Ihr Lieben,
da mein Vater aus Duderstadt stammte und wir in meiner Kindheit nicht nur die Verwandtschaft dort, sondern auch den Harz besuchten, habe ich mich sehr über die Einladung des Harzer Tourismusverbandes e.V. gefreut, mir einige Parks dort anzusehen. Heute nehme ich euch mit auf unsere Reise, und stelle euch einige Sehenswürdigkeiten in der Region Südharz/Kyffhäuser vor. Ausführlicher werde ich über zwei der Parks in weiteren Beiträgen berichten.
Da der Beitrag eine Kooperation mit dem Harzer Tourismusverband e.V. ist, kennzeichne ich ihn als Werbung.

Tag 1: Besuch in Nordhausen am Südharz mit dem Park Hohenrode und einer traditionellen Brennerei
Park Hohenrode in Nordhausen (Südharz)
Der Park Hohenrode in Nordhausen ist ein typischer Villengarten der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts.
Der Tabakfabrikant Carl Kneiff ließ sich 1874/1875 von dem namhaften Architekten Ludwig Bohnstedt eine Villa mit einigen Nebengebäuden erbauen. Gleichzeitig entstand der sechs Hektar große Park, den Heinrich Siesmayer, ein ebenfalls bekannter Gartenarchitekt, gestaltete.
Carl Kneiff und sein Sohn Fritz teilten eine große Leidenschaft für Bäume und schufen ein Arboretum mit einer unglaublichen Vielfalt.
Heute engagieren sich der Förderverein "Park Hohenrode" e.V. und die Bürgerstiftung Park Hohenrode für die Renovierung der Gebäude, die seit der Wende leer standen. Auch der Landschaftspark, der lange sich selbst überlassen war, soll möglichst nah am Original wiederhergestellt werden.
So wird die alte Villa wieder hergerichtet …

… und der wertvolle Baumbestand wird gepflegt sowie abgängige Bäume ersetzt:

Es gibt romantische Winkel zu entdecken …

.. und ganz besonders lohnt sich ein Besuch für die von euch, die sich für Bäume und die Gestaltung des Landschaftsgartens interessieren. Eine Führung mit dem Vorsitzenden des Fördervereins und Landschaftsarchitekten Matthias Bender ist ein Muss! Er hat uns bei unserem Besuch mit spannenden Erklärungen begleitet und könnte mit seinem Wissen Bücher füllen!

Natürlich haben wir noch viele weitere Fotos und Informationen von dort mitgenommen. Hier geht es zum Beitrag über den Park Hohenrode.
Führung in einer Traditionsbrennerei
Um all diese Eindrücke erst mal sacken zu lassen, nahmen wir an einer Führung durch die bekannte Brennerei am Ort teil. Auch wenn ich keinen Schnaps mag, fand ich es interessant, vieles über das Destillieren und rund um die Herstellung von Korn und Likören zu erfahren.
In den denkmalgeschützten Jugendstilhäusern bekommt ihr einen Einblick in die Geschichte der Kornbrennerei in Nordhausen, wo es einst etwa 100 Brennereien gab. Vor mehr als 100 Jahren begann man hier in einer Manufaktur mit dem Destillieren:

Die ehemalige Produktionsstätte wurde restauriert und beherbergt noch die damaligen Anlagen:

Wer mag, darf am Ende kosten.
Die Echter Nordhäuser Brennerei versteht sich als Ort mit Mehrwert: zusammen mit dem Europa-Rosarium Sangerhausen wird hier ein Pflanzenmarkt durchgeführt, es gibt einen Weihnachtsmarkt mit einem Kranzwettbewerb der Floristen und Theater- und Kabarettveranstaltungen.
Tag 2: Barockdorf Bendeleben, Kyffhäuser-Denkmal und Besuch in der Barbarossahöhle
Barockdorf Bendeleben mit Schlosspark und Orangerie
Das Barockdorf Bendeleben mit einer 1150 jährigen Geschichte liegt direkt am Kyffhäusergebirge. Wir treffen uns mit Ulrich Preuße vom Denkmal- und Geschichtsverein "Barockes Bendeleben". Er ist einer der Ehrenamtlichen, die sich für die Erhaltung der Kulturdenkmale im Dorf einsetzen.
Zuerst erfahren wir, dass das Gut der Ritter von Bendeleben der Ursprung des Ortes war. Typisch für den Barock sind die Gebäude mit Mansard-Walmdächern, von denen im Ort noch weitere erhalten blieben. Im Vordergrund ist das ehemalige Taubenhaus zu sehen, im Hintergrund das Inspektorenhaus mit dem Türmchen.

Im 17. Jahrhundert starb das Rittergeschlecht aus und das Gut wurde an einen Freiherrn von Uckermann verkauft, der die Ritterburg abreißen und ein Schloss errichten ließ. Der Schlosspark entstand 1765, ist 21 Hektar groß und einer der ersten Landschaftsparks in Deutschland.
Ein Großteil der Lindenallee vor dem Schloss wurde gefällt, weil die alten Bäume in einem schlechten Zustand waren. Inzwischen wurden sie als Doppelallee wieder neu angepflanzt.

Im Park gibt es sieben Teiche, die von natürlichen Quellen gespeist werden. Vom Badehaus aus lassen sich viele verschiedene Wasservögel beobachten:


Die Mauer des ehemaligen Hirschgartens wurde aus Originalsteinen wieder aufgebaut. In den Bögen der Nischen blühen Kletterrosen. Reste eines im Stil eines römischen Bades gebauten Beckens wurden ebenfalls restauriert.


Im Park gibt es viele interessante Bäume, darunter eine vermutlich 380 Jahre alte Eiche. Die kleine Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea) vor dem Baumstumpf soll an die etwa drei- bis vierhundert Jahre alte Blutbuche erinnern, die hier bis 2022 stand. Sie war einer der ersten Bäume, der aus der allerersten Blutbuche überhaupt vermehrt wurden. Die "Mutter-Blutbuche", eine Mutation der Rotbuche, soll im nahe gelegenen Sondershausen gestanden haben.

Am großen hölzernen Tor, dem ursprünglichen Hauptzugang zum Schlossgarten, stehen noch wenige der alten Linden:

Wir kommen nun zum Lustgarten. Auf einer Tafel am Eingang sind die Denkmale des Ortes zu sehen. In der Mühle (Nr.13) ist Herr Preuße als Müllerssohn aufgewachsen. Der Mühlenbetrieb wurde längst eingestellt, doch er wohnt noch immer in dem historischen Gebäude.

Der 1,6 Hektar große Lustgarten liegt in unmittelbarer Nähe des Gutshofes. Man erkennt im Hintergrund das Inspektorenhaus:

Hier befindet sich der größte Schatz von Bendeleben: die 1770 errichtete Orangerie. Sie gehört zu den herausragenden Kulturdenkmalen in Thüringen und ist ein besonderes Zeugnis der Gartenkultur ihrer Zeit.

In den verglasten Seitenflügeln befinden sich die Gewächshäuser, in denen nicht nur die Sammlung von Kübelpflanzen von Bendeleben überwintert, sondern auch die nicht winterharten Kostbarkeiten aus dem 13 km entfernten Schloss Sondershausen.
Der runde Brunnen und die Freitreppe sowie die Mittelachse des Lustgartens als Sichtachse wurden nach dem historischen Vorbild wieder hergestellt.

In diesem Zustand befand sich die Orangerie 1930. Dass es sie heute noch gibt, berichtet Herr Preuße, ist dem Umstand zu verdanken, dass zu DDR-Zeiten schlicht das Geld fehlte, sie abzureißen. Welch ein Glück! So konnte sie restauriert und wieder zu einem Schmuckstück werden.

Ulrich Preuße ist zu recht stolz auf das, was der Verein bisher geleistet hat und er konnte noch so viel mehr über den Schlosspark, die Orangerie und die Geschichte des Ortes erzählen. Vielleicht trefft ihr ihn selbst einmal?

Der Schlosspark ist frei zugänglich. Die Orangerie könnt ihr zu festen Öffnungszeiten besichtigen.
Auf Anfrage gibt es für Gruppen Führungen durch die Orangerie und den Schlosspark und es werden auf Wunsch auch die oben auf der Tafel gezeigten historischen Gebäude besucht. Ein Kontaktformular findet ihr auf der Webseite des Vereins "Barockes Bendeleben".
Herzlichen Dank an Herrn Preuße für die interessante Führung!
Das Kyffhäuser-Denkmal
Der Kyffhäuser ist eines der kleinsten Mittelgebirge Deutschlands, nicht weit vom südlichen Harz entfernt. Auf der Nordseite steil und bewaldet, fällt er nach Süden hin allmählich in eine abwechslungsreiche Landschaft mit Wiesen, Weiden, Feldern und Auen ab.
Als Wahrzeichen des Kyffhäusers erhebt sich das Kyffhäuser-Denkmal geradezu monumental auf dem Gebirge und ist weithin zu sehen. Im oberen Teil ist Kaiser Wilhelm I. hoch zu Ross dargestellt.

Im Sockel ist Friedrich I. Barbarossa zu sehen, der der Sage nach in einer Höhle des Kyffhäusers schläft.

Wenn ihr auf den 57 m hohen Turm des Denkmals steigt, schaut ihr zu allen Seiten über den Kyffhäuser und sollt bis zum Brocken und bis zum Thüringer Wald blicken können. Uns war es an dem Tag zu windig und nieselig, deshalb genügte uns der schöne Ausblick von der Basis des Monuments.
Die Barbarossahöhle
Nun wollten wir aber auch gerne die Barbarossahöhle sehen. Sie ist eine von weltweit zwei Höhlen mit Anhydritgestein, erfahren wir auf einer Führung. Anhydrit entsteht aus Gips, wenn diesem durch Überlagerung mit anderen Gesteinen das Wasser entzogen wird.
Der "Empfangssaal" (erstes Foto) ist 10 m hoch und 38 m breit. Gipslappen von bis zu 1 m Länge hängen in der "Gerberei" von der Decke herab (zweites Foto). Der Raum hat seinen Namen von der Ähnlichkeit dieser Gebilde mit zum Trocknen aufgehängten Tierhäuten.


Man meint, tief in das klare Wasser hineinschauen zu können. Was wir sehen, sind jedoch brillante Spiegelungen der Decken, die in Grün- und Blautönen schimmern. Seht ihr den Adlerkopf knapp über der Wasserlinie etwas rechts von der Mitte? Oder ist es eine Schlange?

In der Sage heißt es, Barbarossa schlafe nach einem Zauber in einem unterirdischen Schloss im Berg. Er sitzt an einem großen runden Tisch und sein Bart ist durch den Tisch hindurch auf seine Füße gewachsen und fast einmal um den Tisch herum. Jeweils nach 100 Jahren wacht er auf und schickt seinen Zwerg Alberich – nein, nicht in die Gerichtsmedizin – ans Tageslicht um zu sehen, ob die schwarzen Raben noch um den Berg fliegen. Sind sie noch da, muss er weitere 100 Jahre schlafen. Wenn sein Bart den Tisch ganz umschlossen hat, erscheint ein Adler, um die Raben zu vertreiben und Barbarossa darf die Höhle verlassen, um Ordnung auf der Welt zu schaffen.
Und tatsächlich kommen wir zum Thron Barbarossas. Hier liegt seine Krone bereit – er ist wohl nur mal kurz ums Eck:

Im Informationszentrum gegenüber der Höhle könnt ihr euch über die Erdentstehung und die Gesteine im rund 850 qm großen GeoPark Kyffhäuser informieren, der in der Mitte Deutschlands liegt.

Tag 3: Europa-Rosarium in Sangerhausen
Den letzten Tag unserer Reise verbrachten wir im Europa-Rosarium Sangerhausen. Der Park ist ein lebendes Museum, erfahren wir vom Rosenführer Andreas Lachner, begeisterter Rosenfreund und ein wandelndendes Lexikon der duftenden Sträucher. Es gibt hier 8700 Rosenarten und -sorten. Man hat sich zur Aufgabe gesetzt, alle noch verfügbaren Rosen als eine Art Gendatenbank zu erhalten.
Die Fülle der Blüten ist unglaublich, der Duft unbeschreiblich!

Nicht nur Rosen gibt es zu sehen, auch die passenden Begleitstauden wurden zu stimmigen Bildern mit ihnen kombiniert und eine Gehölzsammlung sorgt für einen ästhetischen Rahmen und schattige Plätze.

Sichtachsen führen durch Rosenbögen hindurch und werden von Kaskaden von Blüten begletet:

Bei der Vielfalt ist für jeden Geschmack sicher nicht nur eine Rose dabei. 'Bonanza' hat einen Farbverlauf in fruchtigen Gelb-Orangetönen, 'Rosario' gefüllte rosa Blüten:


Natürlich haben wir auch aus Sangerhausen noch viele weitere Fotos mitgebracht. Die zeige ich euch in einem späteren Beitrag!
Übrigens – für die von euch, die gerne wandern: Es gibt eine Harzer Wandernadel, die ihr bekommt, wenn ihr eine bestimmte Anzahl von Touren in einem Stempelheft gesammelt habt. Dafür gibt es an vielen Stationen solche Kästen, in denen Stempel und Stempelkissen bereit gehalten werden. Ein schöner Anreiz, um auch Kinder zu motivieren.
Ich habe richtig Lust bekommen, hier zu wandern und wir werden bestimmt noch einmal wiederkommen!
Näheres zur Wandernadel findet ihr auf der Webseite der Harzer Wandernadel

Informationen über Unterkünfte, Urlaubsangebote und Veranstaltungen im Harz findet ihr auf der Webseite des Harzer Tourismusverbandes e.V..
Hier ist noch einmal der Link zum Beitrag über den Park Hohenrode in Nordhausen, der auch heute erschienen ist.
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen.
Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende, herzliche Grüße
eure Susanna




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