Ihr Lieben,
die Tage werden merklich kürzer. Springe ich im Sommer morgens kurz nach sechs aus dem Bett und freue mich auf die erste Tasse Tee ganz allein – gerne im Garten – fällt es mir im Moment schwer, so früh aufzustehen, wenn der beste Ehemann von allen neben mir seine ruhigen, gleichmäßigen … Geräusche macht. Aber ich mag dieses weiche frühherbstliche Licht, das die Farben so viel sanfter macht. Und in diesem Licht kommt die Bergminze besonders gut zur Geltung, wenn es in ihre duftigen Blütenwolken fällt.

Die Kleinblütige Bergminze ist eine sommergrüne Staude aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), deren untere Stängelteile verholzen. Im Handel ist die heimische, wärmetolerante Wildstaude unter dem veralteten Namen Calamintha nepeta zu finden, der aktuell botanisch korrekte Name ist Clinopodium nepeta.
Das Erscheinungsbild der Bergminze
Die Bergminze bildet mit ihren reich verzweigten Stielen hübsche Horste. Ihr braucht mehr feine Textur in eurem Garten? Bitteschön!

Die kleinen Blätter sind dunkelgrün und glänzend. Sie duften wunderbar frisch nach Minze, wenn man darüber streicht und damit passt die Bergminze gut in einen Duftgarten.

Die winzigen Lippenblüten sind blass violett, wirken oft fast weiß und erscheinen ab Juli. Wird das Verblühte am Ende der ersten Blühphase entfernt, blüht die Bergminze im September erneut.
Wegen der langen Blütezeit ist die Bergminze auch für die Kultur im Kübel geeignet.

Ich beobachte vor allem im Spätsommer viele Insekten und Schmetterlinge an den Pflanzen.


Die Bergminze fällt in kleineren Stückzahlen im Garten zwischen den üppigen Blütenstauden zunächst wenig auf. Sie hat ihren Auftritt vor allem ab August, wenn sich viele andere Blüherinnen längst verausgabt haben. In größeren Drifts kommt sie schon früher zur Geltung.
Sie passt gut in den Vordergrund von Beeten, in Hochbeete und auf Mauerkronen, wo man den Duft genießen und das Leben an den Blüten aus der Nähe betrachten kann. Auch in sonnigen Steingärten und entlang von Treppen macht sie sich gut.
Die Bergminze ist eine Alternative zu den Minzarten wie Pfefferminze (Mentha x piperita), die sich ohne Wurzelsperre gern auf den Weg machen, den Garten zu erobern und mit ihren munteren Ausläufern schwierig zu bändigen sind.
Der Standort der Bergminze
Die Bergminze mag einen kalkhaltigen, durchlässigen, nicht zu nährstoffreichen Boden und einen warmen Standort in der Sonne oder im Halbschatten. Sie mag es trocken und toleriert die heißen sommerlichen Perioden.
Verschiedene Sorten der Bergminze
Die Art versamt sich reichlich wo es ihr zusagt und wächst gerne in Pflasterfugen. Wer das nicht möchte, schneidet Verblühtes weg oder wählt die sterile Sorte 'Triumphator'.
'Triumphator' wirkt fast weiß, wird etwa 50 cm hoch und blüht von Juli ohne Pause bis zum ersten Frost durch.
'Weißer Riese' wird 50 bis 70 cm hoch, hat weiße Blüten und ist weniger standfest.
'Lila Riese' hat eine Höhe von 60 bis 70 cm, zart violett-blaue Blütchen und ist standfest.
'Marvelette Blue' bleibt mit 30 bis 40 cm klein und kompakt, hat ebenfalls violett-blaue Blüten und soll sich sortenecht versamen.
'White Cloud' bleibt mit 20 bis 40 cm noch kleiner und hat weiße Blüten.
Auf einen Blick
Blütezeit: Juli und September, 'Triumphator' von Juli bis September
Licht: sonnig bis halbschattig
Boden: trocken bis frisch, normaler Gartenboden, gerne kalkhaltig, nicht zu nährstoffreich
Höhe: 30 bis 40 cm
Breite: 35 bis 40 cm
Sonstiges: heimische Wildstaude, aromatische Blätter duften nach Minze, trockenheitsresistent
Pflege: bodentiefer Rückschnitt im Frühling; Rückschnitt der Art und einiger Sorten am Ende des ersten Blütenschubes fördert den zweiten Flor.
Was passt zur Bergminze (Calamintha nepeta)
Die Bergminze passt zu vielen Pflanzen mit den selben Ansprüchen.
Der Wollziest (Stachys byzantina) und das Perlkörbchen (Anaphalis triplinervis) mit silbrigen Blättern untermalen ihre feinen weißen Blüten. Die Spornblume (Centranthus ruber) hat duftige Blüten auf der nächst höheren Etage. Sie harmoniert in Weiß, Rosa und Rot mit der Bergminze. Hohe Fetthennen, rosa Astern und Scheinsonnenhüte bewegen sich im pastelligen Farbschema. Das kleine Spanische Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus) mit seinen zarten Farben kann noch vor der Kleinblütigen Bergminze stehen.
Violette Astern und Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) bringen kräftigere Töne mit.
Luftige Gräser wie das Zarte Federgras (Nassella tenuissima) oder niedrige Horste vom Blauschwingel (Festuca glauca) sind ebenfalls gute Partner.
Die Bergminze legt den aufstrebenden Blättern von Hohen Schwertlilien und Yucca einen fluffigen Blütenteppich zu Füßen.
Die Bartblume (Caryopteris x clandonensis) blüht von August bis Oktober. Besonders Sorten mit silbergrauen oder dunkelgrünen Blättern gefallen mir hinter den zierlichen Blütenständen.
Überhaupt bringen dunkle Hintergründe wie Eibenkugeln oder die Blätter von Astern die Bergminze gut zur Geltung.
Im Kübel bieten sich dunkle Purpurglöckchen (Heuchera) und luftige Gräser als Partner an.
Die Bergminze/den Steinquendel kombinieren
In großen Gruppen kommt die Bergminze besonders gut zur Geltung. Im Hintergrund leuchtet ein Storchschnabel in intensivem Blau, daneben reckt die Duftnessel (Agastache) 'Blue Fortune' ihre aufrechten Blütenkerzen in die Höhe:

Hier wurden orange Sonnenbraut und Gräser mit Bergminze und Duftnessel kombiniert:

Die Hohe Fetthenne (Hylotelephium) fängt an, ihre Blütenschirme zu färben, während die Schafgarbe (Achillea) noch mit ihren braunen Blütenständen ziert. Im Hintergrund tanzt die Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca) mit der Blauraute (Salvia yangii):

Diese Kombination ist recht pflegeleicht und langlebig und eignet sich auch für das Straßenbegleitgrün wie hier auf einem Kreisel:

Die Yucca sorgt in diesem Beet für klare Strukturen. Da darf es rundherum mit Zartem Federgras, Bergminze und Gelber Skabiose duftig zugehen. Die Aster steuert kräftige Farbe bei und Das Gewöhnliche Leinkraut (Linaria vulgaris) bildet in kleinen Tuffs mit seinem Gelb einen Kontrast dazu.

Ein kleiner Steckling des Steinquendels wächst in unserem Magerbeet neben dem Perlkörbchen. Mir gefallen die beiden jetzt schon mit dem Berg-Lauch (Allium senescens) 'Millennium' im Hintergrund.

Eine Aster mit intensivem Violett begleitet die Bergminze, während die Blüten des Argentinischen Eisenkrauts (Verbena bonariensis) auf langen Stielen darüber schweben.

Im sonnigen Bereich stehen einzelne Horste der Bergminze und des Perlkörbchens. Spannung bringt der Schwarze Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus) 'Nigrescens' mit seinen dunklen Blättern im Halbschatten eines Gehölzes ins Bild.

Die Seggen im Vordergrund bringen Ordnung in diese Pflanzung mit verschiedenen niedrigen Astern und Bergminze:

Aus einem Meer winziger Blüten schauen die Blüten eines cremeweißen Scheinsonnenhutes heraus:

Ebenso hübsch ist der Dreiklang aus Rispen-Hortensie (Hydrangea paniculata), Bergminze und rosa Scheinsonnenhut.

Sehr hübsch finde ich die Kombination mit der Zwerg- oder Polster-Silberraute (Artemisia schmidtiana) 'Nana'. Diese zierliche polsterbildende Staude gefällt mir weniger wegen ihrer gelben Blüten im Juni und Juli als wegen des zierlichen silbergrauen Laubes. Die feinen Blätter sind behaart und wie die des Woll-Ziests möchte man auch diese immerzu streicheln.
Die Zwerg-Silberraute gedeiht an sonnig warmen Plätzen mit trockenem bis frischem Boden auf Mauerkronen und in Steingärten und bleibt 20 cm klein.

In der Höhe gestaffelt stehen Bergminze, Aster und weiße Herbst-Anemone hintereinander, während das Argentinische Eisenkraut durchs Beet vagabundiert.

Weiße Fetthenne, Woll-Ziest und Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) begleiten den Steinquendel in diesem Schaugarten:

Amerikanische Bergminze
Mit der Amerikanischen Bergminze (Pycnanthemum tenuifolium) hat die Bergminze den deutschen Namen und die Lippenblüten gemeinsam. Sie teilt auch ihre Vorliebe für sonnige Standorte mit trockenem bis frischem Boden. Sie gehört jedoch in eine andere Gattung. Mit 60 cm ist die Staude deutlich höher und ihre Blüten sind cremefarben. Den schmalen, nadelförmigen Blättern fehlt das typische Minzaroma.
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen.
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende,
herzliche Grüße
eure Susanna




9 Kommentare
Einen dankbaren Dauerblüher für Hitzesommer hast Du da beschrieben! Die Sorte Triumphator kann ich sehr empfehlen. Auch wenn sie steril ist und sich nicht versamt, ist sie dennoch eine Bienenweide, teilweise bis in den November. Ich habe sie zusammen mit Küchenschelle, kleiner Iris und Tautropfengras im Magerbeet.
Wie schön, dass du das bestätigen kannst, liebe Birgit. 'Triumphator' wächst auch bei uns und es summt und brummt darin. Deine Kombination klingt gut; auf die Küchenschelle freue ich mich jetzt schon wieder.
Viele Grüße
Susanna
guten Morgen liebe Susanna,
wunderschön sind die Pflanzenzusammenstellungen und die Bilder in Deinem Beitrag.
Die Bergminze habe ich auch sehr gerne, vor allem die blasslila Sorten. Und ich habe sie tatsächlich in große Kübel gepflanzt, da ich Bedenken hatte, dass die kleinen hübschen Bergminzen sonst überwuchert werden.
Außerdem stelle ich Kübel immer wieder gerne um, so dass es immer etwas Blühendes an den Sitzplätzen steht.
Ich wusste nicht, dass es auch so relativ hohe Bergminzen Sorten gibt, die Sorte Lila Riese habe ich mir jetzt gleich in meiner "Wunschliste" notiert.
Dass der frühe Morgen die schönste Tageszeit ist, liebe Susanna, das finde ich auch, da haben wir etwas gemeinsam.
6:00h morgens: ist das nicht herrlich, das Licht, die Frische, der Geruch……….
Da hat man auch noch die Zeit und die Ruhe den Garten bei einem Becher Kaffee so richtig zu genießen.
liebe Gartengrüße von Bernd
Ich hatte es in den letzten Wochen erfolgreich geschafft, den Blumenzwiebeln, die es nun überall in den Discountern gibt, zu widerstehen, einfach wegschauen 🙂
Ja, so lange bis…………..
Ich bin heute Abend auf dem Geburtstag einer Freundin, und die hatte sich den Zierlauch Globemaster gewünscht.
Den sehe ich nun zufällig gestern ganz oben in den großen Blumenzwiebel-Kartons.
Dann beim Durchsuchen nach mehr Zierlauch-Packungen: blaue Anemone Blanda, Narzisse Jetfire, Prärielilien, gelbe, weiße, weinrote Holland-Iris ……..
Und für die nächste Einladung auch noch hübsche gefüllte lachsfarbene Tulpen als Mitbringsel.
Also ich kann bei Blumenzwiebeln auf Dauer einfach nicht widerstehen, aber man muss auch nicht immer konsequent sein 🙂
Schönes Gartenwochenende Bernd
Guten Morgen lieber Bernd,
Töpfe an der Terrasse zu tauschen, je nach dem, was gerade blüht, finde ich eine tolle Idee. Bei uns ist das aus Platzgründen nicht so einfach, aber unser Topfgarten muss umgestaltet werden; die Hosta stehen dort inzwischen zu sonnig. Ich möchte mehr blühende, trockenheitstolerante Stauden in Gefäße pflanzen. Vielleicht lässt sich da wenigstens ein bisschen umarrangieren.
Ich wollte längst meine Zwiebel-Bestellung planen und bald auf den Weg bringen, habe aber noch nicht einmal angefangen. So wird es wohl wieder auf das Restsortiment hinauslaufen, das noch verfügbar ist, wenn ich so weit bin.Lachsfarbene Tulpen müssen es jedes Jahr sein zu Geum 'Mai Tai' und Heuchera 'Caramel'. Und konsequent – was ist das noch mal? 😅
Herzliche Grüße und dir auch ein schönes Wochenende
Susanna
Guten Morgen, Bernd,
grüne Herzen im Gleichtakt. Lasse mich auch jeden Herbst wieder mitreißen. Und dann stehe ich vor den Rabatten und frage mich, wo ich das alles noch einbuddeln soll. Eine große Lieferung steht noch aus, aber die neuen Berglauch-Sorten sind schon angekommen. 'Lisa Blue' – weil ich ja schon das Schwesterchen 'Lisa Green' habe. Die Familienzusammenführung macht doch Sinn! Und….’Lavender Bubbles' – weil die so hübsch sind und die Blüte von 'Millenium' und 'Summer Beauty' ablösen sollen….
Nur kurz blinkt die Erinnerung an die Worte meiner Mutter auf: "Kind! Du hast die Beete doch schon so voll!"
Merke ich dann auch, wenn das Schüppchen einen Schwung Bestandszwiebeln zutage fördert. Aber da lege ich nie eine Lernkurve hin.
Konsequent zu viel des Guten.
Viel Freude beim glücklichen Vergraben deiner Beute – genieß die Pflanzzeit und das Wochenende!
Sabine
Guten Morgen, Susanna und vielen vielen Dank, dass du der Bergminze eine Bühne gibst!
Ich feiere sie ja nur. Habe die Sorte 'Triumphator' an vielen Stellen im Garten, wo sie auch ohne Rückschnitt lange und unermüdlich blüht. Sehr bruchgefährdet die Zweige und filigranes Arbeiten gelingt mir da oft nicht so 😉.
Sie säumt sogar die ungeliebten Restthujen, die noch bleiben durften, da der Sichtschutz sonst perdu wäre. Üppige duftende Wolken reichlich bestückt mit Bienchen. Idealer Boden ist hier ja wirklich nicht und selbt die Schneemarbeln dazwischen tun sich recht schwer.
Wunderbare Pflanzbeispiele und Kombinationsmöglichkeiten hast du im Gepäck. Sie lockert jedes Gartenbild auf mit ihrer hellen heiteren freundlichen Art. Wirkt zart und leicht – ist aber robust und durchsetzungsfähig.
Ja – man merkt kaum, dass ich die Bergminze mächtig lieb habe.
Macht euch das Wochenende schön!
Lieben Gruß
Sabine
Guten Morgen Sabine,
das stimmt: die Bergminze gibt sich so zierlich, ist aber widerstandsfähig und braucht so gut wie keine Pflege. Unter den Thujen, die mit ihren flachen Wurzeln so gut wie alles an Feuchtigkeit wegschlürfen, hat sie es gar nicht leicht. Wir haben sie auf unserer Mauerkrone am Kiesplatz, wo ich jetzt so gerne sitze und einfach nur dem Gesummsel zusehe.
Dir auch ein schönes Wochenende,
liebe Grüße
Susanna
Wie immer ein ausgezeichneter BLOG mit wunderbaren Bildern. Danke!
Guten Morgen, liebe Monika, ich freue mich, dass dir der Beitrag gefällt!
Viele Grüße und ein schönes Gartenwochenende
Susanna