Ihr Lieben,
ich hoffe, ihr seid gut und gesund durch die stürmischen Tage gekommen und das Sturmtief Elli hat in euren Gärten keine Schäden hinterlassen. Wir hatten so viel Schnee wie schon lange nicht mehr und es gab schöne winterliche Bilder. Als heftige Minusgrade und eisiger Ostwind angesagt wurden, habe ich meine empfindlichen Zimmeraralien, Orangenblumen und die Veredelungsstelle der Hochstammröschen mit den Resten des Weihnachtsbaums geschützt.
Inzwischen ist alles weggetaut und wir haben 10° plus!

Die Schönaster (Kalimeris incisa)
Der Bund Deutscher Staudengärtner wählt jedes Jahr eine Staude des Jahres. Diese Pflanze wird in dem jeweiligen Jahr besonders herausgestellt und beworben. Für 2026 fiel die Wahl auf die Schönaster (Kalimeris incisa). Damit wird das Augenmerk dieses Mal auf eine in unseren privaten Gärten noch nicht so verbreitete Pflanze gelenkt.
Die Schönaster (Kalimeris incisa) ist eine sommergrüne horstbildende Staude aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und mit den Astern verwandt. Sie stammt aus Asien. Die Pflanze wird 60-80 cm hoch und etwa 45-55 cm breit. Die sternförmigen kleinen Blüten der Art sind weiß mit goldgelber Mitte und erscheinen zahlreich von Juni bis September. Sie bieten Pollen und Nektar für die Generalisten unter den Insekten.

Hier sieht man gut, wie sich die frischen Blütentriebe über die vorherigen Blüten schieben. So wird das Verblühte jeweils von den neuen Blüten verdeckt und der gesamte Horst macht immer einen guten Eindruck:

Die Pflanze wächst straff aufrecht, ist stark verzweigt, kompakt und standfest. Die Blätter sind mittelgrün, kurz, lanzettlich und gezähnt.
Schönastern mögen am liebsten sonnige bis halbschattige Plätze mit frischem oder mäßig trockenem humosem Boden, kommen aber auch mit etwas weniger Wasser und Nährstoffen zurecht.
Da die Staude lange am selben Platz stehen kann, ohne geteilt zu werden und auch keine hohen Ansprüche an den Boden stellt, ist sie pflegeleicht.

Die verbreitetsten Sorten:*
'Blue Star' ist mit 40 cm Höhe und 30 cm Breite kleiner als ihre Schwestern. Eine bewährte Sorte mit blau-violetten Blüten.
'Charlotte' hat relativ große Blüten in blassem Blau und wird 60-70 cm hoch.
'Madiva', die Großblütige Schönaster bildet rundliche Horste und hat – wer hätte das gedacht? – besonders große Blüten, die im Laufe der Zeit von Hellviolett nach Weiß verblassen und blüht ausdauernd von Juni bis Oktober. Als zusätzliches Bonbon hat ihr Laub eine hübsche Herbstfärbung.
'Alba' erinnert mit ihren hübschen weißen Blüten, die etwas größer sind als bei der Art, an Margeriten. Sie wird etwa 70 cm hoch.

Auf einen Blick
Blütezeit: Juni bis September
Höhe und Breite: Höhe 60-80 cm, Breite 45-55 cm (Angaben für die Art; Sorten weichen ab, s.o.)
Licht: volle Sonne bis Halbschatten
Boden: frisch bis mäßig trocken, sandig bis lehmig, humos
Sonstiges: gut durch Teilung zu vermehren, aber keine regelmäßige Teilung erforderlich; für den Schnitt geeignet
Pflege: Rückschnitt im Frühling; eine gelegentliche Gabe Kompost reicht aus
Was passt zur Schönaster (Kalimeris incisa)?
Die Schönaster harmoniert mit vielen anderen Pflanzen, die ihre Standortansprüche teilen.
Der Sommer-Phlox (Phlox paniculata) mit seinen großen Blütenköpfen kann in allen Farben mit ihr kombiniert werden.
Der Kerzen-Knöterich (Persicaria amplexicaule) bringt große Blätter und kerzenförmige Blüten in Rot oder Weiß mit.
Eine ähnliche Blütenform wie die Schönaster in anderer Farbe haben die Sonnenbraut (Helenium), die von Juli bis August blüht und der Gelbe Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) mit Blüten von August bis Oktober. Die Goldrute (Solidago) 'Fireworks' hat ebenfalls gelbe Blüten von August bis Oktober, die die Farbe der Mitten der Kalimeris wieder aufnehmen.
Auch Langblättriger Ehrenpreis (Veronica longifolia) mit aufrechten blauen Blütenkerzen im Juni und Juli passt dazu.
Eine feine Partnerin ist die Dreiblattspiere mit filigranen weißen Blüten mit roten Blütenkelchen im Juni und Juli. Sie hat außerdem eine leuchtend rote Herbstfärbung.
Gute Begleiter mit kompakten Blütenschirmen sind Hohe Fetthennen (Hylotelephium) in unterschiedlichen Farben und Größen.
Exotisch wirken die rote Montbretie (Crocosmia masoniorum) mit schwertförmigen Blättern und langen, gebogenen Blütenständen von Juli bis August oder eine orange Montbretie wie (Crocosmia crocosmiiflora) 'Okavango', die bis zum September blüht.
Als Gräser eignen sich für den Beethintergrund Chinaschilf (Miscanthus), Rutenhirse (Panicum virgatum) oder das hohe Lampenputzergras (Pennisetum orientale) 'Karley Rose'. Niedrigere Lampenputzergräser (Pennisetum alopecuroides) wie 'Hameln' und das Japan-Berggras (Hakonechloa macra), das weiche Wellen und feine Struktur ins Beet bringt, passen neben die Schönaster.
Im weißen Garten können Dreiblattspiere, weißer Kerzen-Knöterich 'Alba', weiße Lanzen-Verbene (Verbena hastata) und weiße Prachtkerze (Oenothera lindheimeri) die Schönaster begleiten. Wer es komplett monochrom möchte, wählt die Sorte 'Alba' der Schönaster.
In diesem kleinen Schaugarten wurde die Schönaster 'Blue Star' mit Gräsern und roten Taglilien kombiniert. Das Argentinische Eisenkraut (Verbena bonariensis) nimmt ihren zarten Farbton als kräftigeres Violett wieder auf, die Taglilie bildet einen kräftigen Kontrast:

Ton in Ton wurde hier die Schönaster mit einer Blauraute (Salvia yangii) gepflanzt. Die langen Blütenähren bilden einen hübschen Hintergrund für ihre sternförmigen Blüten. Das rotlaubige Purpurglöckchen im Vordergrund erdet das Duo. Gräser und Taglilien sorgen für Struktur, die gelben Taglilienblüten bringen einen leuchtenden farblichen Kontrapunkt dazu.

Die Schönaster wurde in dem Hochbeet als großzügiger Drift gesetzt. Das Lampenputzergras (Pennisetum orientale) 'Karley Rose' hat weiche rosa Ähren und die Stockrosen rechts steuern Höhe und grobe Blattstruktur bei.

Und das war es für heute schon mit den Bildern. Tatsächlich habe ich keine weiteren Fotos der Schönaster in meinem Fundus.
Die Wildpflanze des Jahres 2026 ist der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare). Mehr über die heimische insektenfreundliche Pflanze gibt es demnächst in einem Pflanzenporträt.
Nun kommt noch einmal mein Tipp für alle, die in Westfalen-Lippe oder in der Nähe wohnen:
Am 13. und 14. Juni 2026 gibt es wieder die "Tage der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe". Private Gärten öffnen für Interessierte ihre Gartenpforte und in vielen Parks der Region finden Veranstaltungen statt. Das Thema für Aktionen an diesen Tagen wird in diesem Jahr "Wertvolles Wasser" sein.
Notiert euch doch das Wochenende schon mal im Kalender; es lohnt sich bestimmt, einige der Gärten zu besuchen.
Vielleicht möchtet ihr selbst euren Garten öffnen? Ihr könnt kostenlos teilnehmen und euch bis zum 31. Januar anmelden.
Näheres zur Teilnahme und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf der Webseite des LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe).
*Einige Infos zu den Sorten habe ich der Zeitschrift "der Staudengarten", Magazin der Gesellschaft der Staudenfreunde e.V., Ausgabe 1-2026 entnommen.
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen.
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende,
herzliche Grüße
eure Susanna




6 Kommentare
Liebe Susanna,
ganz lieben Dank für diesen informativen Artikel.
Von der Schönaster hab ich schon oft gelesen (aber noch nicht so vertieft), allerdings muss ich sagen, dass ich rein visuell keinen Unterschied zur Aster erkennen kann. Bei mir wachsen Aster ageratoides ‚Asran‘ und ‚Ashvi‘, und für mich sehen sie ganz genauso aus. Allerdings hab ich noch keine Schönaster bewusst live gesehen, sodass ich auf einen Unterschied hätte achten können.
Jedenfalls sind meine Astern sehr kompatibel mit der hiesigen Trockenheit, und das sogar im Schatten (Ashvi wächst unter dem Holunder), und deswegen werde ich da wohl keine Experimente machen. Dennoch finde ich es immer wieder faszinierend, was es im Pflanzenreich so alles gibt.
Ganz liebe Grüße, und ein wunderschönes Wochenende, eva
Guten Morgen, liebe Eva,
die Schönaster ähnelt den Astern wirklich sehr. Mit der hübschen 'Ashvi' liebäugele ich auch schon länger. Vielleicht kommt sie in mein inzwischen halbschattiges Beet, das umgestaltet werden muss.
Liebe Grüße und dir auch ein schönes Wochenende
Susanna
Ich mag Astern ja generell sehr, habe aber nur eine Teppichaster im Garten. Die hält sich schon nicht an ihre Größenangabe von 30 cm und ist glatt doppelt so hoch geworden. Wenn die Schönaster ähnlich wuchsfreudig ist, hat man bestimmt ein prächtiges Beet. Die Staude steht übrigens noch – im Sinne der naturfreundlichen Wintergestaltung – und hat im Gegensatz zu manch anderen "Trockenblumen" auch Elli unbeschadet überlebt.
Liebe Grüße!
Hallo Vanessa,
eine Teppichaster mit 60 cm Höhe ist mir noch nicht begegnet. Natürlich können die Höhen je nach Boden und Standort variieren, aber das ist ungewöhnlich. Vielleicht war sie falsch ausgezeichnet? Hier haben die Lampenputzergräser unter dem schweren Schnee die Luftigkeit verloren, aber einige Staudenreste stehen noch überraschend aufrecht.
Liebe Grüße
Susanna
Liebe Susanna,
gut, dass du auf die Schönaster aufmerksam gemacht hast. Solche Stauden passen wunderbar in naturnahe Gärten, durch ihre sanften Farben sind sie auch schöne " Vermittler " im Staudenbeet. Mir geht es wie Eva, ich kann keinen großen Unterschied zu Aster ageratoides erkennen.
Aster ageratoides " Asran " wächst in unserem Garten in nahezu reinem Sand, sie ist unwahrscheinlich robust und hat an dieser schwierigen Stelle schon etliche Quadratmeter erobert.
Die Schönaster scheint auch einiges an Trockenheit auszuhalten, und offenbar wuchert sie nicht so, wie Aster ageratoides, da ist sie für ein "normales" Staudenbeet wohl eher geeignet.
Lieber Gruß
Inge
Guten Morgen, liebe Inge,
wenn man möchte, dass sich die Staude ausbreitet, ist die Wild-Aster sicher eine gute Wahl. Sie fühlt sich bei dir offensichtlich wohl. Möchte man eine "brave" Staude, die an ihrem Platz bleibt, ist die horstbildende Schönaster sicher die bessere Alternative. Wie gut, dass wir die Wahl haben!
Liebe Grüße
Susanna