Ihr Lieben,
als Jugendliche kannte ich die Gattung Viola vor allem vom Friedhof in Form der für mich damals langweiligen Stiefmütterchen. Die früher noch wenig attraktiven Sorten, in Reihen auf die Gräber gepflanzt, empfand ich eher als Miefmütterchen.
Heute liebe ich es, mit den kleinen Blütengesichtern der Horn-Veilchen Farbe in den Frühlingsgarten zu holen. Schon ein paar kleine Pflänzchen bringen das Frühlingsglück auf den Terrassentisch und in Kombination mit vorgezogenen Frühblühern lassen sie Gartentische und Kübel vor der Haustür erstrahlen.
Vielleicht kann ich euch mit einigen Beispielen inspirieren?

Horn-Veilchen (Viola cornuta)
Horn-Veilchen gehören zu den Veilchengewächsen (Violaceae) und sind zweijährig oder kurzlebige Stauden, die Horste bilden. Je kleiner ihre Blüten sind, desto länger bleiben die Pflanzen tendenziell im Garten erhalten.
Sie werden etwa 15 cm hoch und mögen einen sonnigen oder halbschattigen Platz im Kübel oder im Beet mit durchlässigem und humosem Boden. Ihre erste Blütezeit beginnt im März, vorgezogen bekommt ihr sie schon im Februar.
Tipp:
Pflanzen für die Bepflanzung im Vorfrühling wie Primeln und Horn-Veilchen solltet ihr im Fachhandel kaufen, wo ihr sehen könnt, ob sie draußen oder im Gewächshaus standen. Standen sie im Freien, sind sie die erste Wahl, denn sie sind schon an die Kälte gewöhnt und können ausgepflanzt werden oder im Kübel im Garten stehen.
Habt ihr Pflanzen, die aus dem Gewächshaus kommen, sind sie nicht abgehärtet und ihr solltet sie bei heftigen Minusgraden an einen geschützten Platz holen. Unter dem Terrassendach oder mit Vlies abgedeckt überstehen sie die Kälte besser.
Inzwischen gibt es viele hübsche Sorten und Farbkombinationen für jeden Geschmack und es werden immer neue Züchtungen vorgestellt. Dieses Jahr fielen mir auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) die Sorten 'Wellspring Purple Wing' mit kleinen violetten Blüten …

… und 'Select Neon Flash' mit samtigen, fast schwarzen Anteilen ins Auge.

Horn-Veilchen (Viola cornuta) in unserem Garten
Bei den Horn-Veilchen sind mir die Sorten allerdings nicht so wichtig, ich nehme die, die mich am meisten anlächeln.
Ein ganzer Kübel voll mit der gleichen Farbe lässt das Herz hüpfen! Sie sind die ersten Blüher auf unserer kleinen Seitenterrasse. Danach tausche ich sie gegen Petunien aus.

Ich werfe die Hornveilchen nach dem Verblühen nicht weg, sondern schneide sie nach dem ersten Blütenschub zurück. Dann pflanze ich sie in Lücken in den Beeten und sie blühen dort ein weiteres Mal.
Sie versamen sich mitunter und sorgen für kleine Überraschungen, denn sie kreuzen sich untereinander.
In dem Mooskranz blühen die Horn-Veilchen mit den blauen Perlhyazinthen und kleinen Narzissen um die Wette. Was verblüht ist, wird vorsichtig ausgetauscht.

Im Korb auf dem bemoosten Gartenstuhl strahlen Ton in Ton weiße Perlhyazinthen und weiße Horn-Veilchen:

In Omas Waschschüssel habe ich Horn-Veilchen mit Hyazinthen kombiniert und um im Thema Upcycling zu bleiben, kamen einige Traubenhyazinthen in die alte Sauciere. Ein paar Wachteleier, Perlhuhnfedern, Moos und Efeu dazu und fertig ist die Frühlingsdeko auf dem Terrassentisch:

Das Haus aus Metall im Hintergrund passt das ganze Jahr über in die Deko und der kleine Hase aus Holz kommt zu Ostern dazu:

In einer schlichten Holzkiste haben sich eine zartgelbe Primel, weiße Ranunkeln und Sommer-Knotenblumen (Leucojum aestivum) versammelt. Die Horn-Veilchen verbinden beide Farben und machen das Bild noch stimmiger.

Auf unserem Pflanztisch kuscheln zart violette Horn-Veilchen mit weißen Traubenhyazinthen. Im Zinkgefäß blühen Bellis und eine gelbe Primel. Der Star der Dekoration ist die Lenzrose 'Lily', die mir im vergangenen Jahr in den Einkaufswagen gehüpft ist. Ich habe gerne eine im Topf und stelle sie erhöht auf, denn dann fällt es leichter, ihr auf Augenhöhe zu begegnen und den Blüten ins Gesicht zu schauen. Weitere verzinkte Gegenstände machen die frühlingshafte Deko komplett:

Den Nähmaschinentisch schmücken gelb weiße Horn-Veilchen und schlichte kleine Tontöpfchen mit Bellis. So einfach kann man dem Frühling auf die Sprünge helfen!

Horn-Veilchen (Viola cornuta) in anderen Gärten entdeckt
Beim Schneeglöckchenfest in Hiddenhausen begrüßte uns diese mit fröhlichen Frühblühern bepflanzte Schale. Lenz- und Schneerose, Schneeglöckchen, Horn-Veilchen und Schachbrettblume ergeben eine zauberhafte Kombination, die die Herzen der Besucher hüpfen lassen. Für die Dauer ist die Bepflanzung allerdings nicht geeignet; besonders die Helleboren möchten einen tiefgründigen Boden, um ihre Wurzeln nach unten strecken zu können.

Hier haben blaue Horn-Veilchen in einem Topf auf einer Bank Platz genommen:

In der Holzkiste wurden Efeu und gelb-weiße Horn-Veilchen mit weißer Bitterwurz (Lewisia cotyledon) kombiniert. Die kleinen Blüten ergänzen einander wunderbar. Die Bitterwurz, auch Porzellanröschen genannt, liebt trockene, sonnige Standorte mit guter Drainage und blüht ab Mai wochenlang. Die Blüten erscheinen über hübschen Rosetten aus dunkelgrünen lanzettlichen Blättern. Sie eignet sich für die Bepflanzung von Trögen, Steingärten und Mauerkronen.

Am Sitzplatz stehen die gleichen Horn-Veilchen vom bemoosten Tisch noch einmal im Korb auf dem Boden. Sie verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung:

Weitere grüne Pflanzen in den gleichen Töpfen bilden die Kulisse für die kleine Skulptur. Ist das Pärchen nicht allerliebst?

Zauberhaft finde ich die Kombination aus Nordischem Mannsschild (Androsace septentrionalis) und Horn-Veilchen in der Schale in Rostoptik. Der Mannsschild ist eine heimische einjährige Pflanze, die im Mai/Juni blüht und sich an zusagenden Plätzen versamt. Sie mag sonnige Plätze auf sandigem, durchlässigem, trockenem Boden und gilt in Deutschland als bedroht. Zart wie Schleierkraut erheben sich die langgestielten winzigen Blüten über den blauen Veilchen:

Die gleiche Kombination findet sich hier noch einmal in zwei Töpfen auf einem Gartentisch:

Im alten Futtertrog blühen weiße und pinke Tulpen mit feinem weißem Rand. Weiße Horn-Veilchen liegen ihnen zu Füßen und verdecken die nackte Erde.

Die schlichte Holzbank schmückt sich neben der rostigen Laterne mit dunkelblaue Horn-Veilchen in einem rustikalen Holzkistchen. Toll finde ich dazu die kleinen Töpfchen mit Patina.

Noch einmal die gleiche Farbe in mehreren Gefäßen: ein einzelner Behälter hätte deutlich weniger Wirkung als die drei unterschiedlich großen:

Die Kombination aus blass blauen Blüten und den bläulichen Halmen des Blauschwingels (Festuca) wirkt elegant:

Ton in Ton haben sich hier Polster-Glockenblumen und Horn-Veilchen auf einer Bank zum Plausch getroffen. Ein hübsches Detail ist das alte Waschbrett.

Der Korb füllt geschickt eine Lücke im Beet. Die gelben Blütenmitten nehmen gekonnt die Farbe der Wolfsmilch wieder auf, so als gehörten die Blümchen selbstverständlich hier hin:

Die kleinen Horn-Veilchen machen sich auch gut neben Stiefmütterchen in der gleichen Farbkombination:

Und natürlich sehen sie im Beet genauso hübsch aus. Vor Mutterkraut, Rosen und Lavendel stehen die Horn-Veilchen hier in zwei Farben am vorderen Beetrand.

Die Farbkombination leuchtet so herrlich im Sonnenschein!

Verwandt mit dem Horn-Veilchen ist das Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor), das ebenfalls kleine mehrfarbige Blüten hat, die in Blau- und Gelbtönen sowie Weiß variieren. Das kurzlebige Pflänzchen blüht von April bis Oktober und wird 10 bis 20 cm hoch. Die heimische Staude möchte einen sonnigen Standort mit frischem Boden und versamt sich. Hat sie nicht einen zauberhaft natürlichen Charme?

Einen Beitrag über das in der Gegend um Lichtenau (NRW) endemische Galmei-Veilchen (Viola guestfalica) findet ihr in diesem Beitrag.
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen.
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, herzliche Grüße
eure Susanna




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