Ihr Lieben,
wir haben ein kleines Gartenstück umgestaltet und ein weiteres Stück Rasen entfernt, und endlich gab es Platz für ein panaschiertes Japan-Berggras, mit dem ich schon so lange geliebäugelt hatte. Nun treiben die Pflänzchen munter aus und ich freue mich darauf, dass sie das Beet unter unserem kleinen Birnbaum zum Leuchten bringen.

Das Japan-Berggras (Hakonechloa macra) ist ein sommergrünes Gras aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Es wächst horstig und bildet kurze Ausläufer ohne zu wuchern. Die Pflanze formt attraktive dichte, weiche Wellen von hohem Zierwert, die Hänge hinabfließen, höhere Pflanzen untermalen und harte Kanten weichzeichnen. Die buntlaubigen Sorten bringen Licht in absonnige bis halbschattige Bereiche. Das Gras ist winterhart bis -17° C und sollte in rauen Lagen in den kalten Monaten geschützt werden. Die Art wird bis etwa 60 cm hoch, die verschiedenen Sorten weichen davon ab. Der Pflanzabstand sollte etwa 40 bis 50 cm betragen.
2022 wurde das Berggras vom Bund deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres gewählt.
Die feinen fedrigen Blüten sind im Vergleich zur tollen Wuchsform und den Panaschierungen der Sorten eher unscheinbar. Sie erscheinen im Juli und August.

Das Gras stammt aus feuchten Bergwäldern in Japan und möchte halbschattig stehen. Einmal eingewachsen kommt es mit lediglich frischem Boden zurecht. Es verträgt auch sonnige Standorte, braucht dann aber entsprechend mehr Feuchtigkeit.
"Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Dieser Spruch ist dem Japan-Berggras wie auf den Laib geschneidert: Zum einen treibt es spät aus, was ihr mit kleinen Zwiebelblühern für den Frühling wett machen könnt, die ihr drumherum steckt, zum anderen brauchen die Pflanzen ein paar Jahre, um ihre volle Größe zu erreichen. Etwas Geduld solltet ihr für dieses Schätzchen also mitbringen.
Einzelne Pflanzen bilden rundliche Horste mit rundum überhängenden Halmen:

Dichter in Gruppen gepflanzt entstehen wellenförmige Flächen. Hier steht die blaue Ballonblume (Platycodon grandiflorus) im Kontrast zu dem hellgelben Blattmuster. Sie mag es sonnig bis halbschattig mit frischem Boden und blüht im Juli und August.

Auf größeren Flächen hat das Gras ebenfalls eine gute Wirkung. Neben die schmalen Halme wurden hier Funkien mit großen ganzrandigen Blättern gesetzt. Die Azalee 'Fridtjof Nansen' bringt im Mai und Juni ihr leuchtendes Orange ins Spiel:

Der Sandsteintrog wirkt durch die Umrandung aus dem Japan-Berggras wie in ein Nest gebettet:

Auch in großen Kübeln wirkt das Gras sehr hübsch. Originell ist die damit bepflanzte Schubkarre, Blattkontrast bringen die Funkien in der Zinkwanne:

Verschiedene Sorten des Japan-Berggrases (Hakonechloa macra)
Das Japan-Goldbandgras 'Aureola' hat hübsche gelbe Streifen und wird 20 bis 40 cm hoch. Der Austrieb und die herbstlichen Halme sind rötlich überhaucht.

Das Japan-Silberbandgras (Hakonechloa macra) 'Albostriata' hat eine weiße Panaschierung und wird 60 cm hoch.

Die Sorte 'Alboaurea' wird etwa 25 cm hoch und hat cremeweiße und gelbe Streifen. Es färbt sich im Herbst leicht rötlich.

Das Japanische Gold-Berggras 'All Gold' hat eine einheitlich hellgrüne Färbung, die je nach den Lichtverhältnissen des Standorts in schattigeren Bereichen eher limetten-grün ist, in sonnigeren leuchtend grüngelb. Es wird etwa 55 cm hoch.

Das Japan-Berggras (Hakonechloa macra) 'Mulled Wine' hat panaschierte Blätter. Sein besonderes Merkmal sind aber die Rottöne, die es im Herbst annimmt. Auf dem Foto kann man sie schon erahnen:

Zwei Horste des Japan-Berggrases flankieren den Topfgarten auf dem Tisch unter Bäumen und setzen Akzente:

Auf einen Blick
Blütezeit: Juli/August
Licht: sonnig bis halbschattig
Boden: nährstoffreich, frisch, besser feucht
Höhe: die Art bis 60 cm, Sorten unterschiedlich 40 bis 60 cm
Breite: Pflanzabstand etwa 40-50 cm, je nach gewünschter Wirkung
Sonstiges: treibt spät aus
Pflege: Pflanzung und Rückschnitt im Frühling
Was passt zum Japan-Berggras?
Japan-Berggräser passen zu Pflanzen mit den gleichen Ansprüchen an Licht und Boden.
Gute Begleiter sind Blattschmuckstauden wie Farne, Elfenblumen (Epimedium) und Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla), Purpurglöckchen (Heuchera) und Funkien.
Im Frühling harmonieren Akeleien (Aquilegia vulgaris), Hohe Schlüsselblumen (Primula elatior) und Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides ssp. robbiae) mit dem Japan-Berggras.
Im Sommer ergänzen Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) mit cremeweißen Blüten, Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium), Sterndolden (Astrantia major), Wald-Aster (Eurybia divaricata) und Prachtspieren (Astilbe) das Beet.
Im Herbst sind Silberkerzen (Actaea), Herbstanemonen und Kerzen-Knöterich (Persicaria amplexicaule) mit Blüten von August bis Oktober und die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata) mit blassgelben Blüten von August bis September hübsche Begleiter.
Das Japan-Silberbandgras (Hakonechloa macra) 'Albostriata' fügt sich mit dem weißen Blattmuster gut in den weißen Garten oder ins weiße Halbschattenbeet ein und harmoniert mit dem Wald-Geißbart, Silberkerzen (Actaea), weißen Herbstanemonen wie Anemone Japonica-Hybride 'Honorine Jobert', weißen Sterndolden (Astrantia major), Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) 'Mr. Morse' oder 'Betty Bowring' und weiß blühendem Schaublatt (Rodgersia).
Das Japan-Berggras (Hakonechloa macra) kombinieren
Allein durch die Form und die Textur, kombiniert mit passenden anderen Pflanzen, lässt sich wunderbar mit dem Gras gestalten. Helle rundliche Horste des Japan-Berggrases und kompakte dunkelgrüne Astern bilden vor höheren, lockeren Gräserhorsten und aufrechten Prachtkerzen (Oenothera lindheimeri) die "untere Etage" dieser Pflanzung:

Schon ein weiteres Gras mit straff aufrechtem Wuchs erzeugt einen spannungsvollen Kontrast völlig ohne Blüten …

… der selbst im Winter noch attraktiv ist. Schon deshalb lohnt es sich, die Halme erst im Frühling zu schneiden.

Zusammen mit der Funkie 'Sum and Substance' bringt ein panaschiertes Berggras helles Grün zwischen die übrigen Grüntöne. Die Wald-Aster (Eurybia divaricata) blüht dazwischen von August bis September.

Der Gelbe Scheinlerchensporn (Pseudofumaria lutea) greift im Hintergrund die gelblichen Töne der Funkie und des Berggrases wieder auf:

Auch das Schaublatt (Rodgersia) mag dunklere Bereiche mit eher feuchtem Boden und setzt den schmalen Halmen hübsch geformte große Blätter entgegen.

In dieses Blattmosaik mit Breitblattsegge (Carex plantaginea), Farn und Haselwurz (Asarum europaeum) bringt 'Aureola' Farbe:

Der Waldgeißbart (Aruncus aethusifolius-Hybride) 'Horatio' hat im Juni und Juli feine cremeweiße Rispen über hübsch geteilten Blättern, die das grobe glänzende Bergenienlaub mit den feinen Halmen des Grases verbinden. Die Blüten ziehen zahlreiche Insekten, vor allem viele Käferarten an.

Ein kräftiger Kontrast entsteht hier aus dem hellen Grün eines Japan-Berggrases und dem Schwarzen Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus) 'Nigrescens'.

Die Sorte 'Alboaurea' steht hier mit der halbgefüllten rosa Herbstanemone (Anemone japonica-Hybride) 'Pamina' und der Chinesischen Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides) in einem Beet.

Das Japan-Berggras sieht besonders in der Nachbarschaft von Steinen gut aus. So wird es häufig in Japanischen Gärten verwendet. Hier fühlt es sich mit Hortensien und Zimmer-Aralie (Fatsia japonica) an einem Brunnen wohl.

Dunkelgrüner Efeu untermalt die Szene aus Berggras und verschiedenen Funkien.

Zwei kleine Tuffs des hellen Japan-Berggrases lockern die einander ähnlichen dunkleren Grüntöne rund um die Rose auf:

Mir gefällt das Spiel von Licht und Schatten unter der lichtdurchlässigen Krone der Birke. Die Sonne tupft hellere Flecke auf 'Aureola' darunter.

In diesem Beet setzt das panaschierte Berggras einen Punkt: Wenn man hier um die Ecke biegt, kommt etwas Neues!

Der hellen Rabatte geben die Kissen der Sorte 'Aureola' einen Rhythmus und schwingen als Weichzeichner in den geraden Weg hinein.

Die blassgelbe Taglilie (Hemerocallis) passt farblich perfekt zum Berggras 'Aureola'.

Im Spätsommergarten harmonieren roter Kerzen-Knöterich (Persicaria amplexicaulis) und Gelber Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) mit dem Japan-Berggras und anderen Gräsern. Ein streng in Form gehaltener Eibenquader "zähmt" ihre lebhaften Formen.

Ich bin dann mal draußen und ziehe vielleicht doch ein kleines bisschen am … Nein! Mein Garten hat mich Geduld gelehrt.
Wie immer freue ich mich, wenn ihr euch die Zeit nehmt, mir unten einen Kommentar zu hinterlassen. Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende,
herzliche Grüße
eure Susanna




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