Ihr Lieben,
vorweg möchte ich eine Frage aus mehreren Zuschriften zum Homberggarten von Claudia Plake und Udo Klempt-Gießing beantworten, den ich in der vergangenen Woche vorgestellt habe. Einige Leser waren so begeistert, dass sie wissen wollten, ob man den Garten als Privatperson besuchen kann.
Ich habe inzwischen mit Claudia gesprochen; garteninteressierte Besucher sind ihr herzlich willkommen. Ihr könnt gerne eine Nachricht an claudiaplake@t-online.de schicken, um einen Termin zu vereinbaren.
Nun gibt es im Garten nur noch wenige Blüten, die man für die Vase schneiden kann. Es ist kühler geworden und wir verbringen viel Zeit im Haus. Kränze und Gestecke konservieren die Gartensaison und bringen Herbststimmung ins Zimmer.
Ich nehme euch mit in die Gärtnerei Marx in Paderborn und zeige euch, was das Floristinnenteam dieses Jahr aus vielfältigem Naturmaterial anbietet.
Auf der Bank am Eingang haben es sich schon ein paar hübsche Stücke gemütlich gemacht:

Kränze mit Strohblumen
Ich erinnere mich noch gut daran, dass meine Oma Strohblumen in ihrem Garten hatte. Nachdem sie lange als altbacken galten, sind sie seit einigen Jahren wieder modern, denn sie sind langlebig und kommen damit dem Wunsch vieler Menschen nach Nachhaltigkeit entgegen.
In diesem Kranz harmonieren sie in Weiß mit den kleinen blauen Blüten von Edeldisteln.

Die herbstlich warmen Farben dieses Kränzchens werden vom Blättermotiv auf dem Schleifenband noch unterstrichen.

Ein mondförmig gebogenes Bündel aus dünnen Ranken ist mit Strohblumen und Physalis besetzt:

Filzkränze
Filzkränze sind haltbar und können jahrelang benutzt werden. Der flauschige Kranz aus dicken Maschen in Strickoptik vermittelt Wärme.

Er ist auch in Pink ein Hingucker:

Für diese Variante wurden rechteckige Filzstücke aufgerollt und auf einer Unterlage befestigt:

Mir gefällt die Farbkombination des violetten Filzkranzes und der kleinen silbernen und goldenen Früchte.

Herbstliches mit Zapfen und Sukkulenten
Was passt besser zum Herbst als dicke Zapfen? Für diesen Kranz wurden sie mit Hauswurzrosetten kombiniert.

Hier kam noch der dekorative Fruchtschmuck der Blasenesche (Koelreuteria paniculata) dazu. Die Floristinnen finden viele ihrer Materialien in der Gärtnerei und können sich daran bedienen. Dort steht auch ein solcher Baum, der in diesem Jahr, wie viele andere Bäume auch, besonders viele Früchte trägt.

So sehen die Früchte der Blasenesche am Baum aus:

Schönes mit Heide
In den Gärtnereien wird jetzt überall Heide als Farbtupfer für die saisonale Bepflanzung angeboten. Dicht an dicht wurden die rotvioletten Blütentriebe zu kleinen, gleichmäßigen Kränzchen gebunden.

Hier bringen einzelne grüne Hortensienblüten einen hübschen Kontrast hinein:

Wusstet ihr … ?
… dass die Knospenheide, die bis in den Winter hinein ihre Farbe behält, keinen Nutzen für die Insekten hat? Diese Sorten der Besenheide (Calluna vulgaris) öffnen ihre Blüten nicht, und dadurch sind Nektar und Pollen für Biene und Co. nicht erreichbar. Wenn ihr ihnen etwas Gutes tun möchtet, bieten sich darum andere Sorten der Besenheide an.
Leuchtende Physalisfrüchte stehen im kräftigen Kontrast zur violetten Heide. Das macht dieses Werkstück besonders lebendig:

Kürbisdeko ohne Schnitzen
Morgen ist Halloween, und vor vielen Häusern leuchten uns jetzt geschnitzte lustige und gruselige Kürbisgesichter entgegen. Mit Kürbissen wurden hier kreative Ideen ganz ohne das mühsame Aushöhlen und Schnitzen umgesetzt.
Auf einem reich mit Fetthenne, Zapfen, Zieräpfelchen und anderen Zutaten gefüllten Korb thront ein Kürbis.


Ein hübsches Detail ist der goldene Bouillondraht, der um die Frucht gewunden wurde. Ich finde, er adelt sie geradezu. Leider konnte ich das Funkeln des Drahtes nicht so gut einfangen.

Nicht auf Rosen, sondern auf einen Kranz in Beige, Violett und Orange ist dieser Kürbis gebettet. Strohblumen in der passenden Farbe sind auch mit von der Partie.

Schönes aus Hortensien
Ein Klassiker im Herbst sind Kränze aus Hortensien. Ihre dicken Blütenbälle haben uns im Sommer monatelang im Garten begleitet und nun mögen wir uns auch nicht von ihnen trennen. Besonders die farbigen Blüten der Bauern-Hortensien (Hydrangea macrophylla) haben, wenn sie eingetrocknet sind, einen zauberhaften, etwas morbiden Charme.
Dieser Kranz hat ein hübsches Farbenspiel in Blau und Violett entwickelt. Manchmal ist es eine Kleinigkeit, die einen großen Unterschied ausmacht: Die bunten Bänder bringen Leben ins Bild!

In diesem Werkstück wurden zusätzlich die kleinen Blütenstände des Dosts verarbeitet.

Auch die Wald-Hortensie eignet sich für Kränze. Die Einzelblüten sind kleiner und sitzen dicht an dicht:

Weitere herbstliche Kränze
Filigran wirkt das Kränzchen mit winzigen Hagebutten und blauen Blüten einer Edeldistel. Man muss schon geschickt sein, um diese zierlichen Zutaten so gleichmäßig einzubinden:

Dieser Kranz entstand aus Hortensienblüten, Eukalyptus und vielen kleinen Zweigen. Die Enden der Zweige stehen locker über, was dem Ganzen eine etwas wilde Dynamik verleiht:

Ich liebe Hagebutten, erst recht in dieser Fülle! Die geschnitzte Eichel ist ein zusätzlicher Hingucker.

In diesem Kranz spielen Lärchenzweige und Edeldisteln die Hauptrolle:

Farblich zurückhaltend ist diese Kombination aus zierlichen getrockneten Blütenständen. Der Kranz passt in jede Einrichtung und kann mit farblich abgestimmten Schleifenbändern die Farben des Raumes aufnehmen:

Der minimalistische Kranz lebt von der Kugel aus Zieräpfeln in seiner Mitte. Auch dieser ist mit feinem goldenem Bouillondraht geschmückt:

Es muss nicht immer rund sein
Ansprechend komponiert ist das transparente, längliche Werkstück. Die ausgewählten Samenstände stehen aufrecht in einem schlichten Gefäß. Die geschwungenen Grashalme bringen Bewegung hinein und verbinden die übrigen Materialien miteinander.

In ein längliches Stück Borke schmiegen sich unter anderem Lärchenzapfen und Physalisfrüchte.

Kleine Gestecke mit und ohne Kerzen sind schön als Mitbringsel oder zum Sich-selbst-beschenken.


In der Nähe des Tisches, an dem die Herbstfloristik entsteht, duftet es laut nach Kräutern! Die Floristin Claudia arbeitet gerade mit Rosmarin und Eukalyptus. Sie liebt es, mit aromatischen Naturmaterialien zu arbeiten, die beim Anfassen so wunderbar riechen. Da könnte sie sich reinsetzen, sagt sie.
Sie hat zunächst einen Strohrömer mit Moos umwickelt, damit der Rohling verdeckt ist. Sie weiß zu Beginn der Arbeit noch nicht, ob es ein Kranz für drinnen oder für die Trauerfloristik wird.

Eukalyptus und Zypresse befestigt sie mit Draht. Es darf gerne hier und da etwas aus dem Kranz herausstehen, das macht ihn natürlicher, findet Claudia.

Ein Tipp der Floristin:
Wenn ihr selbst Türkränze bindet, solltet ihr unbedingt Filz auf die Rückseite kleben, damit die Tür keine Kratzer oder Flecken bekommt.
Claudia hat einige größere Fruchtstände beim Stöbern in einer Materialkiste gefunden. Sie fixiert sie mit Heißkleber.

Das Werkstück ist fertig und es ist ein richtiger Herzenskranz geworden, meint die Floristin. Er würde uns beiden gut im Zimmer gefallen, wo er noch eine ganze Weile seinen Duft verströmen kann.

Am Ausgang habe ich noch diese Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen persicum) entdeckt. Sind ihre nickenden Blüten nicht zauberhaft? Leider vertragen sie keinen Frost, können aber im kühlen Zimmer überwintert werden.

Die dicht gebundenen, bläulichen Nadeln lassen die Hagebutten besonders schön leuchten. Dieser Kranz ist der perfekte Übergang zur Floristik für den Advent. Im Laden wird jetzt schon für die festliche Zeit umgeräumt und dekoriert und ich bin gespannt, was sich das Team dieses Jahr an Neuem einfallen lässt!

Ich hatte noch einen Geburtstagsgutschein von meinen Doppelkopffreundinnen dabei. Das passte gut, denn das Kränzchen mit den Strohblumen wollte gerne mit zu uns nach Hause …

Weitere Werkstücke findet ihr in dem Beitrag "Herbstliche Floristik: Kränze und Gestecke in der Gärtnerei Marx" aus dem vorletzten Jahr.
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir einen Kommentar zu hinterlassen. Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, herzliche Grüße
eure Susanna




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