Gartengestaltung

Trockenheitsresistente Pflanzen Teil 1: heimische Stauden und Zweijährige für trockene, sonnige Standorte

18. September 2026
Heimische trockenheitsresistente Stauden: Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) und weiß-rosa Schafgarbe (Achillea)

Ihr Lieben,
nach diesem heißen Sommer, in dem wir alle sehnlichst auf Regen gewartet haben, werden so manche Lücken neu gefüllt und Beete neu geplant werden. Durstige Pflanzen wie Hortensien, Silberkerzen oder Schlangenköpfe waren ohne regelmäßiges Gießen kaum zu retten. In unserem Garten sind es die Astilben, die nun schon das dritte Jahr in Folge jämmerlich braun waren, bevor die spärliche Blüte da war.
Trockenheitstolerante und hitzeverträgliche Alternativen sind gefragt. In diesem Artikel stelle ich euch eine Auswahl heimischer Stauden und Zweijähriger vor, die mit den zunehmenden trockenen Perioden zurecht kommen.

Heimische trockenheitsresistente Stauden: Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) und weiß-rosa Schafgarbe (Achillea)
Heimische trockenheitsresistente Stauden: Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) und weiß-rosa Schafgarbe (Achillea)

Warum heimische trockenheitsverträgliche Pflanzen?
Heimische Pflanzen bieten den spezialisierten Wildbienen Nahrung, die auf bestimmte Arten angewiesen sind. Sie sind ökologisch wertvoll und je mehr davon auf unserem Buffet angeboten werden, desto besser.
Nicht heimische Pflanzen haben dennoch ihre Berechtigung und erweitern das Angebot für die Generalisten unter den Insekten. Von ihnen stelle ich euch demnächst weitere vor.

Für unsere Insektenwelt sind die natürlich vorkommenden Arten dieser Pflanzen besonders wertvoll. Die Sorten haben möglicherweise nicht gleich viel Pollen und Nektar.

Stauden

Färberkamille (Cota tinctoria)

Die Färberkamille (Cota tinctoria syn. Anthemis tinctoria) blüht von Mai/Juni bis September in einem warmen Gelb und wird 30 bis 60 cm hoch. Es gibt verschiedene Sorten in Weiß, Creme und Gelb, alle mit gelber Mitte. Sie bevorzugt schottrige, humusarme, durchlässige Böden. Mitte Mai schiebt in unserem Beet die Sorte 'Susanna Mitchell' ihre ersten Blüten neben der Bleichen Schwertlilie (Iris pallida) 'Argentea Variegata' in die Höhe. Im Vordergrund blüht das Sonnenröschen (Helianthemum) 'Elfenbeinglanz':

Färberkamille (Cota tinctoria) 'Susanna Mitchell' mit Bleicher Schwertlilie (Iris pallida) 'Argentea Variegata' und Sonnenröschen (Helianthemum) 'Elfenbeinglanz'
Färberkamille (Cota tinctoria) 'Susanna Mitchell' mit Bleicher Schwertlilie (Iris pallida) 'Argentea Variegata' und Sonnenröschen (Helianthemum) 'Elfenbeinglanz'

Hohe Fetthenne (Hylotelephium telephium syn. Sedum telephium)

Die Hohe Fetthenne (Hylotelephium telephium syn. Sedum telephium) ist ein Klassiker, der sowohl auf trockenem als auch auf frischem Boden gedeiht. Mein Favorit ist die bewährte standfeste Sorte 'Brillant', oft auch als 'Brilliant' geführt, die zusammen mit den aufrechten Blättern der Deutschen Schwertlilie (Iris germanica) Struktur ins Beet bringt. Sie blüht von August bis Oktober und ist fast das ganze Jahr über schön.

Hohe Fetthenne (Hylotelephium telephium syn. Sedum telephium) 'Brilliant' mit Deutscher Schwertlilie (Iris germanica) und Gelbem Sonnenhut (Rudbeckia fulgida)
Hohe Fetthenne (Hylotelephium telephium syn. Sedum telephium) 'Brilliant' mit Deutscher Schwertlilie (Iris germanica) und Gelbem Sonnenhut (Rudbeckia fulgida)

Auch 'Herbstfreude' ist eine gute Sorte, die mit Blausternbusch (Amsonia), Quirlblütigem Salbei (Salvia verticillata) 'Purple Rain', Woll-Ziest (Stachys byzantina) und Gräsern im Spätsommerbeet eine gute Figur macht.

Hohe Fetthenne (Hylotelephium telephium syn. Sedum telephium) 'Herbstfreude', Blausternbusch (Amsonia), Quirlblütiger Salbei (Salvia verticillata) 'Purple Rain' und Woll-Ziest (Stachys byzantina) mit Gräsern im Spätsommerbeet
Hohe Fetthenne (Hylotelephium telephium syn. Sedum telephium) 'Herbstfreude', Blausternbusch (Amsonia), Quirlblütiger Salbei (Salvia verticillata) 'Purple Rain' und Woll-Ziest (Stachys byzantina) mit Gräsern im Spätsommerbeet

Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum)

Der Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum) blüht von Juni bis August und zeigt noch bis zum Frost eine Nachblüte. Er bildet dichte Kissen von 30 cm Höhe, die kaum unerwünschte Pflanzen durchkommen lassen. Mit zierlichem Laub und offenen Schalenblüten untermalt er eine Persische Rose, die sein Rosa in ihrem Farbverlauf perfekt widerspiegelt:

Rosa Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum) mit Sternkugel-Lauch (Allium christophii) und einer Persischen Rose
Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum) mit Sternkugel-Lauch (Allium christophii) und einer Persischen Rose

Zudem hat er eine hübsche Herbstfärbung, die bei den Sorten unterschiedlich ausgeprägt ist.

Die Herbstfärbung des Blut-Storchschnabels (Geranium sanguineum) im November
Die Herbstfärbung des Blut-Storchschnabels (Geranium sanguineum) im November

Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum)

Die Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum) lässt ab Juni ihre kräftig pinken Blüten an langen, dünnen Stielen über dem grasähnlichen Laub schweben. Schneidet ihr sie nach dem ersten Blütenschub bis auf den Blattschopf herunter, bildet sie noch einmal neue Blüten aus.
Mit Woll-Ziest, Katzenminze und rosa Schafgarbe ist dieses Beet eine unschlagbare sommerliche Insektenweide:

Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum) mit Woll-Ziest (Stachys byzantina), Schafgarbe (Achillea) und Katzenminze (Nepeta)
Karthäuser Nelke (Dianthus carthusianorum) mit Woll-Ziest (Stachys byzantina), Schafgarbe (Achillea) und Katzenminze (Nepeta)

Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)

Den Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) gibt es in verschiedenen Rosa- und Violetttönen sowie in Weiß und er lässt sich vielfältig kombinieren. Auch er blüht im Juni und Juli und nach einem Remontierschnitt nochmals im Spätsommer. Damit er euch lange Freude macht, solltet ihr ihn vor Schnecken schützen und alle 5 Jahre teilen. Hübsch ist die Kombination dieser violetten Sorte mit der weiß-rosa Schafgarbe:

Heimische trockenheitsresistente Stauden: Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) und weiß-rosa Schafgarbe (Achillea)
Heimische trockenheitsresistente Stauden: Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) und weiß-rosa Schafgarbe (Achillea)

Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris)

Das Echte oder Gewöhnliche Leinkraut (Linaria vulgaris) erinnert mit seinen kleinen gelben Blüten an Löwenmäulchen. Es hat eine lange Blütezeit von Juli bis Oktober und wird bis zu 60 cm hoch. Aber Vorsicht: es breitet sich durch Ausläufer und über Samen aus und ist konkurrenzstark gegenüber seinen Beetnachbarn. Im Gegensatz zu den meisten anderen hier aufgeführten Pflanzen möchte das Leinkraut einen eher nährstoffreichen Boden. Hier bringt es zusammen mit der violetten Aster Farbe zwischen Yucca, Zartes Federgras und Bergminze.

Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris), violette Aster, Yucca, Zartes Federgras (Nassella tenuissima) und Bergminze
Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris), violette Aster, Yucca, Zartes Federgras (Nassella tenuissima) und Bergminze

Berg-Flockenblume (Centaurea montana)

Die Berg-Flockenblume (Centaurea montana) wird etwa 40 cm hoch und blüht im Juni und Juli. Sie verträgt auch halbschattige Plätze und mag es ebenfalls nährstoffreicher. Putzt ihr Verblühtes regelmäßig aus, bildet sie immer wieder neue Blüten. Das Ausputzen verhindert auch, dass sie sich stark versamt.

Staude für trockene Beete: Berg-Flockenblume (Centaurea montana) mit blauen Blüten
Staude für trockene Beete: Berg-Flockenblume (Centaurea montana)

Mit nur etwa 10 bis 30 cm Höhe ist die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) ein Zwerg in ihrer Gattung. Zierliche Blüten an dünnen Stielen werden von Mai bis September gebildet. Sie gedeiht auch auf frischem Boden.

Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)

Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) zeigt ihre Blüten im Juni/Juli und nach einem Rückschnitt nochmals im September. Sie breitet sich über Ausläufer aus und mag keinen zu nährstoffarmen Boden. Ist er jedoch zu nahrhaft, leidet ihre Standfestigkeit. Es gibt Sorten in Rot, Rosa, Violett und Lachsrosa. In der Natur sind die Blüten meist weiß, gelegentlich auch rosa.
Die Schafgarbe verschwindet nach einigen Jahren aus dem Beet, wenn sie nicht alle drei bis vier Jahre geteilt wird.

Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) 'Colorado' mit feinem, farnähnlichem Laub in Rosa und Pink
Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) 'Colorado'

Kurzlebige Stauden

Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca)

Die Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca) blüht von Juli bis September und wird etwa 60 bis 80 cm hoch. Zwar ist sie kurzlebig, erhält sich aber wie die folgenden Pflanzen dieser Auswahl durch Selbstaussaat, wenn ihr der Standort zusagt.
In unserem Beet blüht die Sorte 'Moon Dance', die mit 30 bis 40 cm Höhe kleiner und kompakter bleibt als die Art. Sie passt unter anderem zum Zarten Federgras (Nassella tenuissima) und der Blauraute (Salvia yangii syn. Perovskia atriplicifolia) ganz hinten:

Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca) und Zartes Federgras (Nassella tenuissima)
Für den Garten ohne Gießen: Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca) und Zartes Federgras (Nassella tenuissima)

Blauer Lein (Linum perenne)

Der Blaue Lein (Linum perenne) ist eine zauberhaft filigrane Staude mit zarten hellblauen Blütchen von Juni bis August. Hier ist er mit dem Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii) und dem feinen Laub des Fenchels (Foeniculum vulgare) zu sehen:

Blauer Lein (Linum perenne) mit Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii) und dem feinen Laub des Fenchels (Foeniculum vulgare)
Blauer Lein (Linum perenne) mit Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii) und dem feinen Laub des Fenchels (Foeniculum vulgare)

Moschusmalve (Malva moschata)

Die Moschusmalve (Malva moschata) blüht von Juli bis September und wird etwa 50 cm hoch. Es gibt auch eine weiße Sorte 'Alba'. Sie harmoniert mit vielen anderen Stauden und gefällt mir gut mit Rosen und dem Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon).

Rosa Moschusmalve (Malva moschata) mit Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon)
Moschusmalve (Malva moschata) mit Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon)

Wegwarte (Cichorium intybus)

Die Wegwarte bleibt auf mageren Standorten klein, so wie wir sie von Straßenrändern kennen. Auf nährstoffreichem frischem Boden kann sie ausladend und 1,50 m hoch werden. Dann ist sie nicht sehr standfest und ihr solltet sie aufbinden. Sie bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und blüht ab dem zweiten Jahr. Hier ist sie zusammen mit der Dunklen Königskerze (Verbascum nigrum) zu sehen:

Wegwarte (Cichorium intybus) und Dunkle Königskerze (Verbascum nigrum)
Wegwarte (Cichorium intybus) und Dunkle Königskerze (Verbascum nigrum)

Die Wegwarte erhält sich durch reichliche Selbstaussaat im Garten. Die Sämlinge können leicht mit dem Löwenzahn verwechselt werden:

Junger Sämling der Wegwarte (Cichorium intybus)
Junger Sämling der Wegwarte (Cichorium intybus)

Zweijährige

Wilde Möhre (Daucus carota)

Die Wilde Möhre (Daucus carota) bereichert die Beete nicht nur mit ihren duftigen sommerlichen Dolden, sondern auch mit den Samenständen, die an kleine Nester erinnern und monatelang haltbar sind. Sie harmoniert mit der Duftnessel (Agastache) 'Blue Fortune' und Argentinischem Eisenkraut (Verbena bonariensis) :

Wilde Möhre (Daucus carota) mit Duftnessel (Agastache) 'Blue Fortune' und Argentinischem Eisenkraut (Verbena bonariensis)
Stauden für heiße Sommer: Wilde Möhre (Daucus carota) mit Duftnessel (Agastache) 'Blue Fortune' und Argentinischem Eisenkraut (Verbena bonariensis)

Natternkopf (Echium vulgare)

Der Natternkopf (Echium vulgare) bringt von Juni/Juli bis August sein tolles Blau in den Garten. Er wird 60 bis 80 cm hoch und versamt sich stark. Er passt nicht nur zu anderen Wildstauden sondern auch durchaus zu Rosen mit offenen Schalenblüten wie der rosa Beetrose 'Sweet Pretty' :

Blau blühender Natternkopf (Echium vulgare) mit der rosa Beetrose 'Sweet Pretty' mit offenen Schalenblüten
Staude, die wenig Wasser braucht: Natternkopf (Echium vulgare) mit der Beetrose 'Sweet Pretty'

Dunkle oder Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum)

Die Dunkle oder Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) reckt ihre gelben Blütenkerzen mit den roten Staubfäden im Juli und August bis zu 1,20 m in die Höhe (s. Foto oben mit der Wegwarte). Unten seht ihr die Weiße Königskerze (Verbascum nigrum) 'Album', eine Sorte der Dunklen Königskerze zusammen mit dem Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) 'Caradonna' und der Himalaya-Wolfsmilch (Euphorbia griffithii) 'Fireglow' im Hintergrund:

Dunkle Königskerze (Verbascum nigrum) 'Album' mit weißen Blüten, Himalaya-Wolfsmilch (Euphorbia griffithii) 'Fireglow' und vioSteppen-Salbei (Salvia nemorosa) 'Caradonna'
Dunkle Königskerze (Verbascum nigrum) 'Album', Himalaya-Wolfsmilch (Euphorbia griffithii) 'Fireglow' und Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) 'Caradonna'

Violette Königskerze (Verbascum phoeniceum)

Die Violette Königskerze (Verbascum phoeniceum) variiert in der Blütenfarbe von Weiß über Rosa und Violett bis rötlich. Sie blüht schon im Mai und Juni und bleibt mit 60 bis 90 cm deutlich kleiner. Die Sorte 'Clementine' hat apricotfarbene Blüten mit violetten Staubgefäßen. Hier ist sie mit violettem und weißem Zierlauch zu sehen:

Violette Königskerze (Verbascum phoeniceum) 'Clementine' mit Zierlauch in Weiß und Violett
Violette Königskerze (Verbascum phoeniceum) 'Clementine' mit Zierlauch in Weiß und Violett

Übrigens
Der Natternkopf, die Färberkamille, die Wegwarte und die Moschus-Malve sind keine Pflanzen, die es bei uns schon immer gab. Sie kamen vor 1492 zu uns und werden als heimisch betrachtet. Man nennt sie Archäophythen. Sie sind ein Teil unserer Natur geworden und wichtige Nahrungslieferanten für Wildbienen, Schmetterlinge und Co.

Jeder Garten, jeder Standort ist anders. Deshalb gibt es keine Garantie, dass diese Pflanzen bei euch gedeihen. Die Erfahrungen in vielen Gärten haben jedoch gezeigt, dass sie im Vergleich mit anderen deutlich besser mit Trockenheit und hohen Temperaturen zurecht kommen.
Dennoch brauchen sie regelmäßige Wassergaben, bis sie gut eingewachsen sind.

Die ebenfalls heimische, trockenheitstolerante Bergminze und attraktive Beetnachbarn für sie stelle ich euch im Beitrag "Kleinblütige Bergminze oder Steinquendel (Calamintha nepeta) pflanzen und kombinieren" vor.

Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen. Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, herzliche Grüße
eure Susanna

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