass euch die Fotos einen Eindruck davon vermitteln können, wie fröhlich der Garten bei gutem Wetter aussieht.
Eindrücke aus dem Garten
Schon an der Haustür wurden wir von Tulpen, Narzissen und Lenzrosen (Helleborus x hybridus) begrüßt, die um diese Zeit im Garten den Ton angeben.

Nicht nur das Schild hieß uns willkommen, auch Jenny und ihr Mann begrüßten die Besucher herzlich und ließen sich vom April nicht die Laune verderben.

Der Eingang zum Garten liegt zwischen Haus und Schuppen und führt direkt am Sitzplatz der Familie vorbei.

Für mehr Raumgefühl wurden hier Drahtseile gespannt, an denen Wein über den Köpfen rankt:

Neben dem Hornveilchentopf mit Patina scheint ein Vögelchen auf Sonnenschein zu warten:

Über ein paar Stufen geht es nun in den Garten, in dem hinten das Spielhaus der Kinder mit der grünen Tür zu sehen ist.

Neben der Treppe hat Jenny ein kleines Stillleben aus Töpfen arrangiert. Die kleine Orangenblume hinten ist voller Knospen und wartet vermutlich noch auf ihren endgültigen Platz.

Vor dem Schuppen im Kiesplatz hat eine Feuerschale ihren Platz gefunden, die an Sommerabenden für Gemütlichkeit sorgt. Der transparente Zaun lässt den Blick auf das Nachbargrundstück zu und es entsteht fast der Eindruck, dass dort der Garten der Familie Adam noch weiter geht. Die blühenden Obstbäume bieten im Frühling eine hübsche Kulisse – eine schöne geborgte Aussicht!

Das alte Gebäude mit den in frischem Türkis gestrichenen Details prägt das Bild des Gartens.

In die Öffnung in der Wand hat Jenny Lehm gestrichen und einige Löcher hineingebohrt, um Wildbienen zum Nisten einzuladen.

Die Unterkunft wurde schon angenommen, wie man an einigen geschlossenen Löchern erkennen kann:

Zartes Federgras (Nassella tenuissima), Wolfsmilch und pinker Polster-Phlox (Phlox subulata) harmonieren in dem kleinen Beet vor dem Nebengebäude:

Narzissen und Persische Kaiserkronen (Fritillaria persica) sind auch im Regen hübsch:


Oberhalb der Natursteinmauer, die den Senkgarten mit Kiesbelag vom Beet trennt, blühen Lenzrosen (Helleborus x hybridus) und Narzissen:

Sommer-Knotenblumen (Leucojum aestivum) nehmen mit ihren Glöckchenblüten das Weiß der Narzissenblüten wieder auf. Sie sind die großen Schwestern der Märzenbecher und verlängern die Zeit der weißen Glöckchen bis in den Juni hinein. (Zoomt gerne mal rein!)

Ein Blick zurück zeigt die Lage der Gebäude, des Senkgartens und der Beete in diesem Bereich:

Mir gefällt der zweite Sitzplatz besonders gut. Die einfachen Möbel stehen frei im Garten und man sitzt mitten zwischen den Beeten.

Der Blick zur anderen Seite bietet eine weitere geborgte Aussicht: man schaut über einige Nachbarhöfe zum Kirchturm im Ortskern der Gemeinde:

Aus bepflanzten Gefäßen mit nostalgischer Note und einigen dicken Steinen hat Jenny neben dem Tisch ein Stillleben gestaltet.

Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) und verschiedene Narzissen geben dem Platz einen fröhlichen Rahmen.



Überall zwischen den Stauden wachsen kleine Tuffs des Zarten Federgrases und verbinden so die Beete miteinander:

Das leuchtende Rot einer Zierquitte (Chaenomeles) gibt zwischen den anderen Frühblühern den Ton an:

Auf der Bank unter der lebenden Kuppel aus Weidenästen sitzt man gemütlich, vor allem wenn die Blätter sie demnächst begrünen.

Auch der Raumteiler zum hinteren Gartenteil ist aus miteinander verflochtenen Weidenruten entstanden:

Im Beet daneben leuchtet das Gold-Flattergras (Milium effusum) 'Aureum'. Es bringt im Frühling Licht in halbschattige bis schattige Beete, mag frischen bis feuchten Boden und wird im Sommer dunkler grün. Es harmoniert mit den hellen Lenzrosen und ich finde, der Name "Flattergras" passt wunderbar zu den luftigen Halmen:


Ein weiteres Gartenzimmer hat Jenny mit einem Staketenzaun abgetrennt. Um ein kleines Kräuterbeet führt ein Kiesweg herum zum Kompost.

Am Ende des Weges hat Jennys Schwiegermutter einen Bereich mit einem Hochbeet, Beerensträuchern …

… und Rhabarber in einem dekorativen Zinktopf.

Die Pflänzchen sehen schon vielversprechend aus:

Ein Schild sagt uns, wo es weiter geht.

Die ersten Blüten am Flieder haben sich gerade geöffnet und der Duft lässt sich schon auf dem Foto erahnen.

Besonders glücklich ist Jenny über ihre neue Magnolie 'Royal Splendour'. Die Blütenblätter sind außen intensiv rötlich pink und innen heller. "Sie wächst zunächst säulenförmig aufrecht und bildet später eine breitere Krone", erzählt sie.


Nieswurz-Liebe
Jennys Faible für Nieswurze ist nicht zu übersehen. Überall sind Lenzrosen verteilt und zahlreiche Sämlinge dürfen in den Beeten wachsen. Ich kann das gut verstehen, denn sie mendeln munter untereinander und die "Kinder" sehen oft anders aus als die Elternpflanzen. Von fast schwarz …

… über dunkles Rot …

… und Rosa mit feinen Streifen (klickt gerne mal rein) …

… bis gerüscht mit schmalen dunklen Rändern sind viele Sorten vertreten.

In der Zinkwanne ergibt die Vielfalt ein romantisches Bild:

Auch die Palmblatt- oder Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) ist mehrfach zu sehen.

Veränderungen im Garten
Der Garten wächst mit der Familie! Am Spielhaus der beiden Jungen gab es bei unserem letzten Besuch noch eine Rutsche. Inzwischen üben sie sich an einer Kletterwand.

Wo früher ein Sandkasten war, schaut man vom Sitzplatz aus nun auf einen kleinen Teich, in dem Vögel baden und Tiere trinken können.

Die Kinder haben Freude daran, das Leben im Wasser zu beobachten und zählten an einer Stelle acht Molche.

Gemeinsam hat die Familie einen Käferkeller gebaut. Dafür wurde eine tiefe Grube ausgehoben, mit Totholz gefüllt und obenauf weitere Äste geschichtet. In dem dunklen feuchten Milieu finden die Insekten einen Lebensraum, in dem sie sich wohl fühlen.

So werden die Kinder an die Natur herangeführt und für naturnahes Gärtnern begeistert.

In dem großen Metallbottich bietet Jenny Wildbienen eine weitere Nisthilfe für Wildbienen an. In ein Gemisch aus Sand und Lehm in den offenen Stellen können sie ihre Brutgänge anlegen. Ein weiteres Sandarium ist geplant.

Nützlich und und dekorativ zugleich ist der abgestorbene Baum, der als Lebensraum für Kleintiere hier stehen bleiben darf.

Die Künstlerin
Das Huhn, das aus dem Fenster des Spielhauses schaut, hat eine Nachbarin geformt. Jenny hat es als Requisit für die Laientheatergruppe ihres Mannes bemalt, denn neben dem Gärtnern und Fotografieren ist das Malen eine weitere Leidenschaften, der sie sich neben Familie und Beruf widmet.

Einige ihrer Bilder wie die Aquarelle mit Sumpfmeise und Rotkehlchen zeigte sie auch an diesem Tag.

In den kleinen Fuchs habe ich mich sofort verliebt. Aus diesen Zeichnungen in Pastellkreide soll einmal ein Bilderbuch entstehen.



Vielen Dank, dass du deinen Garten geöffnet hast liebe Jenny. Es war schön, ihn auch einmal im Frühling kennenzulernen!
Sommerliche Bilder aus Jennys Garten mit ihren attraktiven Farbkombinationen findet ihr im Beitrag "Ein naturnaher Garten einer liebenswerten Pflanzensammlerin". Jenny zeigt ihre Fotos und ihre Malerei auf ihrer Webseite.
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen. Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, herzliche Grüße
eure Susanna




6 Kommentare
Hallo liebe Susanna
Zauberhafte Bilder hast du uns wieder mitgebracht von einem wunderschönen Garten, der auf mich in jedem Fall einen bunten und reizvollen Eindruck vermittelt, auch wenn das Wetter sich nicht von der besten Seite zeigen will!
Ein idyllischer Ort mit gemütlichen Sitzplätzchen, geborgten Aussichten und traumhaft schön gestalteten Gartenräumen kann man auf den Fotos sehen und ich denke, da kann man sich einfach nur wohlfühlen!
Diese Fülle von Pflanzen und Dekos erfreut sicher das Herz jeden Gartenliebhabers !!
Das mit Lehm gefüllte Rohr als Nisthilfe für Wildbienen erinnert mich übrigens auf den ersten Blick an meinen Sauerteig, den ich schon zum Brotbacken vorbereitet habe..🤣😆
Danke liebe Susanna für diesen tollen Beitrag! Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende! Eva
Jennys Garten ist wirklich ein Wohlfühlort, liebe Eva und mit ihrer offenen und annehmenden Art hat sie alle so herzlich begrüßt, dass es trotzdem ein sehr schöner Besuch war. Auch wenn das Bienenhotel zum Anbeißen aussieht, empfehlen würde ich es nicht …😅
Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende,
liebe Grüße
Susanna
guten Morgen liebe Susanna,
ein sehr schöner, romantischer, stimmiger Garten, den Du heute vorstellst.
Da gefällt mir einfach alles, da fühle ich mich direkt wie zu Hause.
Die vielen Lenzrosen und Narzissen blühen bei uns im Garten auch zur Zeit, und Zinkwannen, Steinmauern, Backsteine, Holzwände: das ist auch meins.
Also rundum schön.
Ich freu mich immer, wenn ich Gärten sehe, wo es gleich klar ist, dass der entsprechende Gärtner oder die Gärtnerin auf meiner Wellenlänge sind.
Ein schönes Gartenwochenende Bernd
Wir durften diese Woche wieder mit auf den Großmarkt und Polsterglockenblumen, Elfenblumen, Akeleien und zwei Rosenbüsche warten auf das Einsetzen.
Ich komme nochmals zurück auf den Lerchensporn, den ich in meinem letzten Kommentar erwähnte,
irgendwie überzeugt mich nicht, was meine FloraIncognita App sagt,
jetzt habe ich nochmals gegoogelt, es könnte der hier sein: Corydalis Cultorum Canary Feathers, wohl eine Zuchthybride.
Dieser Lerchensporn füllt nun eine ganze Zinkwanne aus, überaus prächtig und er begeistert mich sehr.
Guten Morgen lieber Bernd,
es gibt solche Gärten, da weiß man sofort, dass alles passt und man könnte sich Stunden aufhalten und mit den Besitzern plaudern. Mit Jenny hättest du sicher auch viel zu erzählen.
Zu dem Lerchensporn, den du nanntest, habe ich nicht viel gefunden; da ist es wahrscheinlicher, dass es der 'Canary Feathers' ist, der in einigen Gärtnereien zu bekommen ist. ich stelle es mir sehr hübsch vor, wie seine Blüten die ganze Zinkwanne einnehmen.
Herzliche Grüße
Susanna
Liebe Susanna,
wie schön, dass du sogar schon zum zweiten Mal Jenny‘s Garten besuchen konntest. Ich würde auch so gerne mal hinfahren, aber für uns ist es schon ganz schön weit. Ganz lieben Dank für‘s Mitnehmen.
An ihrem Garten gefallen mir besonders die vielen Steinmäuerchen und die Kieswege. Sie hat alles so liebevoll angelegt, so viele schöne Details, da erkennt man sofort die künstlerische Ader.
Mein liebstes Highlight ist ihr Eingangsbereich, der ist ein Traum. Über ein Bild davon, bin ich auf ihrem Account gestoßen, und folge ihr seitdem.
Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende, ganz liebe Grüße, eva
Der Eingangsbereich bei Jenny gefällt mir auch sehr gut, liebe Eva. Davon habe ich dieses Mal kaum Fotos gemacht. Es war ein schönes Wiedersehen und da haben wir uns einfach in den hinteren Garten und ins Gespräch vertieft. Die Kieswege gefallen mir auch sehr gut. Wenn wir einmal den restlichen Rasen entfernen, wäre das für uns auch eine schöne Alternative.
Liebe Grüße und dir auch ein wunderschönes Wochenende
Susanna